Unbekannt und teuer

Kommt im Frühjahr 2020 – die eLecta 300
Kommt im Frühjahr 2020 – die eLecta 300, © Remeha

Nach der Gasbranche setzt jetzt auch die Heizungsbranche immer stärker auf Wasserstoff. Obwohl die absoluten Verkaufszahlen von Brennstoffzellenheizgeräten immer noch niedrig sind, kann doch ein deutlicher Wachstumstrend verzeichnet werden. So stieg die Anzahl der Förderanträge 2019 um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Dies macht zumindest den Mitgliedern der Initiative Brennstoffzelle (IBZ) Hoffnung, dass in den nächsten Jahren ein richtiger Markt entstehen könnte. Von einer Wende im Wärmesektor kann hier allerdings noch lange nicht gesprochen werden.

Einmal im Jahr treffen sich Vertreter der IBZ, um sich gegenseitig auf den aktuellen Stand beim Thema Brennstoffzellentechnik zu bringen. Und alle Jahre wieder wird konstatiert, dass die absoluten Verkaufszahlen immer noch niedrig sind, dass die Öffentlichkeitsarbeit optimierbar ist, dass der bürokratische Aufwand für den Erhalt von Fördergeldern immens hoch ist und dass die Installateure besser eingebunden werden müssen.

So war es auch am 29. Oktober 2019, als sich rund 70 Branchenvertreter in Frankfurt am Main versammelten und feststellten, dass „die Brennstoffzellenheizung den Einstieg ins Wasserstoffzeitalter für jedermann“ ermöglichen könnte. Damit dies aber tatsächlich geschehen kann, müssen sich zunächst noch einige Voraussetzungen ändern, und genau daran hakt es aktuell. Denn auch bei der IBZ weiß niemand so recht, welcher denn der goldene Weg sein könnte, um in Deutschland ähnlich hohe Absatzzahlen wie in Japan erzielen zu können.

Seit mittlerweile mehr als zwanzig Jahren wird in der Bundesrepublik an stationären Brennstoffzellensystemen geforscht und entwickelt. Und immerhin gibt es hierzulande dank guter Förderbedingungen auch inzwischen einen Markt, der wächst – wenn auch langsam. Durchschnittlich wird die Installation eines Brennstoffzellenaggregats in Deutschland mit rund 11.000 Euro gefördert, aber trotzdem ist der vom Kunden selbst aufzubringende Preis immer noch fünfmal höher als beim Kauf einer konventionellen Brennwerttherme.

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5 Gedanken zu “Unbekannt und teuer

  1. Nur der solare-Wasserstoff hat das Moment anstehende Energie- und Klimaprobleme zu lösen.

    Mit normalen Wasserstoff löst man keine Energieprobleme.
    Das ist richtig.

    Mit solarem-Wasserstoff löst man aber Energieprobleme durch Energieumwandlung.

    Aus Wärme- und Lichtstrahlung der Sonne wird Solarstrom bzw. Ökostrom.
    Und das noch ca. 5,3 Milliarden Jahre, kostenlos und unverbindlich.

    Solarer-Wasserstoff ist dabei nur ein Energieträger bzw. ein „Energieumwandler“.

    Und da jede Energieumwandlung mit Verlusten behaftet ist, ist auch die Umwandlung in solarem-Wasserstoff mit Verlusten behaftet. (Maximierung der Entropie).

    Gesamtwirkungsgrad = Summe der Einzelwiederstände

    Kann man im Zusammenhang mit dem „Urenergielieferant“ SONNE überhaupt von einem
    Wirkungsgrad sprechen???

  2. Es ist schon auffällig das die stationäre Wärmegewinnung konsequent totgeschwiegen wird und der Fokus ausschliesslich auf der Mobilität und der industriellen Nutzung von H² liegt.
    Wieviel Leistung elektrisch müsste eine Brennstoffzelle haben, um als ausschliessliche Heizung sagen wir mit 20KWh Leistung Wärme geeignet zu sein ?
    Vielleicht liegt ja genau hier das Problem. Zuviel Stromerzeugung als ‚Abfallprodukt‘.

    • Absolut richtige Überlegung!
      Die stationäre BSZ-Nutzung als „stromerzeugende Heizung“ ist um ein vielfaches effizienter als beim EInsatz in einem Kfz. Eben wegen der Nutzung der 50-60% „Abwärme“ – aber auch, weil es keiner verlustreiche Kompression auf 700bar (Autoreifen: 2-3bar) bedarf …
      Aber bei Kfz gibt es die größere Lobby und es lassen sich ordentliche Subventionen aus Steuergeld abfassen …

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