Trumps Verwaltungs-Update

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Vision einer H2-Station, © Shell

Donald Trumps Energieministerium (Department of Energy) ist im Begriff, gemäß den Kampagnenpositionen des US-Präsidenten die Förderung fossiler Energieträger weiter zu erleichtern, obwohl die US-Energiemärkte eigentlich nicht leicht zu manipulieren sind. Dabei kam das DOE vor kurzem selbst zu dem Schluss, dass der größte Grund für den Stillstand von Kohlekraftwerken die reiche Verfügbarkeit von billigem Erdgas sei. Präsident Trump schlug dennoch bedeutende Kürzungen in den Forschungsbudgets fortschrittlicher und erneuerbarer Technologien vor.

Bislang hat Donald Trump allerdings immer noch nicht seine neue Mannschaft im Department of Energy beisammen. Unter den 22 Toppositionen in diesem Ministerium wurden bislang erst zwei Posten neu besetzt. Die Ernennung von fünf Nominierten steht indessen noch aus. Diese Lücke auf Führungsebene hat unweigerlich zur Folge, dass sich alle Prozesse und Entscheidungsfindungen deutlich in die Länge ziehen. Zudem leidet darunter die Qualität des internen Dialogs, der normalerweise für die Entscheidungsfindung auf Abteilungsebene abläuft.

Wie wir bereits berichtet haben, dürfte der Forschungsetat für Brennstoffzellenfahrzeuge 2018 auf einen Betrag irgendwo zwischen 54 Mio. USD, wie es vom US-Repräsentantenhaus genehmigt wurde, und 85 Mio. USD, wie es der US-Senat genehmigt hat, fallen. Diese Summen sind vorläufig und müssen vor der endgültigen Genehmigung noch abgestimmt werden. Das Budget 2018 für SOFC-Forschung wird wahrscheinlich 30 Mio. USD betragen, entsprechend den laufenden Ausgaben. Bevor wir Genaueres wissen, wird es sicherlich 2018 sein, obwohl das neue Geschäftsjahr offiziell am 1. Oktober 2017 beginnt.

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ITC-Weiterführung ist fraglich

Der Business Energy Investment Tax Credit (ITC) für Brennstoffzellen und verschiedene andere fortschrittliche und erneuerbare Energieerzeugungstechnologien ist immer noch in der Schwebe. Der Kredit über bis zu 3.000 USD pro Kilowatt konnte für Stromerzeugungs- und Gabelstaplereinheiten beantragt werden, allerdings nur bis zum 31. Dezember 2016. Eine Weiterführung findet zwar bei beiden Parteien eine breite Unterstützung, aber sie ist derzeit in langwierigen Debatten über die Steuer-und Ausgabenpolitik gefangen, so dass eine Erneuerung in naher Zukunft unwahrscheinlich ist.

Die Brennstoffzellenunternehmen haben erkennen lassen, dass das Auslaufen des ITC ein schwerer Schlag für ihre Geschäftsaussichten ist. Dennoch hat sich der Markt für Brennstoffzellen, insbesondere in Verbindung mit so genannten Power Purchase Agreements (PPA), als überraschend robust erwiesen. In einem PPA zahlen Kunden für die von ihnen benötigte Energie pro Kilowattstunde, während die Brennstoffzellenfirma oder ein unabhängiger Contractor das Technologierisiko trägt.

In diesem Sommer hat

  • FuelCell Energy den Zuschlag für ein 40-MW-Brennstoffzellenkraftwerk bei der Long Island Power Authority in New York erhalten,
  • Plug Power neue Angebote für Gabelstapler mit Wal-Mart und Amazon angekündigt, die Optionsscheine für Plug-Power-Aktien enthalten,

Entwicklung in Kalifornien

Die Landkarte mit Wasserstoffstationen in Kalifornien füllt sich währenddessen, da der Sonnenstaat dem Ziel von 100 öffentlichen Stationen bis 2020 allmählich näherkommt. Derzeit sind 28 öffentliche H2-Tankstellen in Betrieb, 21 in Entwicklung und 16 im Abstimmungsverfahren. Es ist somit möglich, sorgenfrei von Los Angeles nach San Francisco und von San Francisco nach Reno, Nevada, zu fahren, wobei man davon ausgehen kann, dass die Stationen tatsächlich in Betrieb sind.

Die California Fuel Cell Partnership (CaFCP) berichtet von mehr als 2.200 leichten Brennstoffzellenfahrzeugen, die in Kalifornien im Juli 2017 registriert waren; eine deutliche Zunahme gegenüber den 331, die im April 2016 gemeldet wurden.

Im Bereich der Niederflurzeuge zählte das US-amerikanische Energieministerium mehr als 16.500 Gabelstapler, die bereits im gesamten Land eingesetzt werden oder bis Mitte 2017 bestellt waren. Dies entspricht einer Brennstoffzellenleistung von 100 MW. Plug Power bleibt hierbei der dominierende Anbieter.

CARB-Bericht

Das California Air Resources Board (CARB) ist verpflichtet, jährlich die Gesetzgeber über die Notwendigkeit des Aufbaus einer Wasserstoffinfrastruktur sowie deren Fortschritt zu informieren. Der Bericht von 2017 schließt mit den Worten: „Es gibt viel zu feiern.“ Dazu zählt auch, dass ein verschlanktes Testverfahren entwickelt wurde, mit dem neue Stationen daraufhin überprüft werden können, ob sie die erforderlichen Sicherheitsprotokolle erfüllen. CARB vermerkte hingegen „signifikante Herausforderungen“ und zeigt sich verwundert über rückläufige Erwartungen der Autohersteller beim Absatz von FCEV. Außerdem sieht das Board Verbesserungsbedarf bei konkreten Themen: So sollten beispielsweise die Erfahrungen auf Kundenseite und auch die Versorgung mit erneuerbarem Wasserstoff verbessert und die Kosten reduziert werden. Zudem gebe es noch Fragen im Zusammenhang mit dem Stationsdesign, mit Codes und Standards sowie mit der Zertifizierung. CARB prognostiziert, dass der Staat sein 100-Stationen-Ziel bis 2020 verfehle. Es geht von 62 Betriebsstationen aus und merkte an, dass das Wachstum der Fuhrparkflotte bis 2021 Engpässe auf der Kraftstoffseite verursachen könne.

Die Schätzungen über den Bestand der Brennstoffzellenfahrzeuge scheinen sich verschoben zu haben. Die Automobilindustrie schlägt nun vor, dass sie die Bereitstellung von Autos beschleunigen könnte, wenn das Angebot auf Seiten der H2-Stationen verbessert würde: „Basierend auf der jüngsten Umfrage werden voraussichtlich 13.400 FCEV im Jahr 2020 auf der Straße sein. Dies entspricht einer Verzögerung von fast einem Jahr gegenüber der vorherigen Schätzung von 13.500 Fahrzeugen bis 2019 und der beobachteten Verzögerung bei der Infrastrukturentwicklung. Bis 2023 werden voraussichtlich 37.400 FCEV unterwegs sein. Diese Zahl liegt zwischen den zuvor für 2021 und 2022 gemeldeten Werten.“

Nordosten

Die CaFCP berichtet von zwölf Wasserstoffstationen, die im Nordosten der USA in der Entwicklung sind, finanziert von Toyota und Air Liquide. Angesichts der Zeit, die für die Genehmigung und den Bau von H2-Tankstellen benötigt wird, scheint es unwahrscheinlich, dass Toyota sein Ziel von 100 Standorten bis 2020 erfüllen wird. Dennoch stellt das Dutzend Stationen eine signifikante Verbesserung dar. Nach wie vor gibt es kaum Hinweise für eine staatliche Finanzierung, in welcher Größenordnung auch immer, geschweige denn auf dem Niveau von Kalifornien.

Historie

Das DOE hat einen interessanten zeitlichen Überblick über die Entwicklung seines Forschungsbudgets für Brennstoffzellen und Wasserstoff herausgebracht. Demnach lag der Höhepunkt bei 329,7 Mio. USD. im Geschäftsjahr 2007. Von da ging es zunächst in den Jahren 2008 und 2009 zurück auf ungefähr 300 Mio. USD, bevor der Etat im Jahr 2014 noch knapp 134 Mio. USD betrug. Das Budget erholte sich allerdings etwas in den Jahren 2015 und 2016, wird aber wohl – gemäß aktuellen Stimmen aus dem US-Kongress – im Geschäftsjahr 2018 unter 100 Mio. USD bleiben.

http://bit.ly/2gNxQ9K

Autor: Robert „Bob“ Rose, übersetzt von Sven Geitmann

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