Writers4Future fordern fossilfreie Medien

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Anlässlich der zahlreichen Klima-Demos, die am 24. September 2021 in mehr als 400 deutschen Städten stattfinden, und mit Blick auf die Bundestagswahlen am 26. September haben sich zahlreiche For-Future-Gruppierungen für eine deutliche Wende in der Energie- und Wirtschaftspolitik ausgesprochen. Die Writers4Future (w4f), ein Zusammenschluss von AutorInnen, SchriftstellerInnen und Medientreibenden, engagieren sich für eine drastische Reduzierung der CO2-Emissionen und des Energieverbrauchs bei der Herstellung von Medienerzeugnissen und rufen zu einer sozial-ökologischen Transformation im Verlagswesen auf.

Die Fridays-for-Future-Bewegung hat deutlich gemacht, dass es kein „Weiter so“ in der Politik geben darf, sondern dass die anstehende Bundestagswahl auch eine Klimawahl ist. Die Chancen der vergangenen Jahre wurden leichtfertig vertan, so dass jetzt gravierende Einschnitte in Industrie und Wirtschaft erforderlich sind. Die Writers4Future stellen sich in diesem Sinne hinter die vielen Kinder und Jugendlichen, die sich für mehr Generationengerechtigkeit einsetzen.

Die Buch-, Zeitungs- und Zeitschriftenbranche ist ein sehr energie- und CO2-intensiver Industriezweig. Bislang gibt es noch viel zu wenige Verlage und Medienhäuser, die wirklich nachhaltig produzieren. Noch viel zu selten wird auf ökologische Druckfarben gesetzt und Papier verwendet, das mit dem Blauen Engel zertifiziert ist bzw. ressourcenschonend aus Altpapier hergestellt wird. Noch seltener wird nach den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft produziert. Häufig wird jedoch auf zweifelhafte Öko-Standards zurückgegriffen, die nicht wirklich umweltschonend sind und immer noch einen erheblichen negativen Einfluss auf den Energie- und Wasserverbrauch haben – bei gleichzeitig viel zu hohen CO2-Werten.

Buchverlage und Medienhäuser verbrauchen außerdem für ihre digitalen Inhalte viel Energie, kümmern sich aber bislang viel zu wenig um den mitunter sehr hohen Stromverbrauch ihrer Server. Dabei ist die Nutzung des derzeitigen Strommixes mit einem hohen CO2-Ausstoß verbunden.

HOC

Hier sehen w4f die Verlage und Medienhäuser in der Pflicht, sich um treibhausgasfreie Alternativen zu kümmern und diese auszuweisen – sowohl im Papier- als auch im Online-Sektor. Anne Weiss von Writers4Future erklärte: „Es ist wichtig, dass alle großen Buchverlage und Medienhäuser sich zusammenschließen, um das Paris-Ziel zu erreichen.“ Weiter sagte sie: „Wir brauchen eine starke Nachhaltigkeitsinitiative, in der die gesamte Wertschöpfungskette ökologisch durchdekliniert wird: von der Produktion mit Druck und Herstellung bis zu Transport, Verpackung und Recycling.“

Auch immer kürzere Produktionszyklen sowie die Ausrichtung der Publikumsverlage auf stetes Wachstum schaden eher der Qualität der Publikationen und der Umwelt, als dass sie tatsächliche Vorteile für die Lesenden bewirken. Die w4f-Initiative weist zudem darauf hin, dass eine massenhafte Überproduktion von Printerzeugnissen aufgrund der damit verbundenen Ressourcenverknappungen, des Energieverbrauchs und der Umweltbelastungen schädlich ist und demzufolge vermieden werden sollte.

Die Writers4Future rufen Publikum wie Medienschaffende dazu auf, sich für eine generationengerechte Politik einzusetzen, gemeinsam die sozial-ökologische Wende anzugehen und die eigene Handlungsweise dementsprechend auszurichten. Es kommt auf jeden einzelnen Menschen an.

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