DWV-Chef Werner Diwald bezieht Stellung

Diwald
Werner Diwald

Der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband e. V. hat vergangenes Jahr sein 20-jähriges Bestehen gefeiert. Aus diesem Anlass kommentierte der HZwei-Herausgeber Sven Geitmann im Editorial des Oktober-Hefts 2016 die bisherige Entwicklung des Vereins. Quasi in Ergänzung dazu erläutert nun der DWV-Vorsitzende Werner Diwald im HZwei-Kurzinterview, was aktuell und für die Zukunft angedacht ist.

HZwei: Herr Diwald, ist der heutige DWV noch derselbe wie vor 20 Jahren?

Diwald: Ich stimme Ihrem Artikel „Einstige Ideale – Spagat zwischen Vision und Realität“ in einem Punkt zu – der DWV verändert sich. Ich stimme Ihnen jedoch nicht bei der Einschätzung zu, dass wir dabei die ursprüngliche Idee des Verbandes, oder wie Sie es schreiben, die „Linie“ verlassen.

HZwei: Könnten Sie das bitte etwas konkretisieren?

Diwald: Gerne. Die Satzung des DWV besagt: „Zweck des Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verbandes ist es, die allgemeine Einführung von Wasserstoff als Energieträger in die Wirtschaft, in erster Linie auf der Grundlage erneuerbarer Primärenergie, durch wegbereitende und koordinierende Tätigkeit, etwa bei der Schaffung des erforderlichen Regelwerks, zu fördern und vorzubereiten. Der Verband will auf diesem Gebiet Wissenschaft, Forschung und Umweltschutz fördern und so zur umweltgerechten Lösung der Energieprobleme der Zukunft und zum Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen beitragen.“

Der DWV hat mit seiner Arbeit entsprechend seiner Satzung erheblich dazu beigetragen, dass die Wasserstofftechnik nun in der Lage ist, einen Beitrag für eine nachhaltige Energiewirtschaft zu leisten. Unsere Arbeit wäre jedoch vergeblich gewesen und damit nicht im Sinne unserer Satzung, wenn wir uns jetzt nicht auch für eine zeitnahe Markteinführung der Technik einsetzen würden. Nur so können wir dem Anspruch unserer Satzung, einen Beitrag zur umweltgerechten Lösung unserer Energieprobleme und dem Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen zu leisten, tatsächlich gerecht werden.

HZwei: Was genau sehen Sie hier als Ihre Aufgaben an?

Diwald: Die Ausrichtung und Entwicklung der Energiewirtschaft ist eine generationsübergreifende Aufgabe und bedingt daher ein politisch verantwortungsvolles, gestalterisches Regulativ. Die Entwicklung ausschließlich dem Markt zu überlassen wäre vor dem Hintergrund einer ausschließlich betriebswirtschaftlich ausgerichteten Strategie und der daraus drohenden Wirtschafts-, Versorgungs- und Gesundheitsrisiken für unsere nachfolgenden Generationen mehr als fahrlässig. Übrigens wird das von allen technologisch führenden Ländern weltweit ähnlich gesehen und gehandhabt.

Es ist daher eine verantwortungsvolle Steuerung der Entwicklung der Energiewirtschaft unter Beachtung wirtschaftlicher Interessen von Unternehmen durch die gewählten Volksvertreter unabdingbar. Der DWV sieht aus diesem Grunde seine Aufgabe insbesondere darin, die Vorteile der zeitnahen Markteinführung der Wasserstofftechnologien in der Energiewirtschaft im politischen Umfeld bekannt zu machen. Professioneller Lobbyismus im wohlverstandenen Sinne hat auch nichts mit dem, wie Sie in Ihrem Artikel schreiben, „bezahlten Durchsetzen eigener Interessen“ zu tun. Vielmehr sehen wir es als unsere Pflicht an, den politischen Verantwortungsträgern die Fakten über die Leistungsfähigkeit und die Kernfunktionen des Wasserstoffs in der Energielandschaft 2050 zu vermitteln. Auf diese Art und Weise können wir unseren Beitrag für den Erfolg der Energiewende leisten.

HZwei: Was ist denn Ihr primäres Ziel?

Diwald: Unser Ziel ist es, dem Wasserstoff in der Energiewirtschaft zum Durchbruch zu verhelfen, da wir fest davon überzeugt sind, dass eine effiziente Energiewende nur mit dem Energieträger Wasserstoff möglich ist. Wir stehen daher nicht vor der Frage, einen Spagat zu bewältigen, sondern müssen unsere Aktivitäten und langjährigen Bemühungen konsequent so weiterentwickeln, dass die Ziele des Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verbandes effizient und wirksam erreicht werden können. Wir sind uns sicher, dass wir damit dem Anspruch unserer Mitglieder gerecht werden und sie uns weiterhin so gut begleiten und unterstützen.

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