Wasserstoff-Einspeisung in Prenzlau gestartet

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Jörg Müller, Sönke Tangermann, Dr. Ralf Borschinsky (v.l., Foto: German Lewizki)

Kurz vorm Jahresende haben Enertrag und Greenpeace Energy verkündet, dass seit dem 12. Dezember 2014 Wasserstoff vom Hybridkraftwerk in Prenzlau in das regionale Gasnetz eingespeist wird. Der Wasserstoff wird vor Ort mit Hilfe von Windstrom aus einem uckermärkischen Windpark per Elektrolyse erzeugt und dem Erdgas des Netzbetreibers Ontras beigemischt (H2-Anteil: max. 2 Vol.-%). Das als proWindgas titulierte Gas kommt – zumindest ideell – den bisher rund 10.000 Kunden der Energie-Genossenschaft Greenpeace Energy zugute, die

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Enertrag soll Wind-Wasserstoff an Greenpeace Energy liefern

Nachdem erst am 7. Dezember 2011 das Bündnis für Wind-Wasserstoff „performing energy“ gegründet worden war, hat gestern der Koordinator dieser Plattform, die Enertrag AG, verkündet, es werde „zukünftig grünen Wasserstoff direkt in das deutsche Erdgasnetz einspeisen“, der dann über den Tarif proWindgas von Greenpeace Energy vertrieben werde. Enertrag selber spricht in diesem Zusammenhang von einem „Meilenstein für Power-to-Gas, die Einspeisung von Wasserstoff aus Windkraft in das Gasnetz.“

Enertrag-Vorstand Werner Diwald erklärte: „Mit der Einspeisung von Wasserstoff in das Gasnetz wird die zentrale Herausforderung der Speicherung erneuerbarer Energie angegangen und gleichzeitig der notwendige Netzausbau im elektrischen Bereich abgemildert. Power-to-Gas ist Voraussetzung für die Energiewende und ermöglicht deren Umsetzung.“

Konkret geht es darum, dass das brandenburgische Unternehmen aus Dauerthal am 17. Januar 2012 einen Vertrag mit dem in Hamburg ansässigen Unternehmen Greenpeace Energy e.G. unterzeichnete, demzufolge „im Jahr 2012 bis zu 400 MWh Wasserstoff“ geliefert werden sollen. Der dafür notwendige Netzanschluss zum Gasnetz befindet sich in Planung und soll noch in diesem Jahr in unmittelbarer Nähe zum Hybridkraftwerk realisiert werden. Weiter heißt es: „Ab dem kommenden Jahr sind 1,2 GWh vereinbart.“

Bündnis für Windwasserstoff – Taten sind gefordert

Am 7. Dezember 2011, sechs Wochen nach der Inbetriebnahme des Hybridkraftwerks in Prenzlau, ist der Startschuss für performing energy – das Bündnis für Windwasserstoff – gefallen. „performing energy“ steht für „Energie umwandeln/anpassen“ und beschreibt, dass Energie gemäß den eigenen Wünschen „performt“ werden kann. Der Weg führt dabei von der Sonne beziehungsweise vom Wind über die chemische Umwandlung zum Wasserstoff und bei Bedarf noch bis ins Erdgasnetz. Die Umsetzung dieses Gedankens in die Praxis soll mit Hilfe dieser aus insgesamt 14 Partnern bestehenden neuen Initiative erreicht werden.

Die aktive Arbeit dieser Initiative, die von den Ländern Brandenburg, Schleswig-Holstein und Hamburg unterstützt wird, läuft zunächst über den Plattformsprecher Werner Diwald sowie die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) laufen. Dr. Klaus Bonhoff, der NOW-Geschäftsführer erklärte dementsprechend, die Initiative bilde „die Basis für die gemeinsame Umsetzung von Projekten“, die im Einklang zwischen Industrie, Wissenschaft und Politik erfolgen sollen. Inhalt der Projekte wird die gesamte Wertschöpfungskette von Wind-Wasserstoff über Strom, Wärme und Mobilität sein.

Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, nahm die Gelegenheit wahr und fand in seiner Ansprache anlässlich der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung aller Partner ungewöhnlich deutliche Worte, um die gesamte Branche zu wesentlich mehr Engagement anzuspornen. Zunächst unterstrich er: „Es ist wichtig, erneuerbare Energien nicht nur zu fördern, sondern auch grundlastfähig zu machen.“ Dann sagte mit Nachdruck: „Wir müssen endlich sehen, dass das, was wir entwickeln, auch umgesetzt wird.“ […] „Wo es bisher gehapert hat, ist die Vermarktung.“ Dazu nannte er mehrere Beispiele aus der Vergangenheit, bei denen neue Technologien zwar in Deutschland entwickelt, aber letztlich nicht für den Markt erschlossen wurden. In Bezug auf die Wasserstofftechnik forderte er fast schon drohend: „Wenn hier keine Taten folgen, ist die Politik nicht bereit, in Zukunft noch Gelder bereit zu stellen.“