Nikola – Der Tesla unter den Trucks

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Die Nikola Motor Company (NMC) hat am 1. Dezember 2016 einen mit Wasserstoff angetriebenen Lastwagen vorgestellt. Firmengründer und -chef Trevor Milton enthüllte am Firmensitz in Salt Lake City vor rund 600 geladenen Gästen den Nikola One. Es handelt sich dabei um die Konzeptstudie eines elektrischen Sattelschleppers, der sowohl über ein großes Paket Lithium-Ionen-Akkus als auch über eine Brennstoffzelle verfügt.

Der von NMC präsentierte Wasserstoff-Truck, mit dem nach Meinung der Amerikaner das „Ende der Dieselmotoren“ eingeläutet werden könnte, soll eine Leistung von 735 kW (2.700 Nm) aufweisen. Die Reichweite soll rund 1.500 km betragen, während die Tankzeit bei lediglich 15 Minuten liegt. Das in diesem Lastwagen zum Einsatz kommende Akkupaket, bestehend aus 32.000 Einzelzellen, soll 320 kWh speichern können und einen 800-V-AC-Motor antreiben. Weitere Details zu Tankgröße, Brennstoffzellentyp oder Entwicklungspartnern waren bislang nicht zu bekommen, außer dass die Brennstoffzelle 300 kW leisten soll und während der Fahrt die Akkus lädt.

CEO Milton kündigte an: „Nikola wird eine erstklassige, fortschrittliche Fertigungsstätte errichten, die Tausende neuer Arbeitsplätze schafft.“ Wo die stehen wird, soll noch im ersten Halbjahr 2017 bekanntgegeben werden. Der Vertrieb sowie Reparatur und Wartung sollen über das Partnerunternehmen Ryder Systems, das über 800 Servicestandorte in Nordamerika verfügt, sichergestellt werden.

NMC zeigte zudem das UTV (Utility Task Vehicle) Nikola Zero, das über ein Akkupaket mit 107 kWh verfügt und damit bis zu 500 km zurücklegen kann. Milton erklärte selbstbewusst: „Wir glauben, dass unsere Lithium-Batterie-Packs, die im nächsten Jahr verfügbar sein sollten, eine höhere Energiedichte und ein geringeres Gewicht aufweisen als jedes Fahrzeugpaket der Welt. Um Ihnen eine Idee davon zu vermitteln: Wir glauben, dass unser Satz einen BMW i3 über 600 Kilometer mit einer einzelnen Aufladung antreiben könnte und trotzdem noch in das i3-Chassis passt.“

Parallelen zu Tesla

Bemerkenswert ist, dass bei dem E-Lkw-Hersteller Nikola gewisse Parallelen zu dem E-Pkw-Hersteller Tesla auffallen. So benutzen beide Firmen jeweils einen Teil des Namens vom Elektrotechnikerfinder Nikola Tesla. Außerdem treten sowohl Elon Musk als auch Trevor Milton in vergleichbarer Weise als innovative und dynamische Visionäre auf. Und sie locken beide Kunden mit kostenfreiem Strom beziehungsweise Wasserstoff. So verkündete Milton unter anderem, dass Nikola ab dem Jahr 2018 rund 300 Wasserstofftankstellen in den USA und Kanada aufbauen will (Milton: „Nikola wird das größte Wasserstoffnetz der Welt aufweisen.“). Zahlreiche Nikola-One-Reservierungen sollen bereits – ähnlich wie beim Model 3 – vorliegen. Die Rede ist von einem Auftragsgegenwert in Höhe von 3 Mrd. US-$, obwohl noch kein Preis für den H2-Truck genannt wurde (Anzahlung: 1.500 US-$). Die Produktion soll aber ohnehin erst im Jahr 2020 starten.

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