Kostenloses Grundstück für H2-Station

Bremen
Einfache H2-Betankung mit Einhandkupplung, © Shell

35 H2-Stationen waren Ende November 2017 in Deutschland in Betrieb. Die Nationale Organisation Wasserstoff­ und Brennstoffzellentechnologie (NOW) stellte dazu fest: „Der Ausbau des Netzes von Wasserstofftankstellen schreitet gut voran.“ Kurz zuvor hatte auch Rheinland-Pfalz seine erste öffentliche H2-Station erhalten. Am 21. November 2017 weihte Air Liquide in Koblenz seine neue Wasserstofftankstelle, die rund 900.000 Euro Förderung vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) bekommen hatte, ein. Der Standort liegt verkehrsgünstig direkt an der A61 auf dem Gelände des Autohofs Bolz­Platz Koblenz-Metternich. Carina Bolz, Mitglied der Geschäftsführung der Autohof Bolz-Platz Gebr. Bolz GmbH, erklärte: „Gerne haben wir das Grundstück kostenfrei zur Verfügung gestellt, da wir schon immer an die umweltfreundlichen, alternativen Energiequellen geglaubt und diese gefördert haben.“

Zuvor war bereits eine mit 400.000 Euro geförderte H2-Station in München in Betrieb gegangen, an der Linde erstmals die neue Generation seines H2-Kryopumpen-Kompressors inklusive Speichertank für 400 kg verflüssigten Wasserstoff zum Einsatz brachte. Weitere 900.000 Euro wurden im Rahmen des NIP 2 in den Standort an der Autobahnauffahrt Bremen-Sebaldsbrück investiert (s. HZwei-Heft Jul. 2017).

Ebenfalls im Oktober gingen auch die Stationen in Bad Rappenau und am Flughafen Köln/Bonn in Betrieb, wobei die Fördersumme für Köln rund 800.000 Euro betrug. Die Gesamtzahl der Wasserstofftankstellen lag Ende 2017 knapp über 40, allerdings waren nicht alle in Betrieb. Währenddessen hat Air Liquide auch eine Wasserstoffstation in Dubai, die allererste in den Arabischen Emiraten, eröffnet.

Die Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH (LBST) analysierte kürzlich die aktuellen weltweiten Installationszahlen und kam zu dem Ergebnis, dass – ausgehend vom heutigen Bestand – die Anzahl an Wasserstoffstationen in den kommenden zehn Jahren etwa um den Faktor 20 steigen wird, falls alle aktuellen Pläne in Europa fristgerecht umgesetzt werden. Im ungünstigsten Fall steigt die Zahl noch um den Faktor 9. Die schlechte Nachricht ist allerdings, dass „Europa im internationalen Vergleich vor allem gegenüber dem asiatischen Markt für Wasserstofftankstellen deutlich an Bedeutung verlieren wird“, so die LBST-Wissenschaftler.

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