Digitale Wertschöpfung in einer grünen H2-Wirtschaft

Hybrides Wertschöpfungsmodell

Ergebnisse des Fraunhofer-Forschungsprojekts PLATON

Die Fraunhofer Institute IAO, IIS und IMW haben sich im Forschungsprojekt PLATON (Plattformökonomie in der Wasserstoffwirtschaft) mit zentralen Fragestellungen zur digitalen Wertschöpfung im Kontext grünen Wasserstoffs auseinandergesetzt und die Ergebnisse in einer Studie veröffentlicht. Das Ergebnis ist ein hybrides Wertschöpfungsmodell, das Unternehmen ermöglicht, die digitale Wertschöpfung systematisch mitzudenken.

Um das Ziel zu erreichen, Wasserstoff als neuen Leitmarkt in Deutschland zu etablieren und Leitanbieter von Wasserstofftechnologien zu werden, sind enorme Anstrengungen von Politik und Wirtschaft gefragt. Denn Leitmarkt bedeutet, grünen Wasserstoff langfristig zu einem bedeutenden neuen Wirtschaftssektor in Deutschland und Europa aufzubauen und als nachhaltigen Garanten für unseren zukünftigen Wohlstand zu verstehen. Dafür ist – neben den milliardenschweren Förderprogrammen der Bundesregierung und den hohen Investitionen von Unternehmen in Wasserstofftechnologien – ein stärkeres Mitdenken der digitalen Wertschöpfung erforderlich, um die angestrebten Ziele zu erreichen.

Digitale Wertschöpfung mitdenken

Erst durch das Mitdenken der digitalen Welt (beginnend mit der Generierung von Daten bis hin zu plattformbasierten Ansätzen) werden sich die hohen Investitionen in den Leitmarkt für grünen Wasserstoff bezahlt machen. Dies zeigen jedenfalls Erfahrungen aus anderen Wirtschaftsbereichen (z. B. Fertigungsindustrie, Mobilitätssektor), in denen sich die Wertschöpfungsanteile zunehmend von der physischen in die digitale Welt verschieben. Attraktive Gewinne und rapides Umsatzwachstum erzielen oftmals nicht mehr diejenigen Unternehmen, die nur physische Produkte und Dienstleistungen entwickeln und vermarkten, sondern diejenigen, die ebenfalls Ideen der Daten- und Plattformökonomie erfolgreich umsetzen, in digitale Technologien wie Künstliche Intelligenz, Maschinelles Lernen, Big Data und das Internet der Dinge (IoT) investieren und diese massiv in neuartige Geschäftsmodelle überführen.

Um Unternehmen bei der Etablierung einer digitalen Wertschöpfung innerhalb einer Wasserstoffwirtschaft zu unterstützen, wurde im Rahmen des Forschungsprojekts ein hybrides Modell, basierend auf drei Wertschöpfungsdimensionen, entwickelt. Die ersten beiden Dimensionen beinhalten die physische Wertschöpfung, die dritte Dimension verdeutlicht die digitale Wertschöpfung.

  • Horizontale (physische) Wertschöpfung: von den erneuerbaren Energien über den Strom zur Herstellung und Nutzung von (grünem) Wasserstoff
  • Vertikale (physische) Wertschöpfung: von einzelnen Komponenten über Baugruppen zu kompletten Systemen
  • Digitale Wertschöpfung: von Daten aus der physischen Welt über die Konnektivität zu datenorientierten und plattformbasierten Geschäftsmodellen

Die horizontale (physische) Wertschöpfung umfasst alle direkten Aktivitäten, beginnend mit der Erzeugung von erneuerbaren Energien (z. B. Wind, Sonne, Biomasse) über die Herstellung, Speicherung und Transport von Wasserstoff bis zur Nutzung des Wasserstoffs in der Industrie, im Verkehr oder in Gebäuden.

… Lesen Sie mehr in der aktuellen Ausgabe des HZwei

AutorInnen:

Dr. Tassilo Schuster – Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, Nürnberg; Dr. Sebastian Haugk – Fraunhofer-Zentrum für Internationales Management und Wissensökonomie IMW, Leipzig; Dr. Anna-Lena Klingler – Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, Stuttgart

HOC

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