Energiespeicher benötigen politischen Begleitschutz

Constantinescu
T. Constantinescu ließ sich PtG-Projekte erklären

Sektorenkopplung, Flexibilität, Level Playing Field – während der Energy Storage, die vom 14. bis 16. März 2017 stattfand, kursierten sowohl auf der Messe als auch bei den Konferenzen andauernd ganz bestimmte Stichwörter, die unzweifelhaft deutlich machten, dass es hier nicht mehr um Grundlagenforschung, sondern um Energiepolitik, Wettbewerb und Vermarktung ging.

Für Akteure aus der Wasserstoff- und Brennstoffzellenbranche war das Umfeld etwas ungewohnt, für die meisten Anwesenden ist es jedoch der Alltag, dass über den neusten Entwurf eines Erneuerbare-Energien-Gesetzes aus Brüssel, das „Winterpaket“, diskutiert wird oder sich Politik und Wirtschaft über die aktuelle Wirtschaftspolitik streiten.

Die rund ein Dutzend BZ- und H2-Firmen, die in Düsseldorf ausstellten, hatten damit bislang während ihrer Forschungs- und Entwicklungsarbeiten nur wenig zu tun. Für einige ändert sich das aber allmählich, und genau das war während der Energy Storage spürbar. Zwar waren in Halle 8b auch einige wenige Forschungsinstitute vertreten, aber primär präsentierten sich dort bereits im Markt befindliche Unternehmen, die offen für Visionen und neue Technologiefelder sind.

Erstmals hatte die Messe Düsseldorf eine ganze Messehalle für diesen Event reservier

t, und der Umzug vom Congress Center Düsseldorf (CCD) hierhin kam bei den meisten Akteuren gut an. Vortrags- und Ausstellungsbereich waren zwar eng beieinanderliegend, aber der lediglich mit Stoffbahnen abgegrenzte Konferenzbereich wirkte doch noch etwas sonderbar auf einige Besucher, obwohl diese Variante durchaus ihre Aufgabe erfüllte.

Wenig professionell wirkte hingegen der Sonderbereich „Sektorenkopplung“, der eigentlich als zentrale Anlaufstelle für all diejenigen gedacht war, die sich über den gesamten Weg von den erneuerbaren Energien über die Elektrolyse bis hin zur Gasverteilung informieren wollten. Zum Leidwesen der dort ausstellenden Firmen wirkte dieses Areal jedoch billig gemacht und war dementsprechend schlecht besucht.

Ansonsten herrschte aber eine vorwiegend positive Stimmung unter den Fachbesuchern, deren Anzahl mit rund 4.200 gegenüber den Vorjahren deutlich angestiegen war. Mit etwa 160 Institutionen kamen mehr Aussteller als 2016, aber nicht so viele, wie von den Veranstaltern ursprünglich erhofft

(s. HZwei-Heft Jan. 2017). Im vergangenen Jahr lag die Ausstellerzahl bei 142, rund 50 % über der von 2015.

Energiespeicher sind zu kurz gekommen

Zum Auftakt der Konferenzen lud Thorsten Herdan, Direktor für Energiepolitik des Bundeswirtschaftsministeriums, die Teilnehmer ein, aktiv an der Gestaltung der Energiewende mitzuwirken, machte aber gleichzeitig auch deutlich, dass es nicht darum gehe, konventionelle Technologien einfach nur deswegen zu ersetzen, weil einige Investoren mit dem gerade verfügbaren Geld das so wollen.

Tudor Constantinescu, Energieberater der Europäischen Kommission, wiederholte nochmals die in deren „Winterpaket“ bezifferten Ziele und räumte ein, dass die Energiespeicherung auf EU-Ebene in der Vergangenheit etwas zu kurz gekommen ist. Als zentrale Aufgabe sieht er derzeit die Beantwortung der Frage, wie am sinnvollsten die Backup-Kapazitäten dekarbonisiert werden können. Allgemeiner Konsens unter den Akteuren bestand darüber, dass die regulatorischen Rahmenbedingungen im Bereich der Energiespeicherung deutlich hinter der Entwicklung herhinken oder sie sogar bewusst ausbremsen.

link-to-hzwei-web

Ein Gedanke zu „Energiespeicher benötigen politischen Begleitschutz

  1. >>> politischer Begleitschutz … <<<
    Eine wirklich schone Umschreibung für das ewige Gejammer nach Subventionen.
    Man kann`s bald nicht mehr hören/lesen. Und noch weniger verstehen.

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