N2telligence in japanischer Hand

Exler und Frahm
Andreas Exler (l.), Lars Frahm (r.)

Das norddeutsche Unternehmen N2telligence war bereits Anfang 2016 zur Fuji N2telligence GmbH geworden, nachdem sich der japanische Elektrokonzern Fuji Electric in die Wismarer Kleinfirma eingekauft hatte. Anfang dieses Jahres hat nun die Fuji Electric Europe GmbH aus Offenbach N2telligence, bei der zuletzt vier Mitarbeiter beschäftigt waren, komplett übernommen.

Die ehemaligen Geschäftsführer und Gründer Lars Frahm und Andreas Exler haben das Unternehmen zum Jahreswechsel verlassen.

Frahm und Exler hatten die Firma 2006 zu zweit aufgebaut und zu einem Spezialunternehmen für Brandschutz entwickelt. Über ein Dutzend Brennstoffzellenkraftwerke, die neben Strom und Wärme (teils auch Kälte) auch sauerstoffarme Luft liefern, bauten sie in Deutschland auf, darunter auch eine Großanlage bei Nordfrost in Herne. Hauptkunden von N2telligence sind Unternehmen aus der Tiefkühlbranche. Drei Systeme stehen inzwischen in Werken des Nahrungsmittelunternehmens Dr. Oetker. Fast alle davon wurden ohne den Einsatz von Fördermitteln installiert.

Ursprünglich hatte N2telligence als Anwendungen auch Serverräume im Visier, aber diese werden nach Aussage des ehemaligen Geschäftsführers Lars Frahm zu häufig begangen. Für Hallen, in denen Tiefkühlkost gelagert wird, eigne sich dieses Verfahren jedoch ausgezeichnet, so der frühere Airbus-Mitarbeiter. Mit Wasser könne dort aufgrund der niedrigen Temperaturen nicht gelöscht werden, und auch Brandschutz mithilfe von Inertgas (z. B. Argon oder Stickstoff) sei häufig nicht möglich, weil die Hallen dafür teilweise zu groß seien.

Problematisch war seinen Ausführungen nach die Zeit um 2016, als das Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWK) geändert wurde. Große stationäre Brennstoffzellensysteme (> 5 kW) fielen damals aus der Förderung heraus. Für Exler und Frahm hätte dies das Aus bedeutet, wäre kurz darauf nicht Fuji Electric ins Unternehmen eingestiegen.

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1 Gedanke zu “N2telligence in japanischer Hand

  1. Wow – eine „übernommene“ Fima mit VIER Mitarbeitern ist nach mehrfachen Meldungen seit 2010 hier im Blog nun auch noch einen Rückblick wert?!?
    Ich bin ja ein Verfechter von stationärem BSZ-Einsatz mit möglichst hoher Effizienz /Ausnutzung aller Möglichkeiten. Aber wenn diese Firma /Firmenzweig marktrelevant ist, zeigt das eigentlich nur, wie klein dieser Markt (derzeit) ist.

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