Kühn versucht es jetzt mit kraftwerk TUBES

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Sascha Kühn, © Consilium Rechtskommunikation

Zahlreiche Brennstoffzellen-Fans sind immer noch stocksauer auf Dr. Sascha Kühn. Nicht so sehr deswegen, weil sein BZ-Ladegerät „kraftwerk“ nicht wie geplant angelaufen ist, sondern vornehmlich auf seine Informationspolitik. Seit Monaten war nichts darüber zu hören, ob oder wie es weitergeht mit der ursprünglichen Idee, kleine Hochtemperaturbrennstoffzellen per Crowdfunding auf den Markt zu bringen.

Es gab kaum Informationen über die neue Gesellschaft, die nach der Insolvenz der eZelleron GmbH 2016 in den USA gegründet wurde (s. eZelleron wandert aus), und auch nicht über die Klage Anfang 2018 gegen Kühn wegen Insolvenzverschleppung (s. Kühn steht vor Gericht).

Nur durch Zufall bekam HZwei jetzt heraus, dass Kühn einen Neustart versucht: Wie seine PR-Agentur, die Consilium Rechtskommunikation GmbH, dieser Redaktion nach mehrmaliger Nachfrage mitteilte, habe er „Kapital im sechsstelligen Bereich aus dem Silicon Valley“ akquirieren können und unternehme nun einen neuen Anlauf in Dresden. Sein US-Unternehmen kraftwerk Inc. konzentriere sich jetzt „ausschließlich auf die Kerntechnologie von kraftwerk – die ‚tubes‘“. Bei den „tubes“ handelt es sich um kleine, röhrenförmige Festoxidbrennstoffzellen (SOFC) aus nanobeschichtetem Metall, die auch die Kernelemente des „kraftwerks“ darstellen sollten und aus verschiedenen Kraftstoffen Strom erzeugen können.

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Kühn wird mit den Worten zitiert: „Unsere Kunden haben das Know-how, um unsere Kerntechnologie in ihre Produkte einzubauen. kraftwerk ist nun reiner Zulieferer geworden.“ Weiter heißt es, dass mittlerweile „drei Automobilkonzerne (u. a. Infiniti, die Luxusmarke von Nissan; s. eZelleron kooperiert mit Infiniti) an der Energiewende durch kraftwerk-Autos basteln“, ebenso wie ein Hersteller von Flugdrohnen. Seit November 2018 werde in der sächsischen Landeshauptstadt bei der kraftwerk TUBES GmbH, der deutschen Tochtergesellschaft von kraftwerk Inc., produziert. kraftwerk TUBES ist im Oktober 2016 aus der eZelleron tubes UG hervorgegangen, die im Mai desselben Jahres, also einen Monat nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens der eZelleron GmbH, in Dresden gegründet worden war.

HOC

10 Gedanken zu „Kühn versucht es jetzt mit kraftwerk TUBES“

  1. Sowohl die deutsche Klage von der Band Kraftwerk als auch die in USA eingereichte kann man doch nachlesen. Sie wurden inzwischen aber beide abgewiesen. Will nicht die Anwaltsrechnung sehen. Die Frage ist, v.a. in USA, ob man Schadensersatz geltend machen kann, da das Projekt in empfindlicher Phase durch die Klage Zuwendung(en) entzogen bekommen hat. Aber auch dafür braucht man erst mal Geld.
    Von mir ein „Toi Toi“ ;))

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  2. Ich bin auch wahnsinnig enttäuscht dass es mit den „Kraftwerken“ wohl nichts mehr werden wird. Allerdings sehe ich die Schuldfrage differenzierter. Es ist völlig unglaubwürdig dass ein paar Rockmusiker einen jahrelangen Namensrechtsstreit führen, der Ihr Geschäftsfeld überhaupt nicht tangiert. Hier haben unzweifelhaft andere Interessenten die Finger drin gehabt. Herrn Kühn dürfte klar geworden sein, dass das schmutzige Spiel noch jahrelang so weitergegangen wäre, wenn er das Feld räumt.
    Haifischkapitalismus nennt man das!
    Ich wünsche ihm und der Technologie eine erfolgreiche Zukunft, schon damit der verlogene Alptraum der „ökologisch sauberen E-Mobilität“ nicht endlos weitergeht.

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  3. Ja. Ich warte auch noch auf mein Geld.
    Unglaublich.
    Anscheinend findet der B******* immer noch Geldgeber für seine Spielchen.

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  4. Nicht nur seltsam, es stinkt nach Betrug. Vor über vier Jahren habe ich auch knapp 90 EUR für das Projekt gesponsort. Danach kam nichts mehr.

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  5. Alles schon ziemlich seltsam.
    Da es an der Technolgie eigentlich „nicht wirklich…“ liegen kann,
    die war ja zum Teil schon seit Jahrzehnten fertig,
    muss es wohl an den beteiligten Leuten liegen,
    das alles dermassen schleppend bzw. „kriminell befrachtet…“ voran geht.

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