Bloom Energy – zurück auf Start

Der Aktienkurs von Bloom Energy erlebte einen kräftigen Kursrückgang nach vorangegangener sehr fester Tendenz (bis auf 14 US-$). Ursache dafür waren zuletzt die nicht guten Zahlen für das 4.Quartal 2019 und die damit eingehergehende Neubilanzierung von Serviceverträgen (Managed Service Agreements) aus dem Zeitraum 2016 bis Ende 2019. Statt diese Verträge vom Gegenwert her sofort als Einmalbetrag zu bilanzieren, hat man sich entschlossen, diese neu auf die jeweiligen Vertragslaufzeiten zu verteilen. Das betraf indes nur circa zehn Prozent der Umsätze und hat die Gesamtumsätze unverändert belassen. Interessant: Ein Analyst der Investmentbank Cowen sieht darin keinen Grund für eine Änderung der Zukunftsaussichten.

Noch schwache Zahlen … aber dann

Die Zahlen für das vierte Quartal 2019 fielen im negativen Sinne anders aus als erwartet: Statt einem Umsatz von circa 260 Mio. US-$ (Prognose) lag dieser bei 213,8 Mio. US-$ (plus 35,8 % gegenüber 4/2018) und statt einem Gewinn gab es einen Verlust in Höhe von 67,1 Mio. US-$, wobei bei Letzterem vor allem „stock based compensation“, also mehr buchhalterische Verluste zu beklagen sind. Der Auftragsbestand kletterte dennoch um beachtliche 43,5 %.

Für die Börse und natürlich die Shortseller (circa 18 Mio. Aktien sind leer verkauft worden, circa 70 Mio. gibt es – free float) war dies bislang perfekt, wie sich ja in der Kursentwicklung zeigte. Ich konzentriere mich da lieber wie der Analyst auf die Zukunftsaussichten, die als sehr gut angesehen werden können, wenn man sich den Auftragsbestand von gut 4 Mrd. ansieht – davon 1,1 Mrd. US-$ Hardware und 1,1 Mrd. US-$ an neuen Serviceverträgen und 2,1 Mrd. US-$ an Altverträgen. In der Bank liegen gut 377 Mio. US-$, wobei man die Rekapitalisierung der Altschulden im Jahresverlauf anstrebt. Da wird wahrscheinlich die ausstehende 6-%-Wandelanleihe von nominal 289 Mio. US-$ in eine neue Wandelanleihe (Convertible) getauscht, wie auch ein langfristiger Kredit kommen kann. Man wolle diese Refinanzierung auf jeden Fall im 1.Halbjahr 2020 abschließen.

Da Bloom ein sattes Plus an Auftragseingängen (4. Quartal 2019) von über 40 Prozent meldet und die neuen Energieserver über 50 Prozent mehr Leistung zu bringen imstande sind, ist das Wachstum des Unternehmens gesichert und lässt wieder steigende Notierungen der Aktie erwarten.

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Risikohinweis
Jeder Anleger muss sich immer seiner eigenen Risikoeinschätzung bei der Anlage in Aktien bewusst sein und auch eine sinnvolle Risikostreuung bedenken. Die hier genannten BZ-Unternehmen bzw. Aktien sind aus dem Bereich der Small- und Mid-Caps, d. h., es handelt sich nicht um Standardwerte, und ihre Volatilität ist auch wesentlich höher. Es handelt sich bei diesem Bericht nicht um Kaufempfehlungen – ohne Obligo. Alle Angaben beruhen auf öffentlich zugänglichen Quellen und stellen, was die Einschätzung angeht, ausschließlich die persönliche Meinung des Autors dar, der seinen Fokus auf eine mittel- und langfristige Bewertung und nicht auf einen kurzfristigen Gewinn legt. Der Autor kann im Besitz der hier vorgestellten Aktien sein.

Autor: Sven Jösting, verfasst am 19. März 2020

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