Beschleunigte Markteinführung von BZ-Autos trotz Verschiebung

Bisheriger Antriebsstrang der B-Klasse F-CELL (oben) im Vergleich zum aktuellen Entwicklungsstadium (unten). Quelle: Daimler

Nachdem bereits tagelang gemutmaßt wurde, dass bei Daimler eine erneute Verzögerung bei der Einführung von Brennstoffzellenautos gibt, ist es seit Montag offiziell: Die Kommerzialisierung von Wasserstofffahrzeugen soll nicht wie ursprünglich angekündigt 2014 erfolgen sondern 2017. Verpackt wurde diese Verschiebung in der Mitteilung, dass die Stuttgarter „eine strategische Kooperation mit Renault-Nissan und Ford“ eingehen, von der „mehr Schub für die Brennstoffzellentechnologie“ erwartet wird. Diese „Allianz zur gemeinsamen Entwicklung eines Brennstoffzellensystems“ soll nach Unternehmensangaben dazu führen, dass „eine beschleunigte Marktverfügbarkeit“ bei gleichzeitiger Senkung der Investitionskosten erreicht wird.

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Hyundai startet ix35-Produktion

Brennstoffzellenautos von Hyundai in Hamburg (Foto: Hyundai)

Während westliche Automobilkonzerne derzeit etwas zögerlich mit der Brennstoffzelle umgehen, machen die asiatischen Konkurrenten zunehmend Druck: Im Herbst 2012 verkündeten Toyota, Honda, Hyundai und Nissan den Start einer Zusammenarbeit speziell für diese Antriebstechnologie. Dafür unterzeichneten sie ein Memorandum of Understanding (MoU), in dem es sowohl um die Serienreife von BZ-Autos als auch die dafür benötigte H2-Infrastruktur geht. Als Testmarkt einigten sich die vier auf Dänemark, Island, Norwegen und Schweden, wo sie ohnehin bereits seit 2006 in der Scandinavian Hydrogen Highway Partnership (SHHP) zusammenarbeiten.

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Erfolgreiche European-Hydrogen-Road-Tour

Honda-Tankstelle in Swindon

Am 10. Oktober 2012 haben sieben wasserstoffbetriebene Brennstoffzellenautos die European Hydrogen Road Tour gemeistert. Als Meilenstein und Beweis der Serienreife feierten die vier beteiligten Automobilkonzerne diesen gelungenen Trip mit Start am 13. September in Hamburg zu Solvay nach Hannover sowie weiter gen Süden zur Klimamobility nach Bozen. Dann ging es mit Stopp bei der Pariser Motor Show nach Bristol sowie London und hoch nach Kopenhagen, wo die Abschlussveranstaltung stattfand.

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DWV favorisiert reinen Wasserstoff

Der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband (DWV) sieht Wasserstoff wieder im Aufwind. Die Energiewende sowie die mit dem Thema Wind-Wasserstoff verbundenen Potentiale hätten das Interesse an diesem Energiespeicher wieder geweckt, hieß es während der Jahrespressekonferenz am 14. Februar 2012 in Berlin. Vorstandsmitglied Dr. Ulrich Schmidtchen räumte zwar ein, dass es in den Jahren 2005/2006 ein „Tal der Tränen“ gegeben habe, aber nun gehe es kontinuierlich bergauf. Demgegenüber steht nach Meinung des DWV-Vorstands dem Batterieauto die Ernüchterungsphase noch bevor.

Wie während der Pressekonferenz deutlich wurde, favorisiert der Verband für Wasserstoff die Rolle des Stromspeichers. Die Einspeisung des Gases ins Erdgasnetz wurde als „zweitschlechteste Alternative“ bezeichnet. „Noch schlechter ist nur die vorherige Methanisierung“, erklärte Schmidtchen. Der aktuelle Vorstandsvorsitzende Dr. Johannes Töpler begründete diese Haltung mit den Wirkungsgradverlusten, die durch eine chemische Reaktion mit Kohlendioxid mit nachfolgender Verteilung über das Gasnetz entstünden. Zu bevorzugen sei die direkte Nutzung des reinen Wasserstoffs zur Strom- und Wärmeerzeugung beziehungsweise zum Einsatz in Brennstoffzellenautos oder in der chemischen Industrie.

Dieser Meinung ist auch Dr. Manfred Waidhas, der als Gastredner eingeladen worden war und über die Elektrolyseurtechnik im Hause Siemens berichtete: „Unsere Elektrolyseure können hinsichtlich ihrer Leistungsauslegung und ihres Betriebsverhaltens der Dynamik jedes Windparks oder Photovoltaik-Feldes folgen.“ Ein erster Demonstrator mit 100 kW soll noch Mitte dieses Jahres an einen Energieversorger ausgeliefert werden. Das Ziel von Siemens sei, etwa 2020 PEM-Elektrolyseure mit 100 MW und mehr für den Kraftwerksektor liefern zu können. Beim Thema Methanisierung gab er zu bedenken, dass für die Sabatier-Reaktion reines CO2 benötigt würde, das zum Teil – je nach Standort – teuer eingekauft werden müsste.

Außerdem stellte Reinhold Wurster der Presse das DWV-Sicherheitskompendium vor (s. HZwei-Heft Jan. 2012) und berichtete von Brandversuchen mit Wasserstoff und Erdgas, die der Automobilhersteller Hyundai im November 2010 durchgeführt hatte. Im Gespräch mit HZwei zeigte sich Wurster durchaus beeindruckt von den Aktivitäten der Süd-Koreaner und sagte, er rechne damit, dass Hyundai als erster Autobauer 1.000 BZ-Fahrzeuge auf die Straße bringen werde. Das könnte schon Ende 2012 der Fall sein.

Letzter Satz im 1. Absatz wurde am 16.02.2012 um 15:50 Uhr geändert. (sg)

Wasserstoff bewegt Skandinavien

Oslo hat am 21. November 2011 eine 700-bar-Wasserstofftankstelle bekommen. Wie bereits Anfang 2010 im Rahmen europäischer Förderprogramme angekündigt, wurde diese von H2Logic in der norwegischen Hauptstadt errichtete Station mit reger Beteiligung der Öffentlichkeit in Betrieb genommen. Es handelt sich hierbei um die insgesamt dritte Betankungsstation für Oslo, die bei der Forschungsorganisation SINTEF in Gaustad platziert ist. Wegen des hohen Drucks von 700 bar können dort Wasserstofffahrzeuge innerhalb von drei Minuten betankt werden. Der dafür benötigte Wasserstoff wird vor Ort nachhaltig per Elektrolyse erzeugt. Die Tankstelle ist Teil des europäischen Demonstrationsvorhabens H2Moves Scandinavia (s. HZwei-Heft Okt. 2010), das über ein Budget von 19,5 Mio. Euro verfügt und über das EU-Programm Fuel Cell and Hydrogen Joint Undertaking (JTI) gefördert wird. Das Ziel ist, sowohl die Betankungstechnik als auch die Fahrzeugtechnik der zwei SUV ix35 FCEV von Hyundai, der fünf Think city cars sowie der zehn F-Cell B-Klasse-Modelle von Daimler zu erproben. Dafür fand gleich fünf Tage nach der Einweihung ein spezieller Ride&Drive-Tag statt, an dem jeder Bürger mit einem gültigen Führerschein die Fahrzeuge testen konnte.