Club of Rome: Wir sind dran

Wir sind dran

Das erste Buch des Club of Rome sorgte 1972 für viel Aufsehen. Der Bericht zur Lage der Menschheit, „Die Grenzen des Wachstums“ von Donella und Dennis Meadows, damals beide Wissenschaftler am US-amerikanischen Massachusetts Institute of Technology (MIT), bewies bereits damals, dass das individuelle lokale Handeln aller Menschen nicht nur lokale, sondern globale Auswirkungen hat und dass diese Auswirkungen über den Zeithorizont sowie den Handlungsraum der Einzelnen hinausgehen. Seitdem ist klar, dass die Ausrede „Was ich hier mache, stört doch niemanden“ nicht mehr zieht.

Ernst Ulrich von Weizsäcker und Anders Wijkman knüpfen mit ihrem Buch „Wir sind dran“ genau dort an und legen eindrucksvoll dar, dass sich seit fünfzig Jahren kaum etwas getan hat, obwohl alle erforderlichen Informationen vorliegen und hinlänglich bekannt sind. Sie erklären wissenschaftlich, aber gut verständlich, dass nach wie vor Bevölkerungswachstum, Nahrungsmittelproduktion, Industrieproduktion, Ressourcenausbeutung und Umweltverschmutzung die fünf wichtigsten Problemfelder sind und noch weitere Herausforderungen hinzugekommen sind, beispielsweise das Artensterben und der Klimawandel.

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Gemeinsam mit ihren KollegInnen vom Club of Rome haben die beiden Autoren ein Buch mit unzähligen wertvollen, gut recherchierten Fakten zusammengestellt, ohne dabei zu sehr in rein wissenschaftliche Gefilde abzudriften. Sie benennen die vielen Herausforderungen, denen sich die heutige Gesellschaft stellen muss, ohne Fatalismus, aber auch ohne zu beschönigen. Vielmehr schaffen sie es, mit zahlreichen guten Beispielen und Forderungen an das Gute im Menschen zu appellieren und zu zeigen, dass durchaus noch Hoffnung besteht. Wijkman und von Weizsäcker räumen zwar ein, dass das Erreichen der Pariser Klimaziele mit jedem Tag, der vergeht, schwieriger wird. Aber mit einem Wandel der Philosophie, die unserem Handeln zugrunde liegt, so ihr Tenor, sei es durchaus noch möglich.

Ein unbedingt lesenswertes Buch, das eigentlich jeden davon überzeugen müsste, dass Abwarten und eine Weiter-so-Strategie keine Optionen sind.

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