Binnenschiffe können mehr als Diesel

Ausgewählte Beispiele
Ausgewählte Beispiele

Die Studie ShipFuel untersucht, unter welchen technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen und in welchen Marktsegmenten strombasierte Kraftstoffe in der Binnenschifffahrt sinnvoll eingesetzt werden können.

Dabei wird der Einsatz der alternativen Kraftstoffe ausschließlich in Brennstoffzellen-Antriebssystemen betrachtet und heute üblichen Diesel-Antriebssystemen mit Verbrennungsmotoren gegenübergestellt.

Die Analysen, die im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums (BMVI) im Rahmen des Nationalen Innovationsprogrammes Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) und unter Koordination der NOW GmbH erstellt wurden, schließen die gesamte Prozesskette ein: von der Kraftstofferzeugung über dessen Transport, Verteilung und Lagerung bis zum Bunkervorgang und der Speicherung und der energetischen Umsetzung an Bord. Es wurden sowohl der regulatorische Rahmen als auch potenziell relevante Märkte analysiert und Handlungsoptionen in Vorbereitung für eine Markteinführung abgeleitet [1].

Strombasierte Kraftstoffe

Es gibt verschiedene Bezeichnungen für strombasierte Kraftstoffe: E-Fuels, Power-to-Fuels. Zu diesen zählen sowohl Wasserstoff (EE-H2) und synthetisches Methan (EE-CH4) als auch synthetisierte Flüssigkraftstoffe (EE-Diesel), die alle mithilfe von Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt werden.

Hintergrund

Die von der Bundesregierung vorgegebenen und international vereinbarten Ziele zur Treibhausgasminderung können nur durch eine nachhaltige Verringerung des Energiebedarfs und den umfangreichen Einsatz erneuerbarer Energien in allen energieverbrauchenden Sektoren erreicht werden. Die Binnenschifffahrt ist eine wichtige Säule des deutschen Güterfernverkehrs mit einer über die vergangenen Jahre weitgehend konstanten Transportleistung von etwa 60 Milliarden Tonnenkilometern [2], was derzeit rund neun Prozent des deutschen Güterverkehrsaufwands [3] entspricht. Auch andere Bereiche der Binnenschifffahrt (z. B. Personen- und Fährverkehr) sind wichtige Teile der deutschen Verkehrslandschaft. Bislang wird ein großer Teil der damit verbundenen Verkehrsleistung nahe Ballungsgebieten mit Schiffsdieselmotoren erbracht. Zukünftig muss aber auch die Binnenschifffahrt im Hinblick auf die Emissionsreduktion von Luftschadstoffen ihren Beitrag leisten. Insbesondere aus erneuerbarer Energie hergestellte strombasierte Kraftstoffe im Einsatz mit Brennstoffzellenantrieben in der Binnenschifffahrt haben das Potenzial, beide Aufgaben zu lösen und dadurch einen Beitrag zur Sektorenkopplung im Energiesystem zu leisten.

weiterlesen im HZwei April-Heft

Autoren:
Dr. Ulrich Bünger, Martin Zerta, Patrick Schmidt, Werner Weindorf
Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH (LBST);
Lars Langfeldt, Benjamin Scholz, Lea-Valeska Giebel
DNV GL SE;
Peter Klemm, Gunter Sattler
Ingenieurbüro für Schiffstechnik (IfS)

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