Votum für ein Zwei-Energieträger-System

Der um einen Beisitzer (5. v. r.) erweiterte DWV-Vorstand
Der um einen Beisitzer (5. v. r.) erweiterte DWV-Vorstand

Der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband (DWV) hat während seiner diesjährigen Mitgliederversammlung am 14. Mai 2019 einen entscheidenden Schritt unternommen, um sich zukünftig stärker für den Aufbau einer grünen Energiewirtschaft auf Basis des Energieträgers Wasserstoff einsetzen zu können.

Die in Leipzig anwesenden Mitglieder wählten Alfred Klees, Leiter der Einheit Gastechnologien und Energiesysteme aus der Hauptgeschäftsstelle des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW), als weiteren Beisitzer in den Vereinsvorstand, damit er fortan als Bindeglied zwischen den beiden Verbänden fungieren und neue energiepolitische Akzente setzen kann.

Als neues DWV-Vorstandsmitglied soll Alfred Klees fortan rund dreißig Prozent seiner Hauptarbeitszeit für den H2– und BZ-Verband tätig sein. Unterstützt wird er dabei von dem Rechtsanwalt Dr. Uwe Wetzel, dem Leiter des Brüsseler DVGW-Büros, der ebenfalls für beide Vereine agieren wird. Im Gegenzug soll der DWV-Vorstandsvorsitzende Werner Diwald Mitglied des DVGW-Präsidiums werden. Diese und weitere Details hatte Diwald mit dem DVGW-Vorstandsvorsitzenden Prof. Gerald Linke in vorausgegangenen Gesprächen vereinbart.

Zu den geplanten Maßnahmen gehört auch, dass die DWV-Geschäftsstelle im Laufe des Jahres in die Räume der Berliner Repräsentanz des 700 Mitarbeiter beschäftigenden Gas- und Wasserverbands ziehen wird. Der anvisierte Umzug geht außerdem einher mit weiteren Veränderungen beim DWV: So zeichnet sich ab, dass der langjährige Sekretär Dr. Ulrich Schmidtchen bei der nächsten Vorstandswahl 2020 voraussichtlich nicht wieder kandidieren wird, da er in den Ruhestand geht. Inwieweit er danach den Verband trotzdem noch weiter unterstützen wird oder ob dann noch weitere Vorstandsposten von Gründungsmitgliedern neu besetzt werden müssen, ist derzeit offen.

Grundlage einer zukünftigen Energiewirtschaft

Als neuer Vorstandsbeirat soll Klees sowohl die Vereinsmitglieder als auch die Öffentlichkeit davon überzeugen, dass aktuell eine neue Ära anbricht. Der bis dato vornehmlich für Erdgas stehende DVGW soll grüner werden, damit er zukünftig weiterhin in der Energiewirtschaft mitreden kann. Erdgas soll sukzessiv durch Wasserstoff substituiert werden, so die neue Vorgabe, in deren Mittelpunkt fortan ein Zwei-Energieträger-System stehen wird. Inwieweit diese Strategie von allen DVGW-Mitgliedsunternehmen tatsächlich mitgetragen wird, ist bislang unklar. Sicher ist hingegen, dass Klees‘ Aufgabe keine einfache sein wird.

weiterlesen im HZwei Juli-Heft

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1 Gedanke zu „Votum für ein Zwei-Energieträger-System“

  1. Zitat:
    “Erdgas soll sukzessiv durch Wasserstoff substituiert werden, …”
    Da fehlt mir aber der entschiedene Hinweis, die EE-Stromerzeugung massiv auszubauen, um dann mit grünem Wasserstoff (Hydrolyse mit EE-Strom) das fossile Erdgas zu substituieren. Wenn wie derzeit noch ca. 90% allen H2 auf fossiler Basis produziert wird – vor allem über Dampfreformation aus Erdgas (!) – dann macht die Substitition weder wirtschaftlich noch ökologisch Sinn.
    Also:
    Der Ausbau der EE muss forciert werden, um Kapazitäten für grünen Wasserstoff zu erhalten! Ob man damit dann als Erstes Erdgas substituiert, wird sich zeigen. In der Stahlindustrie u.a. Branchen kann man mit grünem H2 direkt auch andere fossile Energieträger substituieren.

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