Erneuerbare Energien veredeln

„So stellen wir uns die Zukunft vor“, erklärte GP-Joule-CEO O. Petersen dem Energiewende-Minister J. P. Albrecht (Mitte); rechts: Messe-Chef A. Petersen.
„So stellen wir uns die Zukunft vor“, erklärte GP-Joule-CEO O. Petersen dem Energiewende-Minister J. P. Albrecht (Mitte); rechts: Messe-Chef A. Petersen.

„Lassen Sie uns erneuerbare Energien veredeln – wir als Branche wären so weit.“ Mit diesen Worten eröffnete Mai-Inken Knackfuß, die Geschäftsführerin von watt_2.0, die New Energy Days, die vom 21. bis zum 24. März 2019 in Husum stattgefunden haben. Den Auftakt zu dieser Veranstaltung bildete die H2.0-Konferenz, zu der über 120 Teilnehmer ins NordseeCongressCentrum gekommen waren, um sich über eine Grüne Wasserstoff-Wirtschaft in den Regionen zu informieren. Ergänzend dazu fanden die Publikumsmesse New Energy Home sowie die Fachmesse New Energy Expert statt, die mit insgesamt rund 90 Ausstellern sowohl Verbraucher als auch Fachleute auf den neusten Stand im Energiesektor brachten.

Jan Philipp Albrecht, der Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung in Schleswig-Holstein, kam eigens mit einem Wasserstoffbus zum Messegelände gefahren. In seiner Eröffnungsrede berichtete er, der prozentuale Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch betrage bundesweit 36 Prozent, in seinem Bundesland hingegen 156 Prozent. Weiterhin habe das Statistikamt Nord ermittelt, dass in Schleswig-Holstein 2016 rund 19.000 Beschäftigte im Bereich der erneuerbaren Energien tätig waren. Gleichzeitig stellte er klar: „Niemand möchte, dass Windkraftanlagen hingestellt werden und diese dann stillstehen.“ Deswegen, so Albrecht, werde sich das Land dafür einsetzen, dass Benachteiligungen abgeschafft und die vorhandenen Potentiale genutzt würden.

Das Programm der H2.0-Konferenz, das der Branchenverband watt_2.0 zusammengestellt hatte, bot anschließend eine abwechslungsreiche Abfolge von zahlreichen spannenden Beiträgen, die gewohnt professionell und unterhaltsam von dem langjährigen fachkundigen Moderator Ulrich Walter begleitet wurden. Besonders hervorzuheben ist die progressive Stimmung, die während der Veranstaltung vorherrschte. So spendeten die Konferenzteilnehmer häufig Szenenapplaus, wenn markante Sätze fielen und von Rednern beispielsweise die immer noch fehlenden politischen Rahmenbedingungen kritisiert wurden. Auch in den gut besuchten Seminaren war zu spüren, dass die zumeist fachkundigen Zuhörer geradezu gierig auf neue Informationen waren. Insgesamt erwies sich mal wieder, dass die Nordfriesen erneuerbaren Energien gegenüber äußerst aufgeschlossen sind und ohne viel Federlesens Sachen anpacken. Machen, nicht nur darüber schnacken, so lautete hier die Devise.

Ein Höhepunkt war die Vorstellung von insgesamt acht deutschen Wasserstoffregionen, die ihre Aktivitäten sowie ihre Zukunftsvorstellungen im H2– und BZ-Bereich im Rahmen von Best-Practice-Beispielen präsentierten. Einhellige Meinung der Regionalvertreter aus Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Sachsen und Schleswig-Holstein war in der nachfolgenden Debatte, dass untereinander kein Wettbewerb herrsche, sondern alle gemeinsam in dieselbe Richtung strebten.

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