Plug – Steuerliche Bereinigung der Optionsscheine

Nun ist es amtlich: Plug hat die steuerliche Behandlung der Ausgabe von Optionsscheinen für den Bezug von Aktien an Amazon und Walmart über eine steuerliche Erfassung als buchhalterische „non-cash charge“ bilanziell mit 456 Mio. US-$ erfasst, was zu einem Verlust in Höhe von 1,12 US-$ pro Aktie führte. Immerhin haben beide Großkunden über 100 Mio. Optionsrechte eingeräumt bekommen, die ab einem Ausübungspreis von 1,189 US-$ im Tiefst und 13,80 US-$ im Höchst pro Aktie ausgeübt werden können.

Amazon hat seine über 55 Mio. Optionen bereits voll erhalten (vested). Bei Walmart erfolgt dies meines Erachten – ohne Obligo – peu a peu, je nach Auftragsvergabe. Diese Maßnahme ist ja bereits angekündigt gewesen und wurde nun auch vollzogen. Für mich bedeutet dies, dass nun eine Unsicherheit beseitigt ist, auch wenn dadurch natürlich eine Erhöhung der Anzahl der Aktien stattfindet, wenn die Optionen ausgeübt werden, was man auch als Verwässerung gegenüber den anderen Aktionären verstehen kann. Andererseits fließt Plug bei der Ausübung durch Amazon und Walmart weiteres Kapital zu. Beide können sich über einen Multi-Milliarden-Buchgewinn freuen. Klar ist aber auch, dass beide Großunternehmen massiv in regenerative Energien, wozu auch der Themenkomplex Wasserstoff (nicht nur in Gabelstaplern) gehört, investieren wollen.

Mit einer prall gefüllten Kasse in Höhe von 5 Mrd. US-$ kann Plug nun daran arbeiten, die Börsenbewertung von über 30 Mrd. US-$ inhaltlich zu füllen. So plant das US-Unternehmen in diesem Jahr, 750 Mio. US-$ zu investieren. 290 Mio. US-$ werden für eine H2-Produktionsanlage in New York eingeplant. Insgesamt fünf Standorte sollen es bis 2024 amerikaweit werden. Dies ist auf jeden Fall ein richtiger und guter Schritt. Immerhin sollen im Jahr 2022 rund 45 Tonnen H2 am Tag selbst produziert werden. Und es soll sich um grünen Wasserstoff handeln.

Ich bin sehr gespannt, was Plug mit diesem Kapitalpolster darüber hinaus machen wird. Kommt es zu einer größeren strategischen Akquisition? Geht man weitere Joint-Ventures wie mit der süd-koreanischen SK Group ein? Für mich würde der Einstieg bei Nikola Motors aus vielen Gründen Sinn machen, aber das ist nur meine persönliche Idee/Vision.

HOC

Risikohinweis

Jeder Anleger muss sich immer seiner eigenen Risikoeinschätzung bei der Anlage in Aktien bewusst sein und auch eine sinnvolle Risikostreuung bedenken. Die hier genannten BZ-Unternehmen bzw. Aktien sind aus dem Bereich der Small- und Mid-Caps, d. h., es handelt sich nicht um Standardwerte, und ihre Volatilität ist auch wesentlich höher. Es handelt sich bei diesem Bericht nicht um Kaufempfehlungen – ohne Obligo. Alle Angaben beruhen auf öffentlich zugänglichen Quellen und stellen, was die Einschätzung angeht, ausschließlich die persönliche Meinung des Autors dar, der seinen Fokus auf eine mittel- und langfristige Bewertung und nicht auf einen kurzfristigen Gewinn legt. Der Autor kann im Besitz der hier vorgestellten Aktien sein.

Autor: Sven Jösting, verfasst am 27.02.2021

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