Tesla – Top-Manager verlassen das Haus

Tesla-Sportwagen
Die Vision zahlreicher Hausbesitzer und Autoliebhaber, © Tesla

Der Aderlass von Top-Managern geht bei Tesla (TSLA) immer weiter: Der Chefjustiziar verließ kürzlich nach nur zwei Monaten das Unternehmen und der Finanzvorstand kündigte nach zwei Jahren, obwohl er es war, der vor Jahren schon einmal die Finanzen des Konzerns als CFO überwachte. Das hat nichts Gutes zu bedeuten. Auf der anderen Seite konnte Elon Musk erst einmal einen Achtungserfolg erzielen: Milliardärsfreund Elisson von Oracle wurde in den Tesla-Aufsichtsrat berufen. Er selbst hat wohl über 1 Mrd. US-$ in Tesla-Aktien investiert und ist damit der zweitgrößte private Aktionär nach Musk.

Die Zahlen für das vierte Quartal 2018 waren indes nicht berauschend und mit der Prognose versehen, dass auch das erste Quartal 2019 (Aussage Musk) keine hohen Erwartungen rechtfertige. Konkret: Der Umsatz stieg stark auf über 7,3 Mrd. US-$ im vierten Quartal an. Unter dem Strich blieb aber nur ein Gewinn in Höhe von 139 Mio. US-$ übrig (=0,81 US-$/Aktie GAAP). Gut ist der positive Cash-flow von über 910 Mio. US-$ und der auf 3,7 Mrd. US-$ angestiegene Bargeldbestand. Hierin sind indes 793 Mio. US-$ an Vorauszahlungen (Deposits) enthalten, und 920 Mio. US-$ wurden Anfang März für die Rückzahlung einer Wandelanleihe fällig.

Hydrogenics

Maxwell Technologies – strategische Akquisition

Der angekündigte Kauf der Batterietechnologie-Entwicklungsfirma Maxwell für 222 Mio. US-$ im Aktientausch (Maxwell ist ja börsennotiert) wurde durchweg sehr positiv aufgenommen. Hier muss sich aber erst einmal zeigen, wie deren Technologie bei Tesla zur konkreten Umsetzung führt und welche Verbesserungen sich daraus ergeben. Das Unternehmen scheint herausragende Technologie zu besitzen, die sich Tesla verständlicherweise zu Nutzen machen will. Vorerst müssen aber noch Rechtsklagen von Maxwell-Aktionären abgewartet werden, die den Verkauf an Tesla zu verhindern versuchen und im Erfolgsfall die Übernahme auch vereiteln können.

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Risikohinweis

Jeder Anleger muss sich immer seiner eigenen Risikoeinschätzung bei der Anlage in Aktien bewusst sein und auch eine sinnvolle Risikostreuung bedenken. Die hier genannten BZ-Unternehmen bzw. Aktien sind aus dem Bereich der Small- und Mid-Caps, d. h., es handelt sich nicht um Standardwerte, und ihre Volatilität ist auch wesentlich höher. Es handelt sich bei diesem Bericht nicht um Kaufempfehlungen – ohne Obligo. Alle Angaben beruhen auf öffentlich zugänglichen Quellen und stellen, was die Einschätzung angeht, ausschließlich die persönliche Meinung des Autors dar, der seinen Fokus auf eine mittel- und langfristige Bewertung und nicht auf einen kurzfristigen Gewinn legt. Der Autor kann im Besitz der hier vorgestellten Aktien sein.

Autor: Sven Jösting

3 Gedanken zu “Tesla – Top-Manager verlassen das Haus

  1. @Joe Schmidt: „Wieder ein Artikel, der natürlich ausschließlich die persönliche Meinung des Autors darlegt …“

    Welch beeindruckende Beobachtungsgabe Joe. Im letzten Absatz weist der Autor sogar darauf hin. 😉

    Ich verstehe die ganze Aufregung hier nicht, sind Sie in Tesla investiert und haben Angst um ihr erspartes wegen solcher Beiträge? Haben Sie lieber Angst davor, was Elon Musk als nächstes Twittert. Hier werden letztendlich nur die allgemein verfügbaren Darstellungen wiedergegeben und wie ich finde für einen „neutralen“ Beobachterstandpunkt recht sachlich und logisch begründet. Wenn man etwas wirklich Negatives über Tesla berichten möchte, dann muss man sich nur die von Musk aufgeführten Zahlen zum autonomen Fahren hernehmen und anhand der offiziellen Unfallstatistiken (Ortslage der Unfälle und Fahrleistung nach Ortslage) hernehmen und gegenüberstellen.

    Das auf einem Blog für Wasserstoff und Brennstoffzellen diese Technologien besser dargestellt werden erachte ich als völlig normal. Wer damit nicht klar kommt sollte andere Seiten besuchen. Ich persönlich glaube auch nicht an Wasserstoff im Automobilbereich bei dem jetzigen Stand der Technik. Einfach zu wenig Fortschritt bei den gleichen altbekannten Problemen, das gleiche war allerdings auch bei E-Autos Jahrzehntelang der Fall. Vielleicht kommt ja auch im Bereich Wasserstoff die entsprechende Entwicklung die alles ändert.

    • Aufregung?
      Eher nicht. Ich besitze weder einen Tesla, noch Tesla-Aktien. Nur den „neutralen“ Beobachterstandpunkt kann ich nicht sehen und das hängt wohl, wie Sie schon anmerken, damit zusammen, dass wir uns im H2-Blog befinden.
      Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass (wie auch den den Elektrofahrern) viele Anhänger der Wasserstoff-Technologie in einer „Filterblase“ agieren, die vor allem aus „Potentialen und Zukunftsaussichten“ gespeist wird – seit Jahren.

  2. Wieder ein Artikel, der natürlich ausschließlich die persönliche Meinung des Autors darlegt und wie auch die bisherigen Artikel eher einen negativen Eindruck zu Tesla hinterlässt. Ob das damit zusammenhängt, dass das E-Auto in direkter Konkurrenz zum seriellen elektrischen Hybriden „Wasserstoffauto“ steht?
    Die Berichte zu den jeweiligen Wasserstoff- /Brennstoffzelle-Firmen lesen sich jedenfalls anders – obwohl es kaum tatsächlich greifbare Erfolge – erst recht nicht in den Größenordnungen von Tesla – gibt.

    Was will der Autor eigentlich von der Gigafactory nahe der chinesischen Metropole Shanghai jetzt lesen? Ende 2018 war Baubeginn. Dass die Finanzierung steht („China gewährt Tesla Mega-Kredit“), wurde Anfang März 2019 offiziell mitgeteilt. Die Zweifel an einer fehlenden Genehmigung zum Handel von Fahrzeugen als Basis für die Produktion in China sind schon eine recht abenteuerliche Spekulation des Autors.
    Derzeit wird halt gebaut – bis Mitte 2019 das Werk und bis Ende des Jahres 2019 die Produktionsaustattung …

    Wenn ich solche Investitionsaussagen zu Brennstoffzellenfertigern lesen könnte, wäre es toll – nur gibt es diese Meldungen halt nicht. Da sind zu BSZ schon Willensbekundungen, Prognosen und „Potentiale“ eine positive Meldung wert.

    Die „große Auszeichnung für die 2G Energy AG, die wasserstoffbetriebene Blockheizkraftwerke nutzen will, um kostengünstig und effizient Strom und Wärme zu generieren“ freut mich – bestärkt sie doch meine Meinung, dass die Zukunft der Brennstoffzelle eben nicht im mobilen Bereich liegt – dessen Entwicklung mittlerweile recht deutlich von BEV dominiert wird.

    Wir werden sehen wie bei Tesla „die Konkurrenz parallel dazu stark zunimmt“. Derzeit kann kaum ein dt. Hersteller Stückzahlen an BEV liefern und die asiatischen Hersteller liefern nur gerade ausreichende Stückzahlen nach Europa, um ihre Flottenverbräuche zu schönen.

    In Ländern ohne eigene Autoindustrie (bspw. der Schweiz) steht das Tesla Model3 jedenfalls recht weit oben bei den Zulassungszahlen und es ist nicht anzunehmen, dass ein neues Kfz-Modell, welches im Preis-Leistungsverhalten derzeit kaum von Mitbewerbern erreicht (geschweige denn überflügelt) wird, in einem wachsendem Gesamtmarkt für elektrische Kfz Absatzprobleme bekommen sollte.

    Ich bin gespannt, wann die vorhandenen /angekündigten Brennstoffzellenfahrzeuge eine nennenswerte Rolle spielen wollen. Das Zeitfenster ist bei BEV-Produktionszahlen im sechsstelligen Bereich meiner Meinung nach nicht mehr groß.

    Aber das ist ja auch nur meine persönliche Meinung und ich habe wahrlich keinerlei finanzielle Interessen an den Auswirkungen meines Beitrages hier …

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