Die f-cell hält die Fahne hoch

Der Kongresssaal war voll wie eh und je

Die f-cell hat schon viele Entwicklungen kommen und gehen sehen. Innerhalb der vergangenen achtzehn Jahre kamen auch einige Firmen nach Stuttgart, die es heute gar nicht mehr gibt. Einige der ehemaligen Referenten haben zwischenzeitlich mehrfach ihren Arbeitgeber gewechselt, und so ist auch der Veranstaltungsort der f-cell erst hin zum Stuttgarter Messegelände und nun wieder zurück ins Haus der Wirtschaft gewechselt.

Der grundlegenden Entwicklung in der H2– und BZ-Branche haben all diese Veränderungen keinen Abbruch getan, ganz im Gegenteil – sie haben ihr durchaus gutgetan. Peter Sauber und sein Team knüpften dort wieder an, wo sie vor sechs Jahren aufgehört hatten: Die Stimmung war ebenso optimistisch wie 2011, und auch die Zahl der Aussteller war mit 41 ähnlich groß wie damals (2011: 46). Selbst die Betreuung vor Ort, die bei der Landesmesse Stuttgart sehr viel anonymer gewesen war, war wieder freundlich und zuvorkommend – wie früher –, ja fast familiär. Dementsprechend bedankte sich Helmfried Meinel vom Landesumweltministerium gleich in seiner Begrüßungsrede herzlich beim Organisator dafür, dass dieser „die Fahne weiter hochhält“. Auch Dr. Klaus Bonhoff, Geschäftsführer der NOW GmbH, erklärte: „Es fühlt sich gut an, wieder im Haus der Wirtschaft zu sein. Ich bin gerne hergekommen.“

Positiv anzumerken ist, dass sich die Peter Sauber Agentur Messen und Kongresse GmbH in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt hat, was nicht nur am moderneren Standbau festzustellen war. Die größte Neuerung waren die neuen Kommunikationsformate, die das Netzwerken sehr viel stärker in den Mittelpunkt stellten. So war beispielsweise ein spezieller Bereich für Geschäftsgespräche (match making) eingerichtet worden. Zudem gab es drei Thementische: Hier trafen sich jeweils bis zu zehn Teilnehmer zu bestimmten Sujets, die von den Moderatoren eingebracht worden waren, um ungestört eine Stunde in einem separaten Raum diskutieren zu können.

Die ebenfalls neuen, aber hinsichtlich der Personenzahl nicht limitierten Workshops konnten demgegenüber von den jeweiligen Moderatoren individuell ausgestaltet werden. So formierte Frank Sreball eine Gesprächsrunde mit sechs Teilnehmern und inszenierte eine neunzigminütige Debatte à la Markus Lanz, die beim Publikum trotz der schwülwarmen Temperaturen in diesem Raum gut ankam. Andere Gesprächsleiter taten sich mit derlei Interaktivitätsversuchen zwar noch etwas schwer, aber insgesamt wurde mehr diskutiert und interagiert als früher.

Input aus der ganzen Welt

Die Konferenz war insgesamt rege besucht. Während der Startsessions an beiden Tagen war die König-Karl-Halle gut gefüllt, bevor sich dann die Zuhörer zu den verschiedenen Sessions in unterschiedliche Räume verstreuten. Die Vorträge aus Europa, Nordamerika und Asien gaben ein gutes Stimmungsbild wieder, demzufolge im H2– und BZ-Sektor weltweit momentan viel passiert. Ganz aktuell gab es brandheiße Informationen aus Linz, wo quasi zeitgleich die Hydrogen Initiative gegründet worden war (s. S. 9). Zudem hieß es, dass bis 2025 insgesamt 800 Wasserstofftankstellen in Europa stehen sollen. Vom Hydrogen Council kam die Meldung, dass dieser Unternehmenszusammenschluss inzwischen auf 54 Mitglieder angewachsen sei. Und aus Japan wurde berichtet, dass im Oktober 2018 ein Hydrogen Energy Ministerial Meeting abgehalten wurde.

NOW-Chef Bonhoff erklärte dementsprechend: „Die Zeit ist jetzt reif, in den großen industriellen Maßstab zu gehen.“ Außerdem plädierte er dafür, Wasserstoff zukünftig noch besser in der Energiepolitik zu verankern. Der Markt fange zwar an, diese Technologie nachzufragen. Zudem kämen jetzt erste kommerzielle Flotten, aber „an der politischen Strategie ‚pro Wasserstoff‘ müssen wir noch etwas arbeiten“, so Bonhoff.

Interessante Einblicke lieferte auch das diesjährige Partnerland Norwegen. …

weiterlesen im HZwei Januar-Heft 2019

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