Motorsport der Zukunft – mit Strom

Forze
Forze VII, © TU Delft

Die Zeichen sind unübersehbar: Mercedes-Benz steigt bei der Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) aus und ab 2019 bei der Formel E ein. Auch Audi, BMW und Porsche fahren zukünftig bei dem E-Autowettrennen mit – und die Formel 1 wird zunehmend elektrifiziert. Der Wechsel vom fossilen zum elektrischen Rennsport ist in vollem Gange. Ehemalige Zukunftstechnologien (s. auch Eco-marathon) werden zum Alltag.

So nahm am 6. August 2017 der mittlerweile in der siebten Generation entwickelte Forze-Rennwagen der TU Delft (s. HZwei-Heft Juli 2016) am Gamma Racing Day in Assen, Niederlande, teil. Nie zuvor fuhr ein wasserstoffbetriebenes Elektroauto (Spitzenleistung: 190 kW, Maximalgeschwindigkeit 210 km/h mit 2 Elektromotoren) in einem Rennen, bei dem ansonsten nur Verbrenner antreten. Eigentlich wollte das Forze Hydrogen Racing Team Delft schon im vergangenen Jahr mit dabei sein. Umso größer war jetzt die Freude, dass es klappte. Heraus kam eine mittelgute Zeit, aber was zählte, war die Teilnahme. „Das ist unglaublich und sehr cool“, sagte Teammanager Mats Dirkzwager gegenüber Motorsport.com.

Diese Entwicklung macht auch vor den Langstreckenrennen nicht halt: Wie Jean Todt bekannt gab, sollen zukünftig bei der WEC (World Endurance Championship) auch Brennstoffzellenautos mitfahren. Todt war jahrelang Formel-1-Teamchef bei Ferrari und ist als Präsident des Welt-Automobilverbands FIA seit 2009 gleichzeitig Leiter der WEC, dem Marathonwettbewerb unter den Motorsportserien. Todt sagte: „Die Brennstoffzelle ist wahrscheinlich die entscheidende Technologie. Die Fahrzeuge schaffen 600 Kilometer und sind in drei Minuten wieder voll aufgetankt.“ Bis 2021 will er Brennstoffzellen in der WEC etablieren.

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