HZwei-Blog

Daimler bündelt BZ-Aktivitäten

Gorbach (l.), Mohrdieck (r.), © Daimler

Zunächst hatte Daimler im April 2020 verkündet, gemeinsam mit Volvo ein Joint Venture für die Entwicklung von Brennstoffzellen-Lkw gründen zu wollen. Diese zunächst vorläufige Vereinbarung wurde Mitte Juni auf feste Füße gestellt:

Und zwar gründete die Daimler Truck AG ein neues Tochterunternehmen, die Daimler Truck Fuel Cell GmbH & Co. KG. Hier sollen zukünftig alle konzernweiten Brennstoffzellenaktivitäten angesiedelt sein. Geschäftsführer ist ein alter Bekannter aus der BZ-Branche: Prof. Christian Mohrdieck, der seit 1999 bei Daimler an Brennstoffzellen arbeitet und seit 2003 die BZ-Entwicklung im Konzern leitet. Er führt künftig gemeinsam mit Dr. Andreas Gorbach die neue Gesellschaft.

Die erst im Januar 2019 umbenannte BZ-Entwicklungseinheit Mercedes-Benz Fuel Cell GmbH, die aus der NuCellSys GmbH hervorging und deren Geschäftsführer ebenfalls Mohrdieck ist, wird der oben genannten Tochtergesellschaft zugeordnet. Damit werden in dieser Firma, von der die Volvo Group 50 Prozent im Gegenwert von 600 Mio. Euro übernehmen wird, Entwicklung, Produktion und Vermarktung von BZ-Systemen für schwere Nutzfahrzeuge und auch für andere Anwendungsfelder (z. B. stationärer Einsatz) zusammenfließen. Erste marktreife Produkte im Nutzfahrzeugsektor werden allerdings frühestens in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts erwartet.

„Unsere neue Tochterfirma soll die unmittelbare Vorgängerorganisation des Joint Ventures sein. In ihr werden wir nun die große Kompetenz und den enormen Erfahrungsschatz aus mehreren Jahrzehnten Entwicklung rund um die Brennstoffzelle bei Daimler bündeln – und mit dem richtigen Know-how in Sachen Lkw kombinieren.“
Martin Daum, Vorsitzender des Vorstands der Daimler Truck AG

Dieselben BZ-Systeme, die in den Lastwagen eingesetzt werden, sollen zukünftig auch in stationären Anwendungen genutzt werden. Und zwar hat die Mercedes-Benz AG gemeinsam mit Rolls-Royce Power Systems die Entwicklung von Notstromversorgungssystemen auf Brennstoffzellenbasis in Angriff genommen (s. HZwei-Heft Apr. 2020). So plant der britische Technologiekonzern, unter seiner Produktmarke MTU Brennstoffzellensysteme aus dem geplanten Joint Venture in Rechenzentren einzusetzen, wo bislang konventionelle Dieselmotoren verwendet werden.

weiterlesen im HZwei Juli-Heft

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