Linde will Praxair haben

Die Linde AG bemüht sich seit Dezember 2016 in einem zweiten Versuch darum, mit dem US-amerikanischen Wettbewerber Praxair Inc. zu fusionieren. Am 2. Juni 2017 billigte nun der Linde-Aufsichtsrat diese umstrittene Fusion, da einer der sechs Arbeitnehmervertreter für den Zusammenschluss votierte, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Der Firmenvorstand unterzeichnete daraufhin den Fusionsvertrag, dem in den nächsten Monaten auch noch Praxair und das Kartellamt zustimmen müssen, bevor er nächstes Jahr in Kraft treten könnte.

Dr. Wolfgang Büchele, der ehemalige Vorstandsvorsitzende des Münchener Gaseunternehmens, hatte die Gespräche mit den US-Amerikanern im September 2016 abgebrochen. Aufgrund der darauf folgenden Querelen hatte er sein Amt ebenso zur Verfügung gestellt wie Finanzvorstand Georg Denoke. Neuer Vorstandsvorsitzender wurde Prof. Aldo Belloni. Aufsichtsrats-Chef Prof. Wolfgang Reitzle nahm die Praxair-Gespräche dann kurze Zeit später wieder auf.

Mit einem Börsenwert von insgesamt rund 65 Mrd. Euro würde der neue Großkonzern, der zwar Linde heißen soll, aber in Irland angesiedelt sein könnte, den französischen Weltmarktführer im Gasgeschäft Air Liquide überflügeln. Die Franzosen hatten kürzlich den US-Konkurrenten Airgas aufgekauft.

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