Chancen für die britische H2- und BZ-Branche

Roter Wasserstoffbus von Wrightbus in London

Die Entwicklung der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien nimmt in Großbritannien durch die von der Regierung Ende 2017 verabschiedete Clean-Growth-Strategie an Fahrt auf. Trotz der Brexit-Unwägbarkeiten sehen sowohl Politik als auch Industrie und Forschungseinrichtungen in ihr eine große Chance, wichtige Wertschöpfungsketten im Land aufzubauen und sich international vor allem im Bereich der Wärmeversorgung mit Wasserstoff als führend zu etablieren. Das für die Clean-Growth-Strategie zuständige Ministerium (Department for Business, Energy & Industrial Strategy, BEIS) unterstützt in den Energiesektoren Wärme und Verkehr den Einsatz von Wasserstoff.

Neben der Produktion aus erneuerbaren Energien steht im Vereinigten Königreich auch die Wasserstoffherstellung per Erdgasreformierung einschließlich Carbon Capture, Usage and Storage (CCUS) im Vordergrund. Allerdings werden insbesondere die Demonstrationsaktivitäten durch den anstehenden Brexit in Zukunft ohne die europäische Fördergelder auskommen müssen.

Aktuell sind britische Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen als Koordinatoren und Konsortialpartner in Dutzende europäische H2– und BZ-Förderprojekte eingebunden. Die britische Regierung hat jedoch bereits angekündigt, die EU-Fördermittel im Bereich Forschung und Infrastruktur nach Austritt zu kompensieren, so dass laufende Projekte nicht gestoppt werden müssen. Offen hingegen ist, ob und inwieweit EU-Fördermittel, die gegenwärtig in die Marktvorbereitung, also die Demonstrationsaktivitäten von H2– und BZ-Technologien, fließen, auch ersetzt werden. An dieser Stelle besteht für britische Unternehmen derzeit das Risiko, die Kommerzialisierung ihrer Anwendungen nicht mehr finanzieren zu können.

Wärmesektor setzt auf Wasserstoff im Erdgas

Damit Großbritannien seine selbst gesteckten Klimaziele erreichen kann, muss sich insbesondere der Wärmesektor wandeln. Fast die gesamte thermische Energie und mehr als ein Drittel der Stromerzeugung kommen aus der Verbrennung von Erdgas mit entsprechenden Treibhausgasemissionen. Über 80 Prozent der Briten (Gesamtbevölkerung: 66,5 Mio.) nutzen Erdgas zum Kochen und Heizen. In einem Großteil der 27 Mio. Haushalte sowie in Büros, Geschäften und Gewerbeimmobilien sind Gasboiler, die leise, zuverlässig, schnell und kostengünstig Raumwärme und Warmwasser bereitstellen, an der Wand installiert. Dieser Umstand unterscheidet den britischen Wärmemarkt deutlich von dem anderer europäischer Länder.

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Autorin: Alexandra Huss

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