SOLIDpower präsentiert BlueGen BG-15

Andreas Ballhausen mit altem und neuem BlueGen

Zwölf Jahre nach dem Produktionsstart des BlueGen bringt SOLIDpower eine neue Gerätegeneration heraus: Ab dem Frühjahr 2019 will das in Heinsberg produzierende Unternehmen den BlueGen BG-15 anbieten. Am 21. November 2018 hat der deutsch-italienische Brennstoffzellenhersteller den Produktlaunch durchgeführt und seine Partner und Gäste sowie die Presse zur Werksbesichtigung eingeladen.

Nach vielen Jahren der Unruhe, in denen zahlreiche Umstrukturierungsmaßnahmen vorgenommen wurden, kann sich SOLIDpower jetzt auf sein neues Brennstoffzellengerät und dessen Vermarktung konzentrieren. Dementsprechend nutzte Andreas Ballhausen, Geschäftsführer der SOLIDpower GmbH, das Podium in Heinsberg und skizzierte seine Vision der zukünftigen Geschäftsentwicklung. So beabsichtige sein Unternehmen, in einigen Jahren ein breit gefächertes Leistungsspektrum anbieten zu können – auch für andere Anwendungen wie beispielsweise Rechenzentren. Damit die Stückzahlen steigen und die Kosten fallen, soll eine neue Fabrik am Firmenhauptsitz im norditalienischen Mezzolombardo entstehen. Zudem möchte man zukünftig neben erdgasbetriebenen Systemen auch Modelle für Flüssiggas und später auch weitere Leistungsklassen bis hoch in den 100-kW-Bereich offerieren können.

Übergang zur Teilautomatisierung

Ob das alles tatsächlich in dem bislang kommunizierten Zeitrahmen gelingen kann, darf getrost abgewartet werden. Wichtiger ist vorerst, dass mit dem BlueGen BG-15 die Voraussetzungen für eine Teilautomatisierung im Fertigungsprozess geschaffen werden. Seit Oktober 2009, als CFC die Serienproduktion in Heinsberg startete (s. HZwei-Heft April 2010), ist zwar viel geschehen, die Montage erfolgt derzeit aber noch per Hand und teilweise vergleichsweise personalaufwändig nach dem Vier-Augen-Prinzip, um so die Fehlerquote zu minimieren. Die Stapelung der 51 Einzelzellen mit allen Lagen und Dichtungen dauert beispielsweise pro Stack zwei Stunden. Die Wareneingangskontrolle wird visuell – teilweise mit dem Mikroskop – durchgeführt, um so die selbst gesteckten Gütekriterien erfüllen zu können. „Im Moment zählt nur eins: Qualität“, sagte Ballhausen.

Für ihn geht es dabei vornehmlich um die Installateure und die Endkunden, die noch weiteres Vertrauen beim Umgang mit dieser Technologie sammeln müssen. Und das hat seinen Preis. Mit dem Aufbau zusätzlicher Produktionskapazitäten in Mezzolombardo, wo dann die Stack-Fertigung erfolgen wird, sollen insgesamt mehr Exemplare (jährlich 16.000 Stück ab 2020 entsprechend 50 MW) mit weniger Aufwand gebaut werden können – und das bei niedrigeren Stückkosten.

Die Konfiguration der Mikro-KWK-Anlage (Kraft-Wärme-Kopplung) wurde zwar auch während des Produktzyklus des bisher produzierten Geräts, von dem insgesamt mehr als 1.000 Stück verkauft wurden, stetig optimiert. Ballhausen spricht jetzt aber dennoch von einem „Technologiesprung“ beim Wechsel vom alten zum neuen BlueGen. Der Bau erster Exemplare des neuen Modells wird schon jetzt in die Arbeitsabläufe mit eingebunden, bis im Mai 2019 dann der Typenwechsel abgeschlossen sein wird.

Weiterlesen im HZwei Januar-Heft

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