Plug Power – 1 Mrd. US-$ Umsatz 2024?

DHL Express hat im Frühjahr 2019 100 H2 Panel Van mit BZ-Systemen von Plug bestellt, die Auslieferung startet 2020
DHL Express hat im Frühjahr 2019 100 H2 Panel Van mit BZ-Systemen von Plug bestellt, die Auslieferung startet 2020, © DHL

Vollmundig kommt es aus dem Hause Plug Power: 2024 wolle man die 1-Milliarde-US-$-Hürde beim Umsatz überschreiten und einen Vorsteuergewinn von 170 Mio. US-$ erlösen. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Erst einmal hat man im dritten Quartal die Billings (Neubuchungen) um gute 61 Mio. US-$ erhöhen können und sieht den Jahresumsatz bei 235 bis 245 Mio. US-$.

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Der Verlust im dritten Quartal von – unbereinigt – 0,08 US-$ pro Aktie hat indes nicht den Erwartungen standgehalten, aber Plug ist auf gutem Wege.

Inzwischen hat man die zweite von erwarteten vier bahnbrechenden Meldungen 2019 veröffentlicht, wonach man nun neben DHL (StreetScooter) auch mit dem französischen Energieversorger Engie zusammenarbeitet und bereits der erste Auftrag über 6 Mio. US-$ in den Büchern steht. Ein weiterer gilt als sicher und fließt dann wohl in das laufende vierte Quartal ein. Parallel konnte Plug auch Fiat Chrysler als Kunden in der Kfz-Branche gewinnen. BMW, VW und andere sind dies ja bereits. 240 Systeme mit einem Auftragsvolumen von geschätzten 10 Mio. US-$ wurden auf den Weg gebracht.

Was die Beschaffung von flüssigem Wasserstoff angeht, so hat Plug die Firma United Hydrogen als Zulieferer dieser Consumables gewonnen und verspricht sich eine gute Margenerhöhung. Langfristig wird es meiner Meinung nach ohnehin der Preis für Wasserstoff sein, der die Basis für nachhaltiges Gewinnwachstum für Plug bedeutet. Unklar bleibt für mich weiterhin die Bilanzierung der ausstehenden Optionsrechte/Warrants, die an Amazon und Walmart vergeben worden sind. Es soll sich um 100 bis 110 Mio. Stück handeln. (Stehen die ca. 40 Mio. leerverkaufter Aktien hiermit als Hedge/Absicherung in Zusammenhang?) Dies ist insofern wichtig zu wissen, als davon hohe quartalsmäßige bilanzielle Schwankungen – je nach Börsenkurs – ausgehen könnten.

Überhaupt muss sich Plug Gedanken über die Finanzierung der Schulden machen und hat nun erst einmal die Ausgabe von weiteren 40 Mio. Aktien (plus 6 Mio. weitere bei Überzeichnung) angekündigt. Die noch ausstehenden, aber avisierten guten News können genau diese Grundlage sein, die den Aktienkurs auf circa 4 US-$ brachte, um eine Kapitalerhöhung zu begründen. Bei einem starken Anstieg (über 4 US-$) würde ich – theoretisch – Plug dann aber glattstellen und alternativ in Ballard und Bloom reinvestieren.

Risikohinweis

Jeder Anleger muss sich immer seiner eigenen Risikoeinschätzung bei der Anlage in Aktien bewusst sein und auch eine sinnvolle Risikostreuung bedenken. Die hier genannten BZ-Unternehmen bzw. Aktien sind aus dem Bereich der Small- und Mid-Caps, d. h., es handelt sich nicht um Standardwerte, und ihre Volatilität ist auch wesentlich höher. Es handelt sich bei diesem Bericht nicht um Kaufempfehlungen – ohne Obligo. Alle Angaben beruhen auf öffentlich zugänglichen Quellen und stellen, was die Einschätzung angeht, ausschließlich die persönliche Meinung des Autors dar, der seinen Fokus auf eine mittel- und langfristige Bewertung und nicht auf einen kurzfristigen Gewinn legt. Der Autor kann im Besitz der hier vorgestellten Aktien sein.

Autor: Sven Jösting, Stand: Anfang Dezember 2019

2 Gedanken zu “Plug Power – 1 Mrd. US-$ Umsatz 2024?

  1. von Klimawandel, Dekarbonisierung, Rettung des Weltklimas ist schon lange nicht mehr die Rede! Vollmundige Versprechen von Kurssteigerungen trotz bekannter schlechter technischer Prozesskettenwirkungsgrade und damit verbundener hoher Betriebskosten der Systeme für lange Zeiträume sollen die Anleger gelockt werden! Zum Glück gibt es in diesen Forum auch immerwieder Risikowarnungen. Ich fürchte aber ,wie beim Goldrausch, der Immobilien-Blase und anderen Hypes
    setzt erst der Verstand aus und die Allgemeinheit muß das Desaster dann bezahlen, es ist ja alles wieder mal systemrelevant! Forschung und Entwicklung ist nötig, sollte sich aber nicht nur an zukünftiger Gewinnmaximierung orientieren.

  2. „Die noch ausstehenden, aber avisierten guten News …“
    Schön formuliert, wenn man dem Anleger Zukunftsvisionen „verkauft“, deren Umsetzung mehr als fraglich ist. Wenn 240 H2-Systeme in 2019 reichen, um einen Boom zu skizzieren, dann bin ich auf die nächsten Monate gespannt.
    Eine mehr als Vervierfachung des Umsatzes in 4 Jahren darf man zumindest ambitioniert nennen. Stückzahlsteigerungen sollten mit dringend notwendigen Kosten-/Preissenkungen einghergehen, was aber die Ereichung der Umsatzziele erschwert.
    Man wird sehen, was von den vollmundigen Versprechungen übrig bleibt.

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