NewBusFuel – Wirtschaftliche Versorgung mit Wasserstoff

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H2-Tankstelle mit On-site-Elektrolyseur, © WSW, Hydrogenics

Der Einsatz von mit Wasserstoff betriebenen Brennstoffzellenbussen hat zahlreiche Vorteile gegenüber Dieselfahrzeugen, so dass er zu einer attraktiven Option für den öffentlichen Personennahverkehr wird. Zu den Vorteilen gehören die komplette Vermeidung von lokalen Schadstoffen, die höhere Flexibilität hinsichtlich des eingesetzten Primärenergieträgers und, je nach H2-Herkunft und möglicher Verwendung von erneuerbaren Energien, auch eine beträchtliche Reduktion der verursachten CO2-Emissionen.

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Große Nachfrage nach Brennstoffzellen-Bussen

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Kick-off in Köln, © HyCologne

Im Bussektor ist der Startschuss für die Vermarktung von Brennstoffzellenfahrzeugen gefallen. Nachdem bereits zahlreiche Demonstrationsprojekte erfolgreich absolviert wurden (s. HZwei-Hefte Jan. 2011, 2014, 2017) und Ende 2016 die CHIC-Konferenz in London stattgefunden hat, folgte im Januar 2017 der Start der europäischen Verbundprojekte JIVE (Joint Initiative for Hydrogen Vehicles across Europe) und MEHRLIN (Models for Economic Hydrogen Refuelling Infrastructure).

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H2-Meile ist Teil des grünen Korridors München-Modena

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Walter Huber

Deutschland steht bei der Weiterentwicklung der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnik nicht allein dar. Äußert aktiv ist beispielsweise seit dem Jahr 2006 die Region Südtirol. Im September 2009 (s. HZwei-Heft Jan. 2010) wurde in Bozen, Italien, der Grundstein gelegt für die landesweit erste Produktions- und Distributionsanlage von grünem Wasserstoff. Heute steht an der Autobahnausfahrt Bozen-Süd das europaweit größte Wasserstoffzentrum, das vom Institut für Innovative Technologien (IIT) und der Brennerautobahn A22 betrieben wird. HZwei interviewte dazu IIT-Präsident Walter Huber.

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Probefahrt mit einem Wasserstoff-Postauto

Christian Dorer am Steuer des BZ-Postautos, Foto: Annika Bütschi, Die Nordwestschweiz
Christian Dorer am Steuer des BZ-Postautos, Foto: Annika Bütschi, Die Nordwestschweiz

Christian Dorer, der Chefredakteur der az Aargauer Zeitung und Besitzer eines Busführerscheins, steuerte den Wasserstoffbus der PostAuto Schweiz AG von Brugg nach Habsburg und zurück. Er zögerte keine Sekunde, als das schweizerische Busunternehmen bei der Zeitungsredaktion wegen einer Testfahrt anfragte.

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CHIC – Neues groß angelegtes Brennstoffzellenbusprojekt

Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung durch Heinrich Klingenberg, hySOLUTIONS

Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung durch Heinrich Klingenberg, hySOLUTIONS„Wir bringen mit 26 Partnern 26 Brennstoffzellenbusse auf den Weg und werden mit 26 Millionen Euro gefördert.“ Mit diesen Worten startete die Koordinatorin Monika Kentzler das neue CHIC-Projekt. CHIC steht für Clean Hydrogen in European Cities und bezeichnet das europäische Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Busprojekt, das Ende 2010 auf den Weg gebracht wurde. Zu dem Kick-off-Meeting, das von der Stadt Köln in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Brennstoffzelle und Wasserstoff der Energieagentur NRW und HyCologne veranstaltet wurde, waren rund 60 Experten aus dem In- und Ausland erschienen.
Das neue H2BZ-Busprojekt verfügt über eine Laufzeit von sechs Jahren. In den fünf beteiligten Städten (Aargau/Schweiz, Bozen/Italien, London/Großbritannien, Mailand/Italien und Oslo/Norwegen) werden ab 2011 Schritt für Schritt insgesamt 26 Wasserstoff-Hybridbusse der neuesten Generation in Betrieb genommen und im Linienverkehr eingesetzt werden. Jede Stadt wird eine Busflotte aus drei bis acht Brennstoffzellenbussen betreiben (Aargau 5, Bozen 5, London 8, Mailand 3, Oslo 5). Die Fahrzeuge dafür kommen von Mercedes-Benz, Wright und Van Hool. Insgesamt sind 26 Projektpartner aus neun Ländern eingebunden, die sich aus Vertretern der Industrie, kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen zusammensetzen. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 81,8 Mio. Euro und werden mit 26 Mio. Euro von der Europäischen Union gefördert.
CHIC ist Teil der Europäischen Technologieinitiative (JTI) und baut auf den Erfolgen und Ergebnissen der Vorgängerprojekte CUTE/ECTOS (2001 bis 2005) und HyFLEET:CUTE (2006 bis 2009) auf. Anders als in diesen Programmen bindet CHIC jedoch von Anfang an auch die Erfahrungen anderer Wasserstoff-Busprojekte mit ein. Das erklärte Ziel ist, den Erfahrungsschatz aus allen Projekten frühzeitig zusammenzuführen und einen breiten Wissenstransfer sicherzustellen. Die auf diese Weise assoziierten Busprojekte erhalten allerdings keine Förderung aus dem CHIC-Topf. Um eine Differenzierung innerhalb des Projekts zu ermöglichen sowie eine klare Abgrenzung der geförderten von den assoziierten Teilen zu ermöglichen, wurde das CHIC-Projekt in drei Phasen unterteilt. Diese drei Phasen sind zeitlich gestaffelt und spannen den Bogen von den Aktivitäten aus der Vergangenheit über die Gegenwart bis in die Zukunft.
In die Phase 0 sind die bereits in den vergangenen Jahren gestarteten Projekte in Berlin, Hamburg, Köln und Whistler/Kanada eingeordnet. Die Erkenntnisse und Projektdaten aus diesen Flottenbetrieben mit insgesamt 37 Wasserstoffbussen (Brennstoffzellenantrieb und Verbrennungsmotoren) fließen in das CHIC-Projekt ein. Damit wird eine breitere Datenbasis für die Auswertung des CHIC-Projekts geschaffen, um somit das Erreichen der Projektziele von JTI und EU zu beschleunigen.
In Phase 1 kommen ab 2011 insgesamt 26 neue Brennstoffzellenbusse in den fünf genannten Städten zum Einsatz. Pro Standort werden dazu je zwei neue Wasserstofftankstellen installiert. Die Anforderungen an die Leistungsfähigkeit und den Verbrauch der Busse wurden gegenüber der vorherigen Fahrzeuggeneration deutlich erhöht. Die Lebensdauer für den Brennstoffzellenantrieb liegt jetzt bei mindestens 6.000 Stunden (in HyFLEET:CUTE waren es noch 2.000 Stunden). Der Durchschnittsverbrauch der Busse soll auf unter 13 Kilogramm pro 100 Kilometer sinken (in HyFLEET:CUTE waren es noch über 20 kg/100 km). Auch bei der im Projekt aufzubauenden H2-Infrastruktur wurde die Meßlatte deutlich angehoben. Jede Tankstelle, die im Rahmen des Projektes neu installiert wird, soll in der Lage sein, pro Tag 200 Kilogramm Wasserstoff abzugeben. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist, dass die neuen Tankstellen in der Betriebszeit der Busse zu 98 % verfügbar sein sollen. Darüber hinaus ist man bestrebt, den größten Teil des im Projekt verwendeten Wasserstoffs aus erneuerbaren Energien zu erzeugen.
In Phase 2, die ab 2012 beginnt, sollen weitere 14 europäische Städte und Regionen Teil des CHIC-Projekts werden. Diese Städte und Regionen erhalten ab sofort Informationen aus dem laufenden Vorhaben. Damit sollen diese Partner, die noch über keinerlei Erfahrungen mit wasserstoffbetriebenen Bussen verfügen, frühzeitig in die Lage versetzt werden, Brennstoffzellenbusse und die dafür notwendige H2-Infrstruktur in ihre zukünftigen Busflotten zu integrieren. Bei diesem Vorhaben werden die beteiligten Städte und Regionen durch die auf europäischer Ebene agierende Städte- und Regionen-Partnerschaft HyRAMP begleitet.
Phasen- und projektübergreifend werden verschiedene wissenschaftliche Fragestellungen zu den Themenbereichen Umweltschutz, Wirtschaftlichkeit und Gesellschaft untersucht und in entsprechenden Studien ausgewertet. Im Mittelpunkt stehen dabei die Akzeptanz der H2BZ-Technologie in den Kommunen sowie die Einbindung von erneuerbaren Energien in die Wasserstofferzeugung.

Autorin: Alexandra Huss, akombe
Foto: M. Corneille