Bloom Energy – Auf dem richtigen Weg

Brooks
Guillermo „Billy“ Brooks, © Bloom

228,5 Mio. US-$ Umsatz im zweiten Quartal konnten erzielt werden. Ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der non-GAAP-Verlust betrug 23,6 Mio. US-$, was vor allem erhöhter Aufwendungen für Forschung & Entwicklung geschuldet ist wie auch dem Ausbau des Personals und Kostenerhöhungen durch coronabedingte Einflüsse. Indes 433 Acceptances (Zustimmungen; Basis für zukünftige Aufträge und Umsätze), was einem Wachstum von 41 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2020 beträgt.

Das zweite Halbjahr ist immer das wachstumsstärkere, so dass das Umsatzziel von 950 Mio. bis 1 Mrd. US-$ unverändert ist. Spannend zu beobachten sind die vielen technologischen Entwicklungen, sei es die Zertifizierung von SOFC-BZ in LNG-Schiffen (Projekt mit Samsung Heavy) oder die Kooperation mit Heliogen bezogen auf deren Solartechnologie (Laser-Like) und der Elektrolyseurtechnologie von Bloom. Man sei da über 30 Prozent effizienter als der Wettbewerb und bei Elektrolyseuren selbst über 40 Prozent effektiver als der Wettbewerb, heißt es aus dem Unternehmen.

Während Naturkatastrophen viele Stromnetze immer unsicherer machen und die Stromkosten erhöhen, wirbt Bloom damit, stets sicher Strom und Wärme bei sinkenden Kosten und langfristig kalkulierbar bereitstellen zu können. Dafür arbeiten die Nordamerikaner unter anderem an neuem Verfahren zur Nutzung von Biogas wie auch Carbon Capture-Technologien. Und es kommt noch eine Technologie hinzu, die fähig sein soll, 75 Prozent der bei der Produktion von Erdgas und Erdöl anfallenden Methanemissionen sehr kostengünstig in Energie zu wandeln bzw. diese Emissionen zu verhindern. Wir sprechen weltweit von jährlich über 84 Mio. Tonnen. Der Partner ist MiQ, eine Kooperation der Forschungsfirmen RMI und Systemiq. Dieses potentielle Vermeidung würde dem CO2-Equivalent von 60 Prozent aller Emissionen aller Kohlekraftwerke entsprechen.

General Electric rückt immer näher

Der ehemalige GE-Chef für Südamerika und Head of Global Sales, Billy Brooks (s. Foto), ist nun bei Bloom mit an Bord. Viele Ex-GE-Leute sind derweil in leitenden Positionen bei Bloom tätig. Ich kann mir da gut vorstellen, dass Bloom irgendwann mal von einem Unternehmen wie GE aufgekauft werden könnte. Weil es einfach so viel Sinn ergibt, da ein solch Großunternehmen alle Bloom-Technologien umsetzen kann (Skalierungen). Indes ist es natürlich besser, wenn Bloom unabhängig bleibt, keine Frage (mein Ziel: 100 US-$ in drei Jahren).

Fazit: Bloom hat nicht umsonst über 60 Prozent institutionelle Anleger, also große Fonds als Aktionäre. Noch beeinflussen allerdings die Shortseller das Kursgeschehen. Sie haben den Short Interest seit Jahresbeginn von circa 14 auf über 18 Mio. Aktien gesteigert. Bei zu erwartenden guten Nachrichten werden diese irgendwann eindecken und selbst damit den Kurs der Aktie nach oben bringen, so meine Einschätzung. Für mich ist Bloom neben Ballard der interessanteste Brennstoffzellen-Wert an der Börse.

Risikohinweis

Jeder Anleger muss sich immer seiner eigenen Risikoeinschätzung bei der Anlage in Aktien bewusst sein und auch eine sinnvolle Risikostreuung bedenken. Die hier genannten BZ-Unternehmen bzw. Aktien sind aus dem Bereich der Small- und Mid-Caps, d. h., es handelt sich nicht um Standardwerte, und ihre Volatilität ist auch wesentlich höher. Es handelt sich bei diesem Bericht nicht um Kaufempfehlungen – ohne Obligo. Alle Angaben beruhen auf öffentlich zugänglichen Quellen und stellen, was die Einschätzung angeht, ausschließlich die persönliche Meinung des Autors dar, der seinen Fokus auf eine mittel- und langfristige Bewertung und nicht auf einen kurzfristigen Gewinn legt. Der Autor kann im Besitz der hier vorgestellten Aktien sein.

Autor: Sven Jösting, verfasst am 09.08.2021

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