Brand einer H2-Station in Norwegen

Sekunden nach der Entzündung ist erkennbar, wie reiner Wasserstoff mit nur schwach sichtbarer Flamme verbrennt
Sekunden nach der Entzündung ist erkennbar, wie reiner Wasserstoff mit nur schwach sichtbarer Flamme verbrennt, © VG

Am 10. Juni 2019 ist eine Wasserstofftankstelle in Norwegen in Brand geraten. Während in etlichen Medien von einer Explosion die Rede war, konstatierte der involvierte Elektrolyseurhersteller Nel, dass ausgetretenes Wasserstoffgas im Freien Feuer gefangen habe, wodurch eine Druckwelle entstanden sei. Laut Polizeibericht sind bei diesem Vorfall in Sandvika westlich von Oslo zwei Personen durch das Auslösen der Airbags ihrer Autos leicht verletzt worden. Nach ersten Überprüfungen hieß es wenige Tage später, durch ein Leck im Hochdruckspeichersystem sei Wasserstoff entwichen und habe sich entzündet. Es sei jedoch kein Tank geborsten.

Aus Sicherheitsgründen waren vorsorglich in einigen Ländern mehrere H2-Stationen geschlossen worden, um weitere Vorfälle dieser Art zu vermeiden, bis die Ursache für die Leckage sowie die Entzündung identifiziert werden konnte. Zudem stoppten Toyota und Hyundai zeitweise die Auslieferung ihrer Brennstoffzellenautos. Espen Olsen von Toyota Norway erklärte jedoch, dieser Vorfall ändere nicht „unsere Haltung zu Wasserstoff, und es ist uns wichtig zu betonen, dass H2-Autos mindestens so sicher sind wie konventionelle Fahrzeuge“.

Am 27. Juni meldete Nel, als Ursache sei von Gexcon AS, einem nach eigener Aussage weltweit führenden Unternehmen in den Bereichen Sicherheitsmanagement und Explosions- sowie Brandmodellierung, ein Montagefehler eines Steckers in einem Hochdruckwasserstofftank identifiziert worden. Infolgedessen sei Wasserstoff ausgetreten, der sich mit Luft vermischt und entzündet habe. Ungeklärt ist bislang aber nach wie vor, was die Zündquelle war, weshalb weitere Untersuchungen vorgenommen werden.

Bei der Wasserstofftankstelle handelt es sich um einen Standort von Uno-X (s. Foto), an dem der direkt neben der Zapfsäule befindliche Elektrolyseur von Nel ASA H2-Gas mit Hilfe von Solarenergie erzeugt.

1 Gedanke zu “Brand einer H2-Station in Norwegen

  1. Evtl. sollte der involvierte Elektrolyseurhersteller Nel sich über die Definition einer Explosion informieren ( … Vorgang des Freisetzens großer Energiemengen, im Allgemeinen in Form von Temperatur-, Druck- und Bewegungsenergie ) oder erklären, wie es ohne (Knallgas-)Explosion („mit Luft vermischt und entzündet“) zur Druckwelle mit mehreren Airbag-Auslösungen kam …

    Hier ist vom „Montagefehler eines Steckers in einem Hochdruckwasserstofftank“ die Rede. Woanders von einer undichten Verschraubung am Hochdrucktank – was mir wahrscheinlicher erscheint.

    Wesentlich ist, dass es auch bei Wasserstoff zu technischem und menschlichem Versagen kommen kann und der Aufwand, solche /ähnliche Vorfälle zu vermeiden die Kosten weiter erhöhen wird. Auch die Plazierung von H2-Tankstellen in Wohngebieten wird zukünftig sicher nicht einfacher.

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