Börse ist keine Einbahnstraße

Eine holprige Fahrt – a bumpy ride – so könnte man die aktuellen Kursavancen der Wasserstoff-Aktien beschreiben. Trotz erheblicher Einbrüche sind diese Schwankungen kein Grund, den Optimismus zu verlieren. Die seit Anfang Dezember 2020 sehr starken Kursausschläge – teilweise mehr als 50 Prozent in nur einem Monat nach oben – bedurften einer Korrektur. Diese ist nun in vollem Gange. Was aber zählt, ist die Zukunft der Branche und da halte ich es mit einer Börsenweisheit: the trend is your friend.

Klar ist, dass die weltweiten Bemühungen, dem Klimawandel technologisch zu begegnen, über den Themenkomplex Wasserstoff in all seinen Farben führen werden und auch führen müssen. Auch die bislang noch sehr einseitig ausgerichtete Elektromobilität in Form einer Konzentration auf batteriebetriebene Fahrzeuge könnte sich über kurz oder lang – so meine Überzeugung – in Richtung Brennstoffzelle bewegen.

Burckhardt

Wenn man die Pläne der Kfz-Industrie – vor allem die von Tesla – betrachtet, verläuft der Abbau der notwendigen Rohstoffe keineswegs CO2-frei, und die enormen Mengen an Nickel, Lithium & Co. werden nicht umweltfreundlich abgebaut. Woher der Strom für die E-Autos kommt, ist dann noch eine weitere Frage, wie auch der Aufbau der Ladeinfrastruktur und der Leitungskapazitäten. Da läuft gefühlt ein unsichtbarer Wettbewerb, der sich meines Erachtens verstärkt über grünen, aber auch blauen und gelben Wasserstoff definiert, der zukünftig in immer größeren Mengen zu immer günstigeren Preisen zum Markt finden wird.

An der Börse setzt nun aber der von mir schon beschriebene Prozess der Differenzierung ein, d.h., dass nicht jedes börsennotierte Unternehmen der Branche kursmäßig weiter nach oben tendiert, wenn es fundamental der Bewertung nicht entsprechen kann bzw. kein nachhaltiges Ertragswachstum zu erkennen ist. Die hier behandelten BZ-Unternehmen und deren Aktien werden ihren Weg gehen – auch wenn es ein so genannter Bumpy Ride wird – aber halt tendenziell nach oben, so dass schärfere Kurskorrekturen gar für Neu- wie für Zukäufe geeignet sind.

HOW

Risikohinweis

Jeder Anleger muss sich immer seiner eigenen Risikoeinschätzung bei der Anlage in Aktien bewusst sein und auch eine sinnvolle Risikostreuung bedenken. Die hier genannten BZ-Unternehmen bzw. Aktien sind aus dem Bereich der Small- und Mid-Caps, d. h., es handelt sich nicht um Standardwerte, und ihre Volatilität ist auch wesentlich höher. Es handelt sich bei diesem Bericht nicht um Kaufempfehlungen – ohne Obligo. Alle Angaben beruhen auf öffentlich zugänglichen Quellen und stellen, was die Einschätzung angeht, ausschließlich die persönliche Meinung des Autors dar, der seinen Fokus auf eine mittel- und langfristige Bewertung und nicht auf einen kurzfristigen Gewinn legt. Der Autor kann im Besitz der hier vorgestellten Aktien sein.

Autor: Sven Jösting, verfasst am 23.02.2021

2 Gedanken zu “Börse ist keine Einbahnstraße

  1. Lieber Herr Geitmann,

    Ihre Aktivitäten, Veröffentlichungen und Darstellungen habe ich inzwischen sehr schätzen gelernt. Vielen Dank für Ihre Informationen.
    Wir haben in der Firma ASK, in der Zukunft nach CORONA vielleicht FCC ( Fuel Cell Concepts) 21 Konzepte entwickelt die wie zu Teil als Patente anmelden.

    Wenn Sie Interesse an einer Veröffentlichung haben, sende ich Ihnen diese Konzepte nach und nach zu.
    Als erstes Konzept würde ich Ihnen das Konzept für
    “ Neue Tankkonzepte für Verkehrsmittel welche eine Reichweiten- Steigerung zwischen mindestens den Faktor 2-3 für PKW und SUVs und 200 % bis 400 % für Buse und Nutzfahrzeuge ermöglichen“
    Für Kurz- und Mittelstrecken Flugzeuge haben wir auch kombiniertes Flügel / Rumps- Konzepte erarbeitet. Das Problem für Luftfahrzeuge sind die relativ großen, erforderlichen Tankvolumen und in der Luftfahrt, das Gewicht (Leichtbau).

    Ich wünsch Ihnen weiterhin viel Erfolg für Ihre Aktivitäten

    Mit den freundlichsten Grüßen, Ihr

    Otto Altmann

  2. Zitat:
    „Auch die bislang noch sehr einseitig ausgerichtete Elektromobilität in Form einer Konzentration auf batteriebetriebene Fahrzeuge könnte sich über kurz oder lang – so meine Überzeugung – in Richtung Brennstoffzelle bewegen.“

    Schön, wenn man eine Überzeugung hat.
    Schlecht, wenn diese nicht mit der Realität übereinstimmt.

    Während sich bei Reise-Bussen und Langstrecken-LKW noch der Vorteil der höheren Reichweite ins Feld führen ließe, ist der Drops bei PKW längst gelutscht.
    Kein Autobauer dieser Welt plant FCEV-PKW in Massenproduktion oder gar eine FCEV-Modellpalette. Mit dem GLC-F-Cell beendete nach nur 3.000 Einheiten (!) Mercedes sein Engagement und auch Toyota und Hyundai planen in Stückzahlen, die eher als Alibi denn als Durchbruch gelten müssen.
    Während sich die Frage nach der CO2-freien /umweltfreundlichen Rohstoffgewinnung für die FCEV und die notwendige Wasserstoffinfrastruktur auch stellt, ist der Hinweis auf den Strombedarf der E-Autos ein Eigentor des Autors.
    Denn jedes FCEV mit „grünem Wasserstoff“ braucht min. die dreifache el. Energiemenge für die gleiche Wegstrecke.
    Ich bin ja auch sehr dafür, (grünen) Wasserstoff stärker anzuwenden. Aber eben dort, wo fossile Energien 1:1 ersetzt werden können. Bspw. in der Stahlindustrie statt Koks, oder als Grundstoff statt erdgasreformiertem Wasserstoff.
    Auch wenn wir hier in einem Wasserstoff-Blog schreiben. Ein wenig Realitätssinn sollten wir schon beibehalten.

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