Aufbruchstimmung in Japan

Expo
Großer Andrang beim German Pavilion, © Peter Sauber Agentur

Die 14. International Hydrogen and Fuel Cell Expo hat vom 28. Februar bis zum 2. März in Tokio stattgefunden. Nach Veranstalterangaben ist sie die „weltweit größte Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Show“. Seit mehreren Jahren beteiligt sich die Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen an dem Brennstoffzellengemeinschaftsstand, den die Peter Sauber Agentur Messen und Kongresse dort alljährlich organisiert. Und seit vielen Jahren ist auch Prof. Birgit Scheppat aus dem H2BZ-Initiative-Hessen-Vorstand mit von der Partie und berichtet von dem deutschen Pavillon sowie der Messe.

Drei Tage lang geht es während der FC Expo 2018 um die Themen Wasserstoff und Brennstoffzellen, Batterien und Smart Grids. Die Ausstellungsfläche scheint dieses Mal gegenüber den Vorjahren gewachsen zu sein, und gleich am ersten Tag war es richtig voll. Alle Ausstellungen waren extrem gut besucht, und Ströme von dunkel gekleideten Herren bewegten sich über die Messe. Solch einen Andrang habe ich, glaube ich, nur ein- oder zweimal auf der Hannover Messe gesehen.

Interessanter Kontrast zwischen USA und Japan

Ich hatte heute meinen Vortragstag und hörte mir zunächst an, was Tadashi Mogi vom japanischen Wirtschaftsministerium über die Zukunft von Wasserstoff sagte. Gleich im Anschluss stand der Vortrag von Daniel Simmons vom US Department of Energy auf dem Programm. Simmons mit seiner klangvollen Dienstbezeichnung „Principal Deputy Assistant Secretary“ ist der Mann, der die Ideen von Präsident Trump vertritt. Das war ein interessanter Kontrast: eine Gesellschaft mit einer klaren Vision von ihrer Zukunft auf der einen und eine Nation, die die Vergangenheit wiederbeleben will, auf der anderen Seite.

Aber bleiben wir doch einen Moment bei den Gemeinsamkeiten: Gemeinsam ist beiden Nationen das Thema Energieeffizienz, die in allen Bereichen, sei es Transport, Haushalte oder Produktion, erhöht werden soll. Was das konkret bedeutet, war aber nur teilweise nachvollziehbar. Beide Vertreter redeten über die Vermeidung von Feinstaub und Abgasen, allerdings sind diese Aspekte für Simmons weniger von Belang. Wasserstoff ist zwar auch eine Technologie, aber diese war ihm nur am Rande wichtig. Viel relevanter war es für ihn, dass von 2000 bis heute die USA vom Erdölimporteur zum -exporteur geworden sind und dass das billige Gas aus Fracking der amerikanischen Industrie hilft. Dazu kommt der technologische Fortschritt, der dazu geführt hat, dass Energie billig ist – nicht bezahlbar oder preiswert, nein, billig!

10 % der amerikanischen Elektrizität kommen aus erneuerbarer Energie, 29 % aus Erdgas, 37 % aus der Nutzung von Öl, 15 % aus Kohle, und nuklear sind noch 9 %. Gleichzeitig ist die Fahrleistung um 190 % und der Gesamtenergieverbrauch um 44 % gestiegen, wobei die Verunreinigungen um 73 % gesenkt werden konnten. Sie merken schon, diese Zahlen klingen beeindruckend, allerdings vermied Simmons in seinem Vortrag, auch nur eine einzige absolute Zahl zu nennen.

Und er benannte als neues Ziel der US-Regierung die Verbesserung der Energieeffizienz. Die Forschung wird auf „early research & development“ mit Schwerpunkt auf Batterieforschung ausgerichtet. Dazu gehört auch der Leichtbau für Fahrzeuge.

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Autorin: Prof. Birgit Scheppat

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