Fronius weiht grüne H2-Betankungsstation ein

Der SOLH2UB-Container, © Joachim Berner

Anfang Oktober 2018 hat Fronius eine Demonstrationsanlage einer innerbetrieblichen solaren Wasserstofftankstelle an seinem Entwicklungs- und Forschungszentrum in Thalheim bei Wels eingeweiht. Das österreichische Unternehmen für Leistungselektronik sieht seinen SOLH2UB als dezentralen Baustein einer zukünftigen Wasserstoffversorgung und als Teil seiner 24-Stunden-Sonne-Strategie.

Schon bei der Firmengründung von Fronius im Jahr 1945 haben Autos eine zentrale Rolle gespielt. Günter Fronius startete mit dem Bau eines Ladegeräts mit 50-Hertz-Technologie, um Autobatterien füllen zu können. Das war damals keine Selbstverständlichkeit. So wie es heute noch nicht selbstverständlich ist, ein Auto mit Wasserstoff zu betanken. Dennoch geht das Pettenbacher Unternehmen, das sich in den vergangenen Jahrzehnten einen Namen mit Schweißtechnik, Solarwechselrichtern und Ladegeräten gemacht hat, ganz bewusst diesen Schritt. Am 12. Oktober 2018 stellte es seinen SOLH2UB vor: eine modulare Betankungseinheit für Wasserstoff, der an Ort und Stelle mit Hilfe von Solarstrom erzeugt wird. SOLH2UB steht dabei für „solarer Wasserstoff-Knotenpunkt“ (hub: engl. Knotenpunkt).

Hydrogenics

Der PEM-Elektrolyseur kann täglich bis zu 4,35 Kilogramm Wasserstoff erzeugen. Für den neuen Brennstoffzellen-SUV Hyundai Nexo reicht das zwar nicht ganz aus (Tankfüllung: 6,33 kg), aber deswegen sieht das Konzept einen modularen Aufbau vor, so dass sich die Wasserstoffherstellung je nach dem Bedarf des Kunden auf bis zu 100 Kilogramm pro Tag erweitern lässt.

Den für die Wasserstoffherstellung benötigten Strom liefert eine Photovoltaikanlage mit sechs Kilowatt Leistung. Reicht der Sonnensaft nicht aus, bezieht Fronius die Elektrizität aus dem Netz. Gespeichert wird das Gas in 24 Druckbehältern mit je 50 Liter Inhalt. Umgerechnet sind das zusammen 27 Kilogramm Wasserstoff. Zudem hat Fronius eine Brennstoffzelle in die Anlage integriert. Diese wandelt den Wasserstoff bei Bedarf wieder in Strom und Wärme um.

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