Betrieb stationärer Verbrennungsmotor mit Wasserstoff

DI Zero
Der H2 DI Zero vom WTZ

Einen anderen Ansatz wählte das Wissenschaftlich-Technische Zentrum Roßlau (WTZ), das einen neuartigen stationären Wasserstoffmotor, den H2 DI Zero, entwickelt hat. Hierbei handelt es sich um einen sogenannten Zero-Emission-Kreislaufmotor.

Der Name rührt daher, dass ein Teil der eingesetzten Gase im Kreislauf geführt und wiederverwendet wird, so dass außer Wasserdampf keine Abgase entstehen. Anstelle von Luft setzt das Unternehmen aus Sachsen-Anhalt auf Argon. Das Edelgas hat den Vorteil, dass es sich bei der Verbrennung nicht umwandelt, sondern immer wieder verwendet werden kann. Außerdem wird reiner Sauerstoff als Reaktionspartner für Wasserstoff benutzt. Das hat den Vorteil, dass weder Stickstoff noch Kohlenstoff am Verbrennungsprozess beteiligt sind und somit auch weder Kohlenwasserstoffe noch Kohlendioxide oder Stickoxide entstehen können.

In herkömmlichen Wasserstoffverbrennungsmotoren kommt Luft zur Anwendung. Der darin enthaltene Stickstoff (78 Vol.-%) reagiert jedoch bei hohen Temperaturen mit Sauerstoff zu Stickoxiden, die Teil der aktuellen Umweltproblematik sind. Projektleiter Manuel Cech erklärt: „Durch die Verwendung von Argon haben wir einen Wirkungsgrad erzielt, der bislang bei Verbrennungsmotoren nicht möglich war.“

Als Einsatzgebiete schweben den Ingenieuren aus Roßlau stationäre Anwendungen im Megawattbereich vor – nicht die Verwendung in Fahrzeugen. Das Ziel ist eher, den Konkurrenzkampf mit Brennstoffzellen- oder Blockheizkraftwerken aufzunehmen, was mit einem Wirkungsgrad von 50 Prozent durchaus realistisch ist. Potentielle Kunden könnten somit Stadtwerke sein, die bislang auf erdgasbetriebene BHKW setzten, zukünftig aber nachhaltig produzierten Wasserstoff verwenden möchten – z. B. zur Netzharmonisierung.

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1 Gedanke zu “Betrieb stationärer Verbrennungsmotor mit Wasserstoff

  1. Wow – man setzt also zur Verbrennung reinen Sauerstoff ein – den man hoffentlich nachhaltig bei der Elektrolyse von grünem H2 „nebenebi“ gewonnen hat. Da sind wie mal gespannt, wie sich Wirkungsgrade und Kosten in der Praxis zeigen.
    Zumindest ist der angedachte stationäre Betrieb realistischer als das Wunschdenken von FCEV-PKW.

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