Webinar oder Kongress – digital oder real?

Live-Veranstaltungen fehlen! Es fehlt das Gewusel in den Gängen der Messehallen, es fehlen die Gespräche vor Ort, und natürlich fehlt auch die Berichterstattung in den Medien über die neuen Entwicklungen. Kein Networking, keine Gerüchteküche. Daher ist auch nur schwer zu sagen, wie gerade die Stimmung in der Branche ist, wo die Akteure gerade stehen und wohin aktuell die Entwicklung geht.

GAT-WAT

An die Stelle von Messen, Kongressen und Workshops sind in den vergangenen Monaten Webinare, Telefonkonferenzen und Online-Sessions mit teils zweifelhafter Qualität – nicht so sehr inhaltlich, aber visuell und auditiv – getreten. Zahlreiche Anbieter wagten den Schritt ins Internet und verlagerten ihre bereits für das Real Life geplanten Veranstaltungen in den Online-Bereich. So bot beispielsweise die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) zeitweise wöchentliche Webinare zu verschiedenen Themen an und erreichte auf diesem Wege meist über 200 Zuhörer. Auch kleinere Anbieter fanden auf diesem Wege zahlreiche Zuschauer, die ansonsten live vor Ort eventuell nicht mit dabei gewesen wären.

Glück im Unglück hatte Silke Frank, die sich mit ihrem Start-up Mission Hydrogen genau zum Anfang der Corona-Pandemie selbständig gemacht hatte und seit März 2020 regelmäßig Online-Konferenzen anbietet, bei denen zum Teil über 1.000 Teilnehmer aus der ganzen Welt mitdiskutieren.

Währenddessen sind andere Veranstalter zum Abwarten verdammt. Nicht nur für Tobias Renz, den Organisator der Hydrogen + Fuel Cells Europe in Hannover, war 2020 ein Totalausfall. Auch andere sagten ihre teilweise zeitintensiv vorbereiteten Termine für dieses Jahr komplett ab.

Autor: Sven Geitmann

1 Gedanke zu „Webinar oder Kongress – digital oder real?“

  1. In der jetzigen Situation einfach abzuwarten oder gar den Kopf in den Sand zu stecken, in der Hoffnung, das: „…mit dem Digitalen“ wird schon vorüber gehen, wird nichts bringen. Aber vielleicht kann „man“ aus der Vergangenheit lernen.
    Wir hatten bereits im Jahr 2003 eine Virtuelle Messe für Wasserstoff und Brennstoffzellen entwickelt, die heute noch online ist: http://www.hydrogenambassadors.com/vf/index.html
    Dies war weit vor der flächendeckenden Einführung der Smartphones. Wir hätten heute einiges anders gemacht, aber die Grund-Idee ist bis heute unerreicht. Mein kleines Team und ich hatten auch schon mit ersten Überlegungen für 2004 angefangen. Es wäre etwas geworden, was heute als: Hybrid bezeichnet wird. Die Entwürfe für die Messebau-Firma hatten wir schon so gut wie fertig.
    Ich hatte damals dann entschieden, das wir uns auf die Vorbereitungen für unsere erste Veranstaltung in China konzentrieren, die dann im November 2004 auf der Schanghai International Industry Fair stattfand:
    Meeting Point Renewable Energies China incl. Hydrogen + Fuel Cells,
    November 4-9, 2004.
    At the booth of the Chinese Ministry of Science and Technology (MOST)
    Venue: Shanghai New International Expo Center, Pudong, P.R. China.
    A Prospect for the New Century:
    http://www.hydrogenambassadors.com/china2004/index.php
    Auch damit waren wir der Zeit voraus.
    Wir haben alle Aktivitäten der kumuliert inzwischen über 800 internationalen Wasserstoff- und Brennstoffzellen- Aussteller in Hannover von 1995, dem Jahr der Gründung durch mich, bis 2006, wo ich als: Owner and Operator aktiv war, dokumentiert:
    http://www.hydrogenambassadors.com/hannover-fair.html
    Diese Internet-Dokumentation ist eine einmalige Kompilation, die die Entwicklung von Wasserstoff und Brennstoffzellen über Jahrzehnte akribisch und vor allen Dingen authentisch aufzeigt.
    Nach dem Verkauf an die Deutsche Messe AG wurde die Veranstaltung dann von einer externen Projektleitung bis 2019 weitergeführt.

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