Elcore sucht Investoren

Stefener
Stefener ist auch Vorsitzende der VDMA AG Brennstoffzellen

Am 8. Oktober 2017 haben sowohl die Elcomax GmbH als auch deren 100-prozentige Tochtergesellschaft, die Elcore GmbH, Anträge auf Eröffnung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht München gestellt. Der laufende Geschäftsbetrieb ist damit derzeit noch gewährleistet, da Löhne und Gehälter voraussichtlich bis zum Jahresende über die Bundesagentur für Arbeit weitergezahlt werden.

Dr. Manfred Stefener, Geschäftsführer sowohl von Elcore als auch von Elcomax (s. Foto), erklärte gegenüber HZwei, es bestünde „großer Optimismus, dass wir die Finanzierung hinkriegen“, auch wenn das „etwas Zeit in Anspruch nehmen wird“. Es gebe aber Commitments seitens der Partner, so der Firmengründer, der auch 2002 die Smart Fuel Cell GmbH (SFC) ins Leben gerufen hatte. Zudem „sind die Produkte recht weit“ und die „Situation am Markt ist gut“.

Stefener verwies darauf, dass sein Unternehmen ein Stück weit in der „Wachstumsfalle“ gesteckt habe, wobei eventuell „Risiken eingegangen“ wurden, die zur aktuellen Situation geführt haben könnten. So sei die kürzlich durchgeführte „notwendige Finanzierungsrunde“ nicht ganz so erfolgreich verlaufen, wie erhofft. „Die Stimmung ist aber trotz der schwierigen Phase gut“, versicherte er. Stefener, der 2012 mit dem European Inventor Award ausgezeichnet wurde, geht davon aus, dass eine Personalabwanderung verhindert und der Großteil der aktuell 100 Mitarbeiter gehalten werden kann.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Hubert Ampferl erklärte: „Entscheidend wird sein, wie die Interessenten das weitere Entwicklungspotential der Brennstoffzellen bewerten.“ Seine Kanzlei Dr. Beck & Partner hatte am 11. Oktober 2017 eine Pressemeldung veröffentlicht, über die nach geeigneten Investoren gesucht wird. Sein Kollege Dr. Ulf Pechartscheck sagte: „Aufgrund der umfangreichen staatlichen Förderung sind die Produkte der Unternehmensgruppe für Hauseigentümer äußerst interessant.“ Auch er zeigte sich zuversichtlich, einen geeigneten Investor zur Weiterentwicklung der Technologie sowie zur Fortsetzung der Marktetablierung gewinnen zu können.

Erst im März 2017 hatte der Energieversorger E.ON mitgeteilt, dass er fortan bei der Wärmeversorgung von Eigenheimen verstärkt auf die saubere und wirtschaftliche Brennstoffzellentechnik setzen wird und sich im Rahmen einer Vertriebspartnerschaft an dem Münchener Unternehmen beteiligt habe. Dies bedeutet, dass Elcore-Kunden über einen individuell zugeschnittenen Vertrag CO2-neutrales Ökoerdgas und auch den Reststrombedarf von E.ON beziehen können.

Fast zeitgleich mit dieser Meldung teilte Zukunft Erdgas e.V., eine Initiative der deutschen Erdgaswirtschaft, in Berlin mit, dass die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mittlerweile seit einem Jahr den Einbau von Brennstoffzellenheizungen mit 7.000 bis 28.000 Euro fördert. Dr. Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative, teilte mit: „Die zur Verfügung stehenden Mittel werden abgerufen. Die Brennstoffzelle kommt im Markt an. Das Förderprogramm wirkt.“ Voraussichtlich werden im Jahr 2017 rund 1.500 BZ-Heizgeräte installiert. „Der Anfang ist gemacht, wir sind mit der bisherigen Entwicklung sehr zufrieden“, sagte Kehler.

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