Europa hat seinen Green Hydrogen Deal

Wasserstoffnetz
H2-Netz, © European Hydrogen Backbone Initiative/Guidehouse

Nach Deutschland hat jetzt auch ganz Europa eine Wasserstoffstrategie. Am 8. Juni 2020 präsentierte die Europäische Kommission sogar gleich zwei Konzepte – eines zur Integration des Energiesystems und eines für sauberen Wasserstoff.

Beide Strategien sind Bestandteile des Aufbaupakets NextGenerationEU sowie des EU Green Deals und sind daher mit ausreichend Investitionsgeldern, die auch die Ankurbelung der Wirtschaft nach dem Corona-Lockdown gewährleisten sollen, ausgestattet.

Hinter der Strategie zur Integration des Energiesystems verbirgt sich ein Konzept zur Sektorenkopplung, mit dem neue Verbindungen zwischen den Energiesektoren geschaffen werden sollen. Es heißt, ein vernetztes und flexibles System werde „effizienter sein und die Kosten für die Gesellschaft senken“. Weiter heißt es, in Zukunft werde der Strom, mit dem unsere Fahrzeuge in Europa angetrieben werden, aus den Solarpanelen auf unseren Dächern stammen, während unsere Gebäude mit Wärme aus einer nahegelegenen Fabrik geheizt würden und die Fabrik wiederum mit sauberem Wasserstoff betrieben werde, der mit Offshore-Windenergie erzeugt wurde.

Einen wichtigen Beitrag zu diesem Konzept soll die stärkere direkte Elektrifizierung der Endverbraucher beitragen, indem in immer mehr Bereichen grüner Strom eingesetzt wird, sei es für Wärmepumpen in der Hausenergieversorgung, bei Elektrofahrzeugen im Verkehr oder bei Elektroöfen in bestimmten Industriezweigen. Für die Sektoren, in denen eine Elektrifizierung schwierig ist, sollen mehr und mehr saubere Brennstoffe wie beispielsweise grüner Wasserstoff oder nachhaltige Biokraftstoffe Anwendung finden. In 38 Einzelmaßnahmen hat die Kommission dafür konkrete Schritte dokumentiert (z. B. Überarbeitung der Rechtsvorschriften, finanzielle Unterstützung, Erforschung, digitale Tools, Leitlinien, steuerliche Maßnahmen, Verbraucherinformationen).

HOW

„Die heute angenommenen Strategien werden den europäischen Grünen Deal und den grünen Wiederaufschwung stärken und uns den Weg zur Dekarbonisierung unserer Wirtschaft bis 2050 deutlich vorzeichnen. Die neue Wasserstoffwirtschaft kann ein Wachstumsmotor sein, der zur Überwindung der durch COVID-19 verursachten wirtschaftlichen Schäden beiträgt.“
Frans Timmermans, Exekutiv-Vizepräsident der Europäischen Kommission

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