Enapter versucht es mit Crowdinvesting

Der Elektrolyseurhersteller Enapter geht bei der Investorensuche einen etwas anderen Weg als die meisten Mitbewerber: Ende März 2020 hat das Unternehmen eine Möglichkeit für Privatanleger eröffnet, in Enapter zu investieren. Seitdem ist eine Beteiligung an dem italienischen Unternehmen ab wenigen Hundert Euro möglich. Im Gegenzug werden den Anlegern Zinsausschüttungen über eine Laufzeit von fünf Jahren versprochen. Diese Art der Vermögensanlage wurde nach Angaben von Enapter im Frühjahr von der Finanzaufsichtsbehörde BaFin freigegeben.

Die in Pisa ansässige Firma, die unter anderem auch eine Filiale in Berlin hat, lockt potentielle Geldgeber mit ihrem patentierten Elektrolyseur, bei dem eine Anionenaustauschmembran (AEM) zum Einsatz kommt, wobei nach eigenen Angaben „die Vorteile konkurrierender Technologien kombiniert“ werden. Ziel der Kapitalerhöhung sei, die auf dem Markt befindlichen Produkte jetzt zu skalieren. Über den Aufbau einer Massenproduktion der AEM-Elektrolyseure, so heißt es, sollen die Kosten für Wasserstoff drastisch gesenkt werden, so dass „Wasserstoff für jedermann“ erzeugt werden könne. Geschäftsführer Sebastian-Justus Schmidt erklärte: „Mit der crowdfinanzierten Vermögensanlage machen wir jetzt die Schritte hin zur industriellen Massenfertigung.“ Wo dann der geplante Enapter-Campus zu Hause sein wird, ist bislang noch ungewiss.

Bis Ende Mai 2020 waren bislang knapp über 80.000 Euro zusammengekommen. Diese eher verhaltene Resonanz lag sowohl an der Corona-Krise als auch daran, dass Enapter diese Kampagne gar nicht mehr aktiv bewirbt. Schmidt teilte HZwei Ende Mai mit: „Es gibt derzeit keine Planung, das Thema ‚Crowdfunding“ öffentlich anzufeuern – jedenfalls nicht jetzt.“ Stattdessen sei er derzeit dabei, Gelder für die Finanzierungsrunde B einzusammeln.

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