Hohe Erwartungen an H2-Lkw

Zwei Lkw-Schwergewichte werden zu Partnern

GAT-WAT
© H2 Mobility
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Volvo und Daimler haben ihre Pläne konkretisiert, Wasserstoff für große Fernlastzüge einzusetzen. Martin Lundstedt, Präsident der Volvo Group, benannte während einer Online-Präsentationsveranstaltung Ende April 2021 speziell die hohen möglichen Zuladungen sowie die großen Reichweiten als entscheidende Kriterien für den Einsatz der Brennstoffzellentechnologie. Zudem stellte er in Aussicht, dass nach 2025 die Großserienproduktion aufgenommen und bis dahin auch eine Gigafactory für Brennstoffzellen errichtet werde. Zunächst soll die Vorserienproduktion in Esslingen bei Stuttgart erfolgen. Die endgültige Standortfrage soll 2022 geklärt werden.

Martin Daum, Vorstandsvorsitzender der Daimler Truck AG, kündigte an, 2040 – oder früher – die letzten Verbrennungsmotoren verkaufen, ab dann also CO2-neutral sein zu wollen. Er betonte dabei, dass neben Batterien ein zweiter Energiespeicher erforderlich sei. Er sagte: „Wir benötigen eine zweite Quelle für Energie – und diese Quelle ist Wasserstoff.“ 2027 wird seinen Ausführungen zufolge das Jahr, ab dem es „richtig losgeht“. Konkret heißt das, dass zunächst in den nächsten Monaten erste Straßentests anvisiert werden, bevor 2023 Kundenerprobungen und ab 2027 erste Serienfahrzeuge des GenH2-Trucks geplant sind. Mit größeren Stückzahlen ist somit frühestens Ende des Jahrzehnts zu rechnen. Bezüglich einer Konkurrenzsituation mit Volvo erklärte Daum: „Wir sind zwar Wettbewerber bei den Fahrzeugen, aber wenn es um die H2-Antriebseinheit geht, arbeiten wir zusammen.“

GenH2 Fuel-Cell Truck by Mercedes-Benz

  • Für 40 t Gesamtgewicht
  • Lebensdauer: mind. 1 Mio. Kilometer
  • Zwei Edelstahltanks mit 40 kg Fassungsvermögen
  • 300-kW-BZ-System aus zwei Stacks mit je 200 Einzelzellen
  • Hochvoltbatterie, zwischen den beiden Tanks (400 kW)
  • Zwei Elektromotoren mit 230 kW Dauerleistung
  • Mehr Kühlleistung als ein Diesel-Fahrzeug
  • Größe des BZ-Systems vergleichbar mit einem Dieselaggregat
  • Kontinuierlicher Betrieb der Brennstoffzelle; Spitzenlast über Akkumulator

Das ist nicht weniger als der Beginn einer neuen Ära. […] Unsere klare Präferenz ist Flüssigwasserstoff.“

HOC

Sven Ennerst, Entwicklungsvorstand der Daimler Truck AG

Auf die Frage, warum die Produktion des GLC F-Cell nicht vorangetrieben werde, machte Martin Daum deutlich, dass momentan im Pkw-Sektor Batterielösungen angebracht sind, nicht zuletzt wegen der weitaus besseren Energieversorgung (Ladeinfrastruktur). Man könne aber jederzeit wieder den Fokus auf BZ-Pkw richten, da ja das Wissen nicht verloren sei.

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1 Gedanke zu „Hohe Erwartungen an H2-Lkw“

  1. Zitat:
    Er sagte: „Wir benötigen eine zweite Quelle für Energie – und diese Quelle ist Wasserstoff.“

    Also ich habe einmal gelernt, Wasserstoff sei ein (sekundärer, herzustellender) Energieträger. Die Energiequellen für diesen grümem Wasserstoff sollen die regenerativen Energien sein, also meist Wind und Sonne.
    Deshalb erstaunt es mich immer wieder, dass der EE-Ausbau als Basis des grünen Wasserstoffes so stiefmütterlich (eigentlich gar nicht wirklich) erwähnt wird.

    2025 sollen lt. Diagramm der H2-Mobility 53% von 16.000t H2 im Verkehrssektor allein von FCV-PKW verbraucht werden?!?
    Das wären 84.800t H2.
    Die heute in D existenten < 1.000 FCEV-PKW verfahren im Jahr weniger als 150t H2 …
    Kann es sein, dass diese Grafik der H2-Mobility "ein wenig" unrealistisch ist?
    Schon falsch beim Jahr 2021 ?!?

    Ich will ja nicht zu viel Wasser in den Wein gießen. Aber wenn selbst die Hersteller mit größeren Stückzahlen frühestens Ende des Jahrzehnts zu rechnen, sollte man wenigstens die Zeitachse entsprechend anpassen.

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