Brennstoffzelle zweckmäßigste Form des elektrischen Fahrens

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Einige Komponenten aus dem Hyundai Nexo werden sich demnächst bei VW wiederfinden, ©: Hyundai

Die Hyundai Motor Group ist einer der wenigen Automobilhersteller, die Brennstoffzellenautos auf dem Markt anbieten. Mitte Juni 2018 haben die Südkoreaner bekanntgegeben, die Audi AG fortan bei deren Entwicklungsarbeiten an BZ-Fahrzeugen unterstützen zu wollen. So schlossen beide Unternehmen ein Abkommen zur Kreuzlizenzierung entsprechender Patente, wobei ausdrücklich auch die jeweiligen Partnerunternehmen mit einbezogen wurden.

Neben Hyundai, dem weltweit fünftgrößten Automobilhersteller, partizipiert von dieser Vereinbarung auch die Kia Motors Corporation, neben Audi auch deren Muttergesellschaft Volkswagen, die auf diese Weise Zugang zu BZ-Komponenten aus der Serienentwicklung des ix35 Fuel Cell und Nexo erhält. Das vornehmliche Ziel der Vertragspartner ist, die Präsenz der Unternehmen auf dem Markt für Fuel Cell Electric Vehicles (FCEV) zu erhöhen.

Hyundais Werk in Chungju, Südkorea, verfügt derzeit über eine Produktionskapazität von 3.000 BZ-Antriebseinheiten pro Jahr. Die Kapazität der Anlage kann, je nach Marktnachfrage, auf mehrere Zehntausend Einheiten erhöht werden.

„Die Brennstoffzelle ist die zweckmäßigste Form des elektrischen Fahrens […]. Für den Durchbruch dieser nachhaltigen Technologie sind Kooperationen ein cleverer Weg, um eine Innovationsführerschaft mit attraktiven Kostenstrukturen zu erreichen.“

Dr. Peter Mertens, Entwicklungsvorstand Audi AG

„Zu unserer Antriebsstrategie gehört auch eine erste Kleinserie mit Brennstoffzelle, die wir 2020 auf die Straße bringen, denn Wasserstoff ist ein weiterer perfekter Energieträger für E-Mobilität von morgen.“

Rupert Stadler, Ex-Vorstandsvorsitzender Audi AG

„Wenn man nach 2025 auf eine Stückzahl von ungefähr 100.000 Einheiten pro Jahr kommt, was für einen Konzern wie Volkswagen eine durchaus erreichbarer Größe ist, kann man schon davon ausgehen, dass sich der Preis für eine Brennstoffzelle ungefähr auf ein knappes Drittel bis ein Viertel reduzieren lässt.”

Dr. Nikolai Ardey, Leiter der Antriebsentwicklung bei Audi

„Wir sind zuversichtlich, dass die Partnerschaft zwischen der Hyundai Motor Group und Audi die Chancen und den Nutzen von Brennstoffzellenfahrzeugen für die globale Gesellschaft erfolgreich demonstrieren wird.“

Euisun Chung, Vice Chairman Hyundai Motor Company

„Unsere Vorreiterrolle bei Wasserstofffahrzeugen nehmen wir sehr ernst und möchten möglichst vielen Menschen diese saubere und effiziente Technologie zugänglich machen.“

Markus Schrick, Ex-Geschäftsführer Hyundai Motor Deutschland

Audi verlängert Kooperation mit Ballard

Kurz zuvor hatte außerdem Ballard bekanntgegeben, dass die Partnerschaft mit Audi um weitere dreieinhalb Jahre verlängert wird. Die Ingolstädter erhalten somit im Rahmen des HyMotion-Demonstrationsprogramms bis August 2022 Zugriff auf das Brennstoffzellen-Know-how der Kanadier. Infolge dieser Vertragsunterzeichnung von Anfang Juni 2018, die auf einen Wert in Höhe von 53 bis 85 Mio. US-$ beziffert wird, dürfte die Audi AG also auch Unterstützung von Ballard während der Einführungsphase ihrer avisierten BZ-Kleinserie bekommen.

Randy MacEwen, Präsident und CEO von Ballard, erklärte: „Das langfristige HyMotion-Programm ist ein Beweis für das Engagement der Volkswagen Group und von Audi im Bereich der Brennstoffzellenentwicklung.“ Weiter sagte er: „Die Automobilindustrie erlebt einen außergewöhnlichen Wandel, der von Elektrifizierung, geteilter Mobilität und Autonomie getragen wird. Wir glauben, dass die gemeinsame Mobilität und Autonomie die Nutzungsraten von Personenkraftwagen grundlegend verändern werden, mit viel längeren täglichen Reichweiten und längeren Betriebszeiten.“

Die Kooperation hatte im März 2013 mit einem Vier-Jahres-Vertrag zwischen Ballard und der Volkswagen AG begonnen und war zunächst um zwei Jahre bis 2019 verlängert worden. 2016 übernahm Audi innerhalb des VW-Konzerns die Leitung des Brennstoffzellenprogramms.

2 Gedanken zu “Brennstoffzelle zweckmäßigste Form des elektrischen Fahrens

  1. Erstaunlich wie sich die Technik in den letzten Jahren entwickelt hat. So kann man sich wenigstens entscheiden, ob man Verbrennungsmotor, E-Motor oder Wasserstoffzelle wünscht. Und wenn man die Wahl hat am besten gleich einen Mercedes GLC dazu und nicht nur so kleine Autos…:D

  2. Gerade noch wurde im Beitrag „Wie wirtschaftlich ist nachhaltiges wirtschaften?
    15. November 2018 von Hydrogeit“ beklagt, dass Firmensprecher ofmals gegen besseres Wissen „dafür bezahlt werden – teils sogar extrem gut bezahlt werden –, teils komplett konträre Entscheidungen zu fällen und diese auch nach außen zu behaupten. Mehr noch: Sie werden dafür bezahlt, dass sie Personen in Vorhallen platzieren, damit sich Politiker diesen komplett konträren Meinungen anschließen, …“

    Insofern erstaunt es mich, wenn Sie eine solche Aussage als Schlagzeile /Überschrift verwenden. Es gibt gute Gründe, die gegen einen Einsatz der H2-BSZ im Bereich des elektrischen Fahrens sprechen und andere BSZ-Systeme (bspw. Methanol) sind längst nicht serienreif im Kfz.
    Aber wir werden die vollmundigen Ankündigungen aus dem VW-Konzern ebenso im Hinterkopf behalten wie die aus dem Daimler-Konzern, der anlässlich der Weltumrundung 2011 mit seinen H2-BSZ-Versuchsfahrzeugen ankündigte, „in wenigen Jahren“ gäbe es „diese Technologie in jedem Showroom zu sehen – und zu kaufen“ …

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