Landesregierung will H2-Aktivitäten ausbauen

Steinbach
Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach

In keinem anderen deutschen Bundesland ist der Spagat in der Energiewirtschaft zwischen fossilen und erneuerbaren Energien so schwierig wie in Brandenburg. Während im Süden des Landes viele Arbeitskräfte im Braunkohlebergbau beschäftigt sind, stehen im Norden und um Berlin herum zahlreiche große Windparks. Die rot-rote Landesregierung bemüht sich seit Jahren, beides unter einen Hut zu bekommen.

Ob Wasserstoff beide Energiezweige zusammenführen könnte, darüber sprach HZwei mit dem Landesminister für Wirtschaft und Energie, Dr. Jörg Steinbach (SPD).

Hydrogenics

HZwei: Sehr geehrter Herr Minister Steinbach, Sie sind seit September 2018 brandenburgischer Wirtschaftsminister, kommen aber eigentlich aus der Wissenschaft: Sie waren Präsident der TU Berlin und danach Gründungspräsident der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg. Was hat Sie dazu bewegt, ein politisches Amt zu übernehmen?

Steinbach: Ich beobachte leider seit geraumer Zeit, dass unser gesellschaftliches Leben der letzten sechzig Jahre, das durch eine repräsentative Demokratie geprägt und auf das erfolgreiche Friedensprojekt Europa ausgerichtet war, durch von rechts aufkommenden Nationalismus und Populismus in Gefahr gerät. Daran sind die Politiker in Teilen selbst Schuld. Bekommt man nun die Chance geboten, durch Übernahme eigener politischer Verantwortung und durch das Vorleben einer anderen Politikkultur diese Bewegung wieder zurückzudrängen, muss man Ja sagen, Farbe bekennen und Gesicht zeigen.

Einer der wichtigsten Termine in jüngster Vergangenheit dürfte für Sie der Abschlussbericht der Kohlekommission gewesen sein. Wie beurteilen Sie das Ergebnis?

Wenn ein Kompromiss bei beiden Seiten gleichermaßen Schmerzen verursacht, dann ist es ein guter Kompromiss, hat eine Journalistin neulich gesagt. Diese Meinung teile ich. Im Rahmen der Möglichkeiten war es das bestmögliche Ergebnis. Gut ist es, dass die Empfehlungen für die Strukturentwicklung in den deutschen Braunkohleregionen und für den Ausstieg aus der Kohleverstromung in der Kommission von einer sehr breiten Mehrheit getragen wurden. Der Beschluss des Abschlussberichts ist ja fast einstimmig gefallen. Jetzt kommt es darauf an, dass die Empfehlungen der Kommission auf dem schnellsten Weg in ein belastbares Maßnahmengesetz überführt werden.

Wie wollen Sie es schaffen, die Gemüter der Kohlekumpel, die berechtigterweise um ihre Zukunft bangen, zu beruhigen?

weiterlesen im HZwei April-Heft

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