MAN steigt bei H-Tec Systems ein

T. Bareiß, Parlamentarischer Staatssekretär beim BMWi (l.), vorm GP-Joule-Elektrolyseur auf der Hannover Messe mit F. Zimmermann
T. Bareiß, Parlamentarischer Staatssekretär beim BMWi (l.), vorm GP-Joule-Elektrolyseur auf der Hannover Messe mit F. Zimmermann

MAN ist ein Fahrzeug- und Maschinenbaukonzern und wird gemeinhin assoziiert mit Verbrennungsmotoren und Nutzfahrzeugen. Dies dürfte sich nun ändern, denn seit Ende März 2019 hält das Tochterunternehmen der Volkswagen AG 40 Prozent der Anteile an der H-Tec Systems GmbH, einem Elektrolyseurhersteller.

Heinrich Gärtner, Frank Zimmermann und Dr. Joachim Herrmann verbleiben allerdings in der Geschäftsführung, während Ove Petersen, Mitgründer und CEO der Mutterfirma GP Joule, aus der Geschäftsführung von H-Tec Systems in den Vorsitz des Beirats, der aus Vertretern von GP Joule und MAN Energy Solutions gebildet wird, wechselt.

Gärtner erklärte: „Die Erfahrung unseres neuen Partners im Maschinenbau wie auch die weltweite Präsenz im Vertrieb geben uns die Möglichkeit, jetzt noch schneller auf die anstehende Expansion des Marktes für Elektrolyseure zu reagieren. Unsere konsequent auf Serienfertigung ausgelegte Technologie wird dadurch noch schneller Maßstäbe setzen.“ Dr. Uwe Lauber, Vorstandsvorsitzender von MAN Energy Solutions, sagte: „Für uns ist die Partnerschaft mit H-Tec Systems ein strategischer Schritt und der Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft. Die Bedeutung von klimaneutral erzeugtem Wasserstoff als Brenn- und Kraftstoff wird weiter steigen. […] Wasserstoff bildet die Grundlage für die Gewinnung von e-Fuels über das Power-to-X-Verfahren.“

„Mithilfe von Power-to-X lässt sich eine Vielzahl vollkommen klimaneutral erzeugter, synthetischer Gase gewinnen, deren Einsatz als Brennstoff die CO2-Belastung aus globaler Logistik und Energiegewinnung drastisch reduzieren kann.“

Dr. Uwe Lauber anlässlich der Umfirmierung von MAN Diesel & Turbo in MAN Energy Solutions im Juni 2018

Gegenüber HZwei hatte Ove Petersen im Frühjahr 2019 erklärt, GP Joule habe sich in den letzten Monaten neu aufgestellt. Ein Schwerpunkt sei zwar weiterhin die klassische Projektierung von Vorhaben im Wind-, Bioenergie- sowie Solarsektor, die zunehmend mit Mobilitäts- und Wärmethemen verknüpft werden, ein weiteres wesentliches Betätigungsfeld sei jedoch inzwischen auch das Dienstleistungssegment. In Nordamerika nehme GP Joule zudem immer mehr die Rolle eines Energiedienstleisters inklusive Energieversorgung ein – wie ein modernes Stadtwerk, so Petersen. Das Tochterunternehmen H-Tec Systems bleibe nach der Ende 2018 erfolgten Trennung von H-Tec Education weiterhin ein wichtiges Standbein, das jedoch deutlich unabhängiger gemacht worden sei.

MAN Energy Solutions hatte passend zu seiner bereits Mitte 2018 eingeleiteten inhaltlichen Umorientierung gemeinsam mit ARGE Netz (s. HZwei-Heft Jan. 2019) und Vattenfall Anfang April 2019 verkündet, im Industriepark Brunsbüttel ein großindustrielles Power-to-Gas-Projekt starten zu wollen. Im Rahmen des Vorhabens HySynGas sollen mit regional erzeugtem Strom aus erneuerbaren Energien grüner Wasserstoff und synthetische Gase hergestellt werden. Ziel sei, einen Power-to-Gas-Hub für die sektorenübergreifende Dekarbonisierung in Norddeutschland zu etablieren, weshalb man sich auch als Reallabor beworben habe.

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