Dieses Auto macht glücklich

In den wenigsten Autohäusern erhalten Privatkunden bei Fragen rund ums Thema Elektromobilität heutzutage eine wirklich kompetente Beratung. Elektroautos, egal welcher Gattung, zählen in den meisten Showrooms immer noch zu den Exoten. Entweder gibt es gar keine Modelle zum Ansehen oder es findet sich lediglich ein einzelnes Ausstellungsstück abseits in irgendeiner Ecke. Brennstoffzellenautos fehlen meist komplett, weil es einfach viel zu wenige gibt.

Die Ausnahme von dieser Regel ist in Hamburg zu finden: Autohaus Päsler bietet kompetente Beratung zu beiden – zu batterie- und brennstoffzellenbetriebenen Autos.

Das erste Mal bin ich auf den Namen Päsler bewusst in Enge-Sande gestoßen. Während des Grünstrom-Events im Juni 2018 präsentierte Oliver Päsler im hohen Norden den neuen Hyundai Nexo. Dort berichtete mir der Geschäftsführer der Schwarzenbeker Filiale des Autohauses Päsler, dass er sich auf akkubetriebene E-Fahrzeuge spezialisiert habe, während sein Bruder die Brennstoffzellenschiene bediene. Sebastian Päsler erschien nach einigen Stunden ebenfalls am dortigen Messestand. Später berichtete er mir bei meinem Besuch in seiner Filiale in Hamburg-Bergedorf, es sei ihm bei dieser Veranstaltung wichtig gewesen, dass wirklich die gesamte Zeit über ein fachkundiger Ansprechpartner bei dem ausgestellten Auto steht, weshalb beide Geschwister gerne den langen Weg bis an die dänische Grenze auf sich genommen hätten.

Details wie diese bekomme ich noch viele zu hören, als ich Sebastian Päsler im Oktober 2018 in Norddeutschland besuche. Trotz Erkältung berät er ausführlich interessierte Kunden und nimmt sich anschließend noch Zeit für ein Interview. „Reinhard Christiansen war auch gerade hier“, erzählt er mir. „Gerade eben.“ Den Windkraftpionier, der derzeit einen eigenen Elektrolyseur mitsamt Wasserstofftankstelle an seinem Windpark in Ellhöft aufbaut (s. S. 21), hätte ich zwar auch gerne mal wieder gesprochen, aber seinetwegen bin ich ja nicht hier.

Mir geht es heute um Autohändler wie die Päsler-Zwillinge, von denen fast alle Interessenten im Norden bislang ihre Nexo-Modelle gekauft haben. Ihr Engagement hat dazu geführt, dass allerorts ihr Name genannt wird, sei es bei H2 Mobility oder bei hySolutions, von denen sich für diesen Tag auch noch jemand angekündigt hat. Auch Jorgo Chatzimarkakis von Hydrogen Europe hat hier seinen Wagen bestellt.

Angesprochen auf die bisherigen Verkaufszahlen zeigt sich Päsler Junior aus Rücksicht auf andere Hyundai-Händler wortkarg. In Autohäusern in anderen Städten wird mir erklärt, warum: Und zwar können bei weitem nicht alle Vertriebsstellen einen Nexo ordern, weil sie dafür die entsprechenden Voraussetzungen und Qualifikationen gar nicht erfüllen. So kommt es, dass bislang ein nennenswerter zweistelliger Prozentsatz der 150 insgesamt in die Europäische Union gelieferten Nexo-Modelle über das Hamburger Familienunternehmen abgewickelt wurde.

Päslers haben allerdings auch einiges investiert, um an die Brennstoffzellenautos heranzukommen. Die Belegschaft wird regelmäßig zu Aufbaulehrgängen, die durchaus mal drei Wochen dauern, nach Offenbach geschickt, während die Filialleiter gleichzeitig fleißig Werbung machen und viel beraten, worunter dann natürlich ein Stück weit das Geschäft mit anderen „konventionellen“ Modellen leidet. Warum macht er das dann trotzdem, frage ich ihn: „Geld kann man damit keins verdienen, aber es macht Spaß“, so die Antwort.

gesamten Artikel lesen im Januar-Heft der HZwei

Schreibe einen Kommentar