HYACINTH: Europaweite Wasserstoff-Akzeptanzbefragungen

HYACINTHIm Rahmen des EU-geförderten HYACINTH-Projekts hat das Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung ISI in Karlsruhe zusammen mit Partnern die Akzeptanz von Wasserstofftechnologien bei der Bevölkerung und bei Stakeholdern aus dem Wasserstoffbereich untersucht. In Deutschland ist die Stimmung dabei insgesamt positiver als in anderen Ländern.

Wasserstofffahrzeuge sind bekannter und werden positiver gesehen als stationäre Anwendungen, stehen aber in scharfer Konkurrenz mit batterieelektrischen Fahrzeugen.
Die Akzeptanz einer neuen Technologie ist entscheidend für deren erfolgreiche Einführung: Ein Mangel an Unterstützung bei wichtigen Akteuren etwa aus Politik oder Industrie sowie das Fehlen öffentlicher Unterstützung kann die Entwicklung verzögern oder sogar stoppen. Das HYACINTH-Projekt geht deshalb von einem weiten Akzeptanzbegriff aus, im Sinne einer gesellschaftlichen Einbettung und Annahme der Technologie. Das heißt, neben der Öffentlichkeit werden die Sichtweisen weiterer Akteure, die im Innovationssystem eine wichtige Rolle spielen, wie Wissenschaft, Wirtschaft oder politische Akteure, berücksichtigt. Um die Akzeptanz zu analysieren, wurden deshalb nicht nur 7.148 Bürgerinnen und Bürger, sondern auch 333 Personen aus dem Wasserstoffbereich befragt. Auf Basis der Befragungsergebnisse wird momentan das Tool Social Acceptance Management Toolbox (SAMT) entwickelt, das Akteure dabei unterstützen soll, die soziale Akzeptanz von H2-Technologien voranzutreiben.
Bevölkerungs- und Expertenbefragungen
Die Befragung von Bürgerinnen und Bürgern ab 16 Jahren erfolgte in sieben europäischen Ländern (Belgien, Frankreich, Deutschland, Norwegen, Slowenien, Spanien und Großbritannien) mit einem Onlinefragebogen durch das Marktforschungsinstitut Norstat. Die Expertenbefragungen wurden parallel dazu in den fünf Ländern Frankreich, Deutschland, Spanien, Slowenien und Großbritannien durchgeführt. Die Zielgruppe waren Experten aus dem Energie- und Wasserstoffbereich (s. Tab. 1).
Während in den verschiedenen Ländern jeweils in etwa gleich viele Privatpersonen befragt wurden, ist die Zahl der befragten Experten je nach Land recht unterschiedlich und hängt zumindest teilweise von der Größe des Landes bzw. der dortigen H2-Community ab. In Slowenien zum Beispiel ist die Anzahl der Befragten sehr klein, so dass die Ergebnisse für dieses Land nur eingeschränkt belastbar sind.
114 der Experten gehören einem privaten Unternehmen an, 57 sind in Regierungsorganisationen tätig und 53 sind Beschäftigte anderer Non-Profit-Organisationen. Außerdem vertreten sind öffentliche Unternehmen, Bildungsorganisationen und „Andere“. Mehr als die Hälfte gibt an, im Bereich Forschung zu Wasserstoff und/oder Brennstoffzellen tätig zu sein, knapp ein Drittel ist in der H2-Produktion tätig und ein Viertel in der Systemintegration (Mehrfachantworten waren möglich).
In beiden Fragebogen wurden zunächst die Bekanntheit von Wasserstofftechnologien und die grundlegende Einstellung gegenüber diesen erhoben. Die Experten bewerteten zusätzlich die zukünftige Marktentwicklung. Anschließend wurden die Befragten aus der Bevölkerung hälftig in zwei Gruppen aufgeteilt: Eine Gruppe bewertete stationäre Anwendungen (Brennstoffzellenheizsysteme), die andere Gruppe Wasserstofffahrzeuge (FCEV) und die dazugehörige Infrastruktur. Die befragte Öffentlichkeit erhielt hierbei zunächst neutrale Informationen zu den wichtigsten Charakteristika der beiden Anwendungen.
Ergebnisse: Sichtweise der Bevölkerung
Die Bekanntheit von Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien ist in allen sieben Ländern …
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AutorInnen: Uta Schneider, Elisabeth Dütschke, beide Fraunhofer ISI, Karlsruhe
Christian Oltra und Roser Sala, beide CIEMAT, Barcelona, Spanien
Paul Upham, Leuphana Universität Lüneburg

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