Opposition entwirft eigene Wasserstoffstrategien

Zukunftspakt

Die lange Rangelei der Bundesministerien um die Ausformulierung der Nationalen Wasserstoffstrategie (NWS) hatte dazu geführt, dass der Handlungsdruck für die beiden Regierungsparteien vor der Sommerpause stark zugenommen hatte. So forderten Anfang Mai 2020 insgesamt zwölf Unionsabgeordnete in einem Positionspapier einen zügigen Aufbau einer „grünen“ Wasserstoffproduktion sowie eine Partnerschaft mit afrikanischen Staaten.

Vonseiten der SPD-Bundestagsfraktion hieß es ähnlich dazu kurz darauf, man wolle eine ambitioniertere H2-Strategie sowie einen schnellen Hochlauf der H2-Wirtschaft.

Die Mitunterzeichnerin und Klimabeauftragte der CDU/CSU-Fraktion, Anja Weisgerber, hatte ihre Regierungsvertreter gegenüber der Deutschen Presse-Agentur gedrängt: „Die Bundesregierung muss ihre Wasserstoffstrategie endlich auf den Weg bringen, um ein klares Signal in die Welt auszusenden. Wir wollen eine führende Rolle bei der Entwicklung einer grünen Wasserstoffwirtschaft einnehmen.“

Auch die Sozialdemokraten hatten sich zunehmend ungeduldig gezeigt. Die AG Wirtschaft und Energie der Bundestagsfraktion hatte extra einige Eckpunkte einer nachhaltigen Wasserstoffstrategie erarbeitet und konkrete Ziele benannt: Die Arbeitsgruppe lehnte beispielsweise eine Förderung und den dauerhaften Einsatz von Wasserstoff, der nicht aus erneuerbaren Energiequellen stammt, also blauen oder türkisfarbenen Wasserstoff, konsequent ab. Weiterhin sollte die Elektrolyseleistung bis 2030 auf mindestens 10.000 MW hochgefahren werden, wurde gefordert.

Eigene H2-Strategie der Grünen …

Auch bei FDP und Grünen war Wasserstoff ein zentrales Thema. Innerhalb der vergangenen Monate positionierten sich die Grünen deutlich offener zum Wasserstoff. So hatten sie sich auf ihrem Bundesparteitag klar für ausschließlich grünen Wasserstoff ausgesprochen. Zunächst hatte Dr. Ingrid Nestle, Sprecherin für Energiewirtschaft der Grünen-Bundestagsfraktion, am 10. Juli 2019 gemeinsam mit fünf Mitstreitern ein Autorenpapier mit Eckpunkten einer grünen Wasserstoffstrategie herausgebracht (s. HZwei-Heft Jan. 2020). Während der Bundesdelegiertenkonferenz am 16. November 2019 wurde diese Strategie dann in Bielefeld beschlossen.

weiterlesen im HZwei Juli-Heft

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