Mobilitätswende kann doch nicht so schwer sein

Reinhard
Christiansen (Mitte) und Bartelsen (rechts) beim Interview, © D. Geitmann

Lange Zeit wollte die Windkraftbranche nichts von Energiespeicherung wissen, weil sich viel mehr Geld mit der direkten Einspeisung des Windstroms ins öffentliche Netz verdienen ließ. Mittlerweile ist aber absehbar, dass die ersten Windkraftanlagen nach zwanzig Jahren aus der garantierten Einspeisevergütung herausfallen. Deswegen suchen Betreiber und Projektierer nach Alternativen. So auch Reinhard Christiansen, der sein Augenmerk zunehmend von der Windstromerzeugung in Richtung -speicherung richtet. Ob sich mit Power-to-X oder Methanisierung allerdings jemals ähnlich hohe Renditen wie bislang mit den Bürgerwindparks (bis zu 12 %) erwirtschaften lassen, wird sich erst noch zeigen. Möglich wär’s, wenn die politischen Rahmenbedingungen stimmen.

Reinhard Christiansen hat sein Büro in der ehemaligen Mahl- und Mischanlage seines Hofes. Unzählige Ordner mit verschiedenfarbigen Einbänden drängen sich in den Regalen. Jede Farbe steht für eine eigene Gesellschaft. Entsprechend bunt ist es in dem kleinen Raum, denn Christiansen führt etliche Unternehmen. Bei allen dreht es sich irgendwie um Windkraft.

Landwirtschaft betreibt er seit 1991 nicht mehr. Damals setzte er sich ehrenamtlich als Kreisvorsitzender des Umweltverbandes BUND intensiv für erneuerbare Energien ein, musste sich aber schließlich eingestehen, dass diese Tätigkeit zeitlich nicht mit der Hofbewirtschaftung zu vereinbaren war. Deswegen sattelte er zunächst ins Versicherungswesen um und widmete sich gleichzeitig der Windenergie.

Inspiriert von dem Boom in Dänemark initiierte er damals einen eigenen Windpark und holte dafür die Bürger seines Dorfes mit ins Boot. Obwohl er einer der Ersten war, sieht er sich selbst nicht als Vorreiter, sondern verweist bescheiden auf Hans-Detlef Feddersen, Geschäftsführer der ee-Nord GmbH & Co. KG. „Wir haben aufgebaut auf dem Wissen von anderen“, so Christiansen.

Obwohl es ihm und auch den Mitbürgern sowie Gemeinden in der Region mittlerweile wirtschaftlich gut geht, arbeitet der blonde Nordfriese auch heute noch an der Optimierung der Energieversorgung. Dabei sind ihm nicht nur die hohen Überkapazitäten im Windsektor ein Dorn im Auge. Er kritisiert auch die politischen Rahmenbedingungen. So blockiert beispielsweise seiner Meinung nach dänischer Strom aufgrund langfristiger Lieferverträge die Fernleitungen und wird vom Norden bis nach Frankreich durchgeleitet, während regional produzierter Windstrom abgeregelt wird. Ihn stört daran, dass die Netzbetreiber auf diese Weise wesentliche Kosten auf die Verbraucher abwälzen können. Christiansen sagt: „Wir müssen als Branche zeigen, dass uns das auch nicht gefällt.“

Mobilitätswende mit Wasserstoff

Jetzt wendet sich der Windmüller der H2-Technik zu, wieder als einer der Ersten in der Region, aber auch hier verweist er auf andere, die bereits bewiesen haben, dass die Speicherung von Windstrom in Wasserstoff funktioniert. Er will jetzt die „Mobilitätswende mit Wasserstoff“. „Das kann doch nicht so schwer sein“, so Christiansen.

Dafür hat er 2015 mit 55 Firmen die Energie des Nordens GmbH & Co. KG gegründet und …

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4 Gedanken zu “Mobilitätswende kann doch nicht so schwer sein

  1. Jülich hat ja in seiner Studie vor Kurzem gezeigt, dass BEV’s ohne Wasserstoffspeichertechnik in großen Stückzahlen einfach teurer und ein vielfaches dreckiger sind.
    Aber was ist das Ergebnis, wenn man auch mal die noch fehlenden Komponenten besser bewerten kann. Wie wägt man die NO2-Geschädigten gegen die geschädigten Kinder/Arbeiter/Landschaften im (Kobalt-)Bergbau ab? Wird sich das Recycling mal genauso (wenig) manifestieren wie heutzutage bei der Kleinelektronik?
    Ich denke, am Ende ist es wohl egal mit was man fährt.
    Hauptsache ist, man tut es weniger.

  2. Werte Redaktion
    An diesem Statement erklärt sich die Unwissenheit über die zukünftige,saubere Energiewende.
    Der Windmüller beschreitet den richtigen Weg und läßt seine Windmühlen nicht abregeln sondern er favorisiert“Power to Gas“.
    Er weis wofür wir dringend Wasserstoff benötigen.

    J.S.

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