Wasserstoff wird zum Game-Changer

Klares Resümee des diesjährigen Fachkongresses Gas des Handelsblatts: Wasserstoff wird zur neuen Commodity, also zu einem handelbaren Rohstoff. Grüner Wasserstoff dürfte in zehn Jahren konkurrenzfähig sein, könnte also preislich sowie mengenmäßig konkurrenzfähig sein – günstiger als Erdgas, aber CO2-frei. Bis dahin sollte dafür gesorgt werden, dass ausreichende Transportkapazitäten geschaffen werden, sei es durch komplett neue Gaspipelines oder via Umbau bestehender Gasnetze. Auch gesetzliche Rahmenbedingungen sind notwendig, sollten sich aber an den Bedürfnissen der Marktteilnehmer ausrichten und nicht ideologisch-bürokratisch sein. Bei all dem muss es eine neue Dynamik geben, die die Verfügbarkeit von Wasserstoff im Markt fördert und für Liquidität im Handel sorgt.

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Verkehrsminister Scheuer erntet harsche Kritik für Vorgehensweise bei DZM und ITZ

Scheuer
Steht am Ende seiner Amtszeit erneut unter Druck: Andreas Scheuer

Statt nur eines H2-Zentrums wird es zukünftig vier Innovations- und Technologiezentren Wasserstofftechnologie (ITZ) geben. Dies hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) Ende September 2021 bekanntgegeben. Aus den insgesamt 15 Bewerbern waren zunächst im April 2021 drei Finalisten ausgewählt worden (s. HZwei-Heft Apr. 2021): Chemnitz, Duisburg und Pfeffenhausen. Zudem war für die Region Bremen-Stade-Hamburg eine Sonderregelung erdacht worden, um auch deren vielversprechenden Ansatz fördern zu können. Anhand von eigens erstellten Machbarkeitsstudien waren daraufhin die jeweiligen Potentiale abgeschätzt worden, woraufhin sich die Juroren für eine 3+1-Strategie entschieden. Die insgesamt vier Standorte werden zukünftig unter dem Dach des Deutschen Zentrums Mobilität der Zukunft (DZM) angesiedelt sein. Über die Höhe der bislang zugesagten finanziellen Mittel für die ITZ-Standorte gibt es allerdings noch Unstimmigkeiten, ebenso wie über die Zukunft des DZM.

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Writers for Future fordern mehr Engagement von Deutschland

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Das reicht nicht! Dieses knappe Fazit ziehen die Writers for Future aus den Ergebnissen des Klimagipfels COP26 in Glasgow und fordern deutlich mehr Anstrengungen von Deutschland ein. Wenn die Europäische Union und auch die kommende Bundesregierung tatsächlich etwas für Klimaschutz und Generationengerechtigkeit tun wollten, seien sehr viel weitreichendere Ziele erforderlich als das, worauf sich die knapp 200 Staaten in Schottland geeinigt hätten.

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Hyzon – Auffällig hohe Umsätze bei steigenden Notierungen

Die Aktie von Hyzon Motors kam massiv unter Druck, nachdem die Firma Blue Orca Vorwürfe aufgeworfen hatte. Der Kurs ging schnell von über 10 bis auf 5 US-$ runter. Aktuell liegt er wieder bei 8 US-$. Wollte man da einen guten Einstiegskurs schaffen oder via Short-Sales (Leerverkäufe) den Kurs drücken? Das wird man nie erfahren und auch diverse Sammelklagen werfen Fragen auf. Aber das Geschäftsmodell überzeugt: Hyzon baut Nutzfahrzeuge (Lkw), die mit Wasserstoff fahren. Das entsprechende Know-how hat das Unternehmen über 20 Jahren angesammelt – auch beim H2-Management (H2-Tanks). Das Design der Lkw wird zugekauft.

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Ballard Power – der Durchbruch kommt

Die Zahlen für das dritte Quartal mögen enttäuscht haben (höherer Verlust als erwartet, geringere Gewinnmarge; Details im nächsten HZwei-Magazin), wichtiger ist indes der Ausblick und die Perspektive. Ballard arbeitet an einer Reihe strategischer Partnerschaften wie jüngst mit dem französischen Spezialbatteriehersteller Forsee Power, wo Ballard auch Aktionär wird und bis zu 40 Mio. Euro investieren will. Gemeinsam entwickelt beide Unternehmen Kombinationsmodelle für Brennstoffzellen und Batterien in Nutzfahrzeugen.

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Nikola Motors – Vergleich mit der SEC

Mit über 44 Mio. gehandelter Aktien ging es am 4. November 2021 rasant im Kurs nach oben. Am Ende des Tages gab es dann ein Plus von über 21 %. Am Freitag dann via Gewinnmitnahmen wieder runter. Nikola konnte besser als erwartete Zahlen liefern (3. Quartal), wobei diese meines Erachtens noch irrelevant sind, da sich das Unternehmen ja im Aufbau befindet und den BP umsetzt. Gut ist indes die Meldung, dass man sich mit der Börsenaufsicht SEC verglichen habe: 125 Mio. US-$ wird Nikola für das Fehlverhalten des Gründers und ehemaligen CEO Trevor Milton zahlen.

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Bloom Energy – Der Ausblick zählt

Hatten sich die Shortseller schon gefreut, dass Bloom Energy schlechte Zahlen für das dritte Quartal bekanntgeben wird (über 18,5 Mio. Aktien wurden leer verkauft – letzter Stand, 30.10.21), so hat die Börse diese zwar wahrgenommen, aber dem sehr guten Ausblick des Unternehmens dann doch den Vorzug gegeben: Die Aktie notiert nach kurzfristiger Schwäche wieder fest und mit sehr hohen Umsätzen.

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Helgoländer Visionen

Grüner Wasserstoff aus Offshore-Wind-Elektrolyse

Forschungsplattform
Forschungsplattform, © AquaVentus Förderverein

Helgoland könnte künftig zum neuen Dreh- und Angelpunkt für Offshore-Wasserstoff aus der Nordsee werden. Die Hochseeinsel liegt strategisch günstig zentral in der deutschen Bucht, hat eine gute Hafeninfrastruktur und besitzt damit die geeigneten Voraussetzungen für einen geplanten H2-Hub samt LOHC-Lieferkette. Im Rahmen der Projektfamilie AquaVentus soll die gesamte H2-Wertschöpfungskette inklusive des Transports zum Festland abgedeckt werden.

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Europa hat die Weichen für die H2-Wirtschaft gestellt

Gastbeitrag von Jorgo Chatzimarkakis, CEO von Hydrogen Europe

Unterzeichnung
Chatzimarkakis (l.) und Hoyer, © EIB

Im Januar 2020 veröffentlichte der Vorstand von Hydrogen Europe ein visionäres Papier, das den Weg zum Hochlauf einer Wasserstoffwirtschaft mit zweimal 40 GW Elektrolysekapazität in Europa und der Nachbarschaft aufzeigte. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht absehbar, welch bahnbrechenden Charakter dieses Positionspapier haben würde. Denn nur wenige Wochen später brach eine weltweite Pandemie aus, die eine massive Wirkung auf die globale Wirtschaft und Politik entfalten sollte. Insbesondere im Bereich der Energienachfrage konnte ein erheblicher Rückgang verzeichnet werden, es gab massive Einbrüche im Bereich von Kohle, Rohöl und auch Erdgas. Der einzige Bereich, der sich positiv – wenn auch auf niedrigem Niveau – entwickelte, war der Erneuerbare-Energien-Sektor. Damals war kaum abschätzbar, wie sehr sich die Pandemie auf die weitere ökonomische Entwicklung auswirken würde. Die jetzt eingetretene Krise hatte das Potenzial, den anspruchsvollen europäischen Green Deal, die europäische Antwort auf den Klimawandel und die Herausforderung der Pariser Klimaziele aus den Angeln zu heben.

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Professionelles Fahren – mit Wasserstoff

Portrait Kurt-Christoph von Knobelsdorff

Die Debatte über den zukünftigen Einsatz von Wasserstoff ist in vollem Gange. Derzeit prallen viele unterschiedliche Meinungen aufeinander, schließlich geht es in der Energiewirtschaft auch darum, die Machtverhältnisse neu zu sortieren. Mitunter ist es allerdings fast schon erschreckend zu beobachten, welch heftige Gefechte, insbesondere in den sozialen Medien, sich da geliefert werden.

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