Wasserstoff in den nordischen Ländern

Wasserstoffbetriebener, klimaneutraler Schüttgutfrachter
Illustration von den Partnerunternehmen

Trotz ihrer sehr unterschiedlichen Sektorausrichtungen und geografischen Voraussetzungen haben die nordischen Länder auch viele Gemeinsamkeiten. Sie sind zum Beispiel Sozialstaaten mit flexiblen Arbeitsmärkten, einer traditionell umweltfreundlichen Politik und äußerst anpassungsfähigen Energiesektoren. 

Da die nordischen Staaten relativ kleine und dabei offene und exponierte Wirtschaften mit begrenzten Binnenmärkten haben, sind sie stark vom Export abhängig. Das ist einer der Hauptgründe, warum diese Länder energieeffiziente und flexible Industrien sowie anpassungsfähige Energiesektoren entwickelt haben, um das Risiko schwankender Energiepreise zu minimieren. Eine traditionell umweltfreundliche Politik sowie die Notwendigkeit, die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaftssektoren aufrechtzuerhalten, haben aus den skandinavischen Ländern Pioniere für erneuerbare Energie gemacht. 

Aufgrund ihres breiten Zugangs zu riesigen Waldbeständen ist Bioenergie in Ländern wie Schweden und Finnland seit Jahrzehnten weit verbreitet. Dänemark blickt auf eine lange Tradition mit Bioenergie aus landwirtschaftlichen Abfallprodukten zurück. Das Land ist zudem für seine führende Rolle in der Windenergie bekannt. Norwegen und Island produzieren bereits seit Jahrzehnten einen Großteil ihres Stroms aus Wasserkraft. In Island spielt auch Erdwärme, für die enormes Nutzungspotenzial besteht, eine bedeutende Rolle. 

Da die nordischen Länder seit langer Zeit auf Umweltschutz und erneuerbare Energie setzen, sind sie perfekt aufgestellt, um Wasserstoff in ihren Energiemix aufzunehmen und fossile Brennstoffe in Industrien, Transport, Wohnungsbau und Stromerzeugung zu ersetzen. Wasserstoff kann als Energiespeicher die schwankende Energieproduktion aus Quellen wie Wind, Sonne und Wasser gut ausgleichen. Zudem eignet er sich optimal dazu, fossile Brennstoffe in industriellen Prozessen wie Stahlbau oder Zementproduktion zu ersetzen. 

Schweden als große Stahlnation im Norden hat mit seinem nationalen HYBRIT-Projekt bereits bewiesen, dass die Nutzung fossiler Brennstoffe im Stahlbau um 99 Prozent reduziert werden kann. Der Autobauer Volvo hat kürzlich bekannt gegeben, dass er zusammen mit dem schwedischen Stahlbauer SSAB noch dieses Jahr Fahrzeuge aus kohlenstoffarmem Stahl, der mit der HYBRIT-Methode produziert wurde, herstellen möchte. 

…Lesen Sie mehr in der aktuellen Ausgabe des HZwei

Autor: Michael Jensen, Kopenhagen

HOC

1 Gedanke zu „Wasserstoff in den nordischen Ländern“

  1. Zitat:
    „Eine traditionell umweltfreundliche Politik sowie die Notwendigkeit, die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaftssektoren aufrechtzuerhalten, haben aus den skandinavischen Ländern Pioniere für erneuerbare Energie gemacht.“
    Wow – ich habe glatt gedacht, das liegt an den regional vorhandenen Ressourcen, die man sinnvollerweise verstärkt nutzt? Oder liegt es evtl. auch an wirtschaftlichen Interessen, dass man in Norwegen viel sauberen Wasserstrom herstellt und fossiles Erdgas an andere Länder verkauft?
    Aber so liest sich das natürlich viel fachlicher.
    😉

    Dass Wasserstoff allerdings „schwankende Energieproduktion aus Quellen wie … Wasser gut ausgleichen“ kann /bzw. soll – das halte ich dann doch für ein wenig zu weit hergeholt.
    Auch wenn wir hier im H2-Blog lesen.
    Im Gegenteil gleicht die recht konstant verfügbare Wasserkraft ohne großen Aufwand sogar international bspw. volatilen Windstrom aus. „NordLink“ oder „NorNed“ sind einfach nachzuvollziehende Beispiele.
    Wasserstoff braucht es dazu allerdings nicht.
    Dieser braucht aber für seine saubere Produktion viel sauberen Strom, den man erst einmal ausreichend produzieren muss …

    Antworten

Kommentar verfassen