Cottbus erhält Wasserstoff-Zentrum

Am 16. September 2010 ist an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) der Grundstein für ein Wasserstoff-Forschungszentrum gelegt worden. Bis Mitte 2011 soll dort ein zweieinhalbgeschossiges, rund 250 m2 großes Gebäude entstehen, in dem dann ein Versuchsstand für Wasserstoff installiert wird. Unter anderem soll ein Druckelektrolyseur im Maßstab einer kleinen Industrieanlage errichtet werden. Anlässlich des gleichzeitig stattfindenden 12. Brandenburger Energietages stiftete Total Deutschland der BTU Cottbus zwei Brennstoffzellen und einen LPG-Reformer. Die Gesamtinstallation soll dem Wissenschaftler-Team des Lehrstuhls Kraftwerkstechnik um Prof. Dr. Hans Joachim Krautz dazu dienen, den Umgang mit Wasserstoff als Speicher für fluktuierende Windenergie zu untersuchen. Mit Blick auf die enge Kooperation mit dem Wind-Wasserstoff-Hybridkraftwerk in Prenzlau sagte Krautz: „Deutschlandweit sind wir hier in Brandenburg mit unseren umfassenden Forschungszielstellungen Vorreiter.“ BTU-Präsident Prof. Dr. Walther Ch. Zimmerli sagte: „Mit diesem Zentrum haben wir Rahmenbedingungen, um Spitzenforschung auf höchstem Niveau zu betreiben. Damit besteht auch für das Land Brandenburg die Möglichkeit, die wesentlichen Bausteine der anstehenden Energiewende wissenschaftlich auf höchstem Niveau zu begleiten.“

Diversifikation

Der Entwicklungstrend in Richtung von mehr dezentralen Stromerzeugungssystemen, weg von den zentralen Großkraftwerken, ist nicht mehr zu stoppen. Das haben selbst die vier großen Energieversorger eingesehen. Die Verlängerung der Laufzeit von Atomkraftwerken schiebt diese Entwicklung zwar noch etwas auf, aber umkehren können die Lobbyisten diesen Trend damit trotzdem nicht.

Dies bestätigte auch Martin Pokojski, Innovationsmanager der neu gegründeten Vattenfall Europe Innovation GmbH. Während einer Podiumsdiskussion beim 8. Riesaer BZ-Workshop räumte er ein, dass sich die großen Konzerne bereits auf kleiner werdende Marktanteile einrichten. Auch Dr. Christopher Hebling vom Fraunhofer ISE sprach während der Clean Tech World am 16. September 2010 in Berlin über die fortschreitende „Transformation der Energiesysteme von zentralen Kraftwerken zu dezentralen Erneuerbare-Energien-Systemen“.

Es geht dabei nicht nur um mehr kleine Generatoren, sondern auch um immer unterschiedlichere Aggregate: Gab es bisher zur Stromerzeugung (fast) nur Kohle-, Gas-, Kernenergie- sowie Wind- und Wasserkraftwerke, so werden in Zukunft sehr viel mehr verschiedene Systeme in das öffentliche Netz einspeisen. Damit ist nicht nur die endlich erwachsen gewordene Solarenergie gemeint. Es geht ebenso um die vielen verschiedenen Arten der Blockheizkraftwerke: vom Stirlingmotor über den Rapsölbrenner bis hin zum Geothermiekraftwerk und dem Brennstoffzellensystem.

Der Trend zur Diversifikation ist unaufhaltbar. Das haben auch die Energieversorger eingesehen und halten deswegen nach neuen Perspektiven Ausschau. Nicht ohne Grund kursieren seit neustem Begriffe wie „smart metering“, „vehicle to grid“ und „innovative Ladeinfrastruktur“ durch die Energiebranche, denn über die Elektromobilität wollen die Stromversorger endlich in den Mobilitätssektor vorstoßen. Indem sie die Fahrzeuge mit der Hausenergieversorgung vernetzen, können sie für sich einen neuen Markt erschließen und gleichzeitig die Lastmanagementprobleme in den Griff bekommen.

Das jüngste Beispiel dafür ist die Kooperation der Westfalen AG mit RWE: 40 Mineralöltankstellen zwischen Bonn und Münster sollen mit einer Ladesäule für E-Autos ausgestattet werden. Damit dringt der Essener Energieversorger in die ureigensten Regionen der Ölkonzerne vor, während die Westfalen AG auf Mitnahmeeffekte im Shop-Geschäft spekuliert.

Wozu denn dieser Aufwand? fragt man sich da. Es ist doch viel einfacher, zu Hause das irgendwann mal erhältliche Elektroauto mit Sonnenstrom aus der eigenen Photovoltaikanlage aufzuladen. Das ist dann wirklich dezentral.

Sven Geitmann baut News-Angebot aus und startet Blog

Seit nunmehr fünf Jahren bietet die Zeitschrift HZwei, das Magazin für Wasserstoff, Brennstoffzellen und Elektromobilität, ein umfangreiches Informationsangebot an: Viermal im Jahr erscheint die Print-Ausgabe der Zeitschrift, zusätzlich gibt es die bereits erschienenen Ausgaben online als digitalen Download. Ergänzend wurden einige Meldungen stets online im News-Bereich der Homepage www.hzwei.info zur Lektüre angeboten. Dieser Service wird jetzt mit dem HZwei-Blog ausgeweitet.

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N2telligence präsentiert BZ-Brandschutz-System QuattroGeneration

Vier auf einen Streich – Gemäß diesem Motto haben Andreas Exler und Lars Frahm von der N2telligence GmbH ihr neues Produkt benannt: QuattroGeneration. Am 29. Juli 2010 präsentierten die beiden Hamburger ihr neuartiges Energie- und Brandschutzsystem erstmalig im Technologie- und Gewerbezentrum in Wismar der Öffentlichkeit.
Das QuattroGeneration kombiniert vier Eigenschaften in einem Gerät: Erstens produziert die Brennstoffzelle sauber und effizient Strom, der wahlweise direkt genutzt oder ins Netz eingespeist und über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) oder das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz vergütet werden kann. Zweitens kann die Wärme, die innerhalb des BZ-Systems anfällt, zur Warmwasseraufbereitung genutzt werden. Drittens ist zusätzliche Auskoppelung von Kälte und somit der Betrieb einer Klimaanlage möglich. Und viertens kann in einem zu schützenden Bereich der Sauerstoffgehalt der Luft reduziert werden.

Das Besondere an diesem System ist dieser vierte und letzte Punkt: der präventive Brandschutz. Hierbei geht es um die Schaffung einer sauerstoffarmen Atmosphäre, in der aufgrund des herrschenden O2-Mangels kein Feuer entstehen kann. Eine mit Erdgas betriebene Brennstoffzelle entzieht dafür dem zu schützenden Raum Luft, nutzt den darin enthaltenen Sauerstoff zur Strom- und Wärmeerzeugung und lässt die stickstoffhaltige Abluft in diesem Raum wieder frei. Auf diese Weise kann der dortige O2-Gehalt selbst bei Undichtigkeiten des Raums oder bei Türöffnungen gezielt auf einem Niveau gehalten werden, so dass sich darin zwar noch Menschen aufhalten können, ein Feuer sich aber nicht entwickeln kann. Die gleichzeitig produzierte elektrische Energie kann ins öffentliche Stromnetz eingespeist und gemäß KWK-Gesetz oder bei Biogasnutzung gemäß EEG vergütet werden, so dass zumindest ein Teil des in den Brandschutz investierten Geldes wieder zurückfließt.

Mögliche Einsatzgebiete dieses Verfahrens sind Gebäude, in denen hochwertige Einrichtungen stehen (z.B. Server in Rechenzentren) oder unwiederbringliche Güter (z.B. Kunstobjekte) beziehungsweise Gefahrstoffe lagern. Konventioneller Brandschutz mit Löschmitteln kommt hier meist nicht in Frage, da Wasser oder Löschschaum ihrerseits Schäden anrichten können und ein Brand deswegen von vornherein unterbunden werden soll.

Die beiden Norddeutschen präsentierten dieses Verfahren erstmals auf der CeBIT 2007 nur ein Jahr nach der Unternehmensgründung (s. HZwei Apr. 2007). Seitdem arbeiteten sie an der Umsetzung ihrer Idee. Nach zwischenzeitlichen Unwegbarkeiten landeten die beiden Wirtschaftsingenieure im Januar 2010 in Wismar, wo sie im Technologiezentrum Mecklenburg-Vorpommern optimale Voraussetzungen zur Firmenniederlassung vorfanden. Mithilfe der finanziellen Unterstützung eines Investors installierten sie dort umgehend eine Referenzanlage, die seit diesem Sommer zwei Gebäude des Technologie- und Gewerbezentrums mit Strom und Wärme versorgt und gleichzeitig ihre eigene Testhalle kontinuierlich vor Brand schützt. Bei der Wahl der Brennstoffzelle entschied sich das N2telligence-Team für ein Modell von Fuji Electric Systems, weil dies ihrer Meinung nach „das weltweit beste auf dem Markt erhältliche System ist“, das außerdem speziell für die hier vorliegenden Anforderungen modifiziert wurde.

Lars Frahm zeigt sich sichtlich erleichtert als er erzählt: „Die Betriebsergebnisse haben alle unsere Erwartungen weit übertroffen.“ Frahm erklärt weiter: „Potentielle Kunden wollten bisher immer zunächst mal ein Referenzobjekt sehen, bevor sie in diese neue Technik investierten. Hier vor Ort können wir ihnen das jetzt endlich demonstrieren, wie gut das funktioniert. Erste Gespräche mit potentiellen Kunden laufen bereits.“

Vom 05. bis 08. Oktober 2010 findet die weltweit größte Sicherheitsmesse SECURITY in Essen statt, auf der N2telligence das neue System in einer großen Brandschutzhalle präsentieren werden.

www.n2telligence.com

Brennstoffzellen-Heizgeräte benötigen mehr Förderung

Bereits zum achten Mal hat am 1. September 2010 der Riesaer Brennstoffzellen Workshop stattgefunden. Thematisch ging es in der eintägigen Veranstaltung um stationäre Brennstoffzellen auf ihrem Weg vom Labor in die Praxis. Eingeladen hatte die DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH.

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HyPort nimmt Fahrt auf

„Ich weiß nicht, die wievielte Auftaktveranstaltung dies schon ist, aber jetzt geht es richtig los.“ Mit diesen Worten begrüßte Stephan Möller, Geschäftsführer der Schweriner HIAT gGmbH, am 4. August 2010 die Anwesenden auf dem Salon-Dampfschiff Europa, der von Waren aus gerade zu einer kleinen Besichtigungstour über die Müritz gestartet war. Mit an Bord war auch der Verkehrsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Volker Schlotmann, der kurz vorher noch mit dem wasserstoffbetriebenen HydroGen4 von General Motors eine Proberunde gedreht hatte.

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Bloom Box bei eBay, FedEx, Google und Walmart im Test

Monatelang hüllte sich Bloom Energy in Schweigen. Auf der Homepage war lediglich ein Werbe-Trailer ohne konkrete Inhalte zu sehen. Klar war nur, bei dem Start-up aus Kalifornien geht es um saubere Energie, wahrscheinlich um keramische Brennstoffzellen. Am 22. Februar 2010 lüftete der Geschäftsführer Dr. KR Sridhar das Geheimnis: Bloom Energy arbeitet seit mittlerweile neun Jahren an Hochtemperatur-Brennstoffzellen und hat bereits erste Systeme bei großen US-amerikanischen Firmen im Feldtest.

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CellEra plant platinfreie Brennstoffzelle

Ein neuer Brennstoffzellentyp könnte der Kommerzialisierung von Brennstoffzellen zu neuem Schwung verhelfen. Wie die BrainsToVentures AG am 29. Januar 2010 verkündete, hat CellEra Technologies, ansässig in Caesarea, Israel, den ersten Prototyp einer platinfreien Brennstoffzelle (Platinum-Free Membrane Fuel Cell = PFM-FC) entwickelt, der innerhalb von zwei Jahren reif für die Massenfertigung sein soll. Es handelt sich hierbei um eine alkalische Brennstoffzelle, die anstelle eines flüssigen Elektrolyten über eine Membran verfügt, die für den OH–Ionentransport verantwortlich ist.

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Mercedes mit Wasserstoff-Motor

Jetzt hat auch Mercedes seine Limousine mit Wasserstoffverbrennungsmotor: den HyCar 1. Wissenschaftler von der Forschungsgesellschaft für Verbrennungskraftmaschinen und Thermodynamik (FVT) und dem Hydrogen Center Austria (HyCentA) präsentierten im November 2009 an der TU Graz ein serienmäßiges E-Klasse-Modell, das sie in einem Eigenforschungsprojekt für den Antrieb mit Wasserstoff adaptiert hatten.

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