Zunehmendes Interesse an Elektrolyseuren

Das neu aufkeimende Interesse an Elektrolysesystemen zeigte sich auch auf dem Elektrolyse-Workshop, den die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) am 9. Mai 2011 in Berlin abhielt. Anlass war die Vorstellung der Ergebnisse einer Auftragsstudie („Stand und Entwicklungspotenzial der Wasserelektrolyse zur Herstellung von Wasserstoff aus regenerativen Energien“), die das Fraunhofer ISE im letzten Jahr in Zusammenarbeit mit FCBAT für das NOW erstellt hat. In ihr wurden der Stand der Technik, die Erfahrung bei der Kopplung der Wasserelektrolyse mit erneuerbaren Energien und die aktuellen Akteure in diesem Bereich beschrieben und bewertet. Außerdem wagt die Studie eine Prognose der Elektrolyseentwicklung bis ins Jahr 2030.

Das überaus rege Interesse an der Veranstaltung und dem Bericht belegt, dass ein enormer Bedarf an mehr Informationsaustausch besteht. Die Studie machte deutlich, dass in der konventionellen Elektrolyseurtechnik innerhalb der letzten Jahrzehnte kaum eine Weiterentwicklung stattgefunden hat. Dr. Tom Smolinka vom Fraunhofer ISE erklärte: „In Deutschland ist die Elektrolyseurentwicklung nahezu zum Erliegen gekommen.“ Nach seinen Schätzungen gibt es bei den Entwicklern weltweit nur 500 Arbeitsplätze im Bereich alkalischer und 200 bei PEM-Elektrolyseuren. Aufgrund der hohen Kosten verglichen mit anderen Wasserstoffherstellungsverfahren war kaum in diese Technik investiert worden. Die Europäische Union habe jedoch mittlerweile erkannt, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht, und über das JTI neue Ausschreibungen – auch für Hochtemperatursysteme – aufgesetzt. Smolinka empfahl daher eine „Reaktivierung der Forschungslandschaft.“

Über diesen Workshop wurde auch im Rahmen der diesjährigen DWV-Mitgliederversammlung am 19. Mai in Schwieberdingen lebhaft diskutiert. Verbandsvertreter signalisierten daher, sich diesem Thema zukünftig noch stärker widmen zu wollen.

Download der Workshop-Vorträge: www.now-gmbh.de