Bloom Energy – Der Ausblick zählt

Hatten sich die Shortseller schon gefreut, dass Bloom Energy schlechte Zahlen für das dritte Quartal bekanntgeben wird (über 18,5 Mio. Aktien wurden leer verkauft – letzter Stand, 30.10.21), so hat die Börse diese zwar wahrgenommen, aber dem sehr guten Ausblick des Unternehmens dann doch den Vorzug gegeben: Die Aktie notiert nach kurzfristiger Schwäche wieder fest und mit sehr hohen Umsätzen.

Der Verlustausweis war bei Bloom höher als erwartet. Der Umsatz entsprach auch nicht dem erwarteten: 207,2 Mio. US-% (+ 11,4 % gegenüber 3/20) und ein Verlust non-GAAP-Verlust in Höhe von 22,9 Mio. US-$. 20 Mio. US-$ Umsatz sind indes vom dritten in das vierte Quartal aufgrund von Verzögerungen übertragen worden. Aber die Acceptances stiegen auf ein Rekordniveau von 353 Mio. US-$ und bilden eine Basis für zukünftige Aufträge/Umsätze. Soweit das Zahlenwerk.

Nun zum Ausblick: Von SK ecoplant kommen im laufenden vierten Quartal 255 Mio. US-$ als erste Tranche auf das Konto von Bloom. SK will sich ja bis zu 15 Prozent am Grundkapital von Bloom beteiligen. Der Auftrag über ein Energievolumen in Höhe von 500 MW hat das Potential, noch wesentlich größer auszufallen (hierbei geht es um Hard-und Software wie auch Serviceleistungen im Wert von 4,5 Mrd. US-$). Zudem könnte dies nur der Einstieg sein, denn Südkorea plant, bis zum Jahr 2040 über 15 GW an Wasserstofftechnik auf den Weg zu bringen. 6.2 Mio. Fahrzeuge sollen dann dort mit Wasserstoff betrieben werden sowie 1.200 H2-Tankstellen.

In den USA soll grüner Wasserstoff subventioniert werden, um den Hochlauf zu beflügeln. Erdgas wird mit 3 US-$ pro kg staatlich subventioniert, um grünen Wasserstoff günstiger zu machen und die Wasserstoffwirtschaft anzutreiben, so die Planung der Regierung Biden. Last but not least werden die Kapazitäten für die Produktion von Elektrolyseuren und den 7.5-Energieservern massiv ausgebaut.

HOW

Fazit: Bloom ist auf sehr gutem Wege und bereits heute der Frontrunner der ganzen Industrie. Man arbeitet zudem am Aufbau von Forschungszentren in den USA sowie Südkorea, um den Einsatz der firmeneigenen SOFC-Elektrolyseure in ein neues Geschäftsmodell zu überführen, dezentral Wasserstoff vor Ort beim Kunden (Industrie u.a.) zu produzieren. Auch Biogas wird da – so meine Einschätzung – eine wichtige Rolle spielen. Wer hier Zeit hat, wird meines Erachtens gutes Geld verdienen. Mehr im nächsten HZwei-Heft.

Risikohinweis

Jeder Anleger muss sich immer seiner eigenen Risikoeinschätzung bei der Anlage in Aktien bewusst sein und auch eine sinnvolle Risikostreuung bedenken. Die hier genannten BZ-Unternehmen bzw. Aktien sind aus dem Bereich der Small- und Mid-Caps, d. h., es handelt sich nicht um Standardwerte, und ihre Volatilität ist auch wesentlich höher. Es handelt sich bei diesem Bericht nicht um Kaufempfehlungen – ohne Obligo. Alle Angaben beruhen auf öffentlich zugänglichen Quellen und stellen, was die Einschätzung angeht, ausschließlich die persönliche Meinung des Autors dar, der seinen Fokus auf eine mittel- und langfristige Bewertung und nicht auf einen kurzfristigen Gewinn legt. Der Autor kann im Besitz der hier vorgestellten Aktien sein.

Autor: Sven Jösting, verfasst am 5. November 2021

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